- 04.04.2002, 13:12:57
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"Mitten im Leben. Sicher in die Zukunft."
Österreichischer Seniorenbund präsentiert neues Positionspapier
Wien (OTS) - Der Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes
Stefan Knafl präsentierte auf einer heute stattgefundenen
Pressekonferenz das neue Positionspapier des Österreichischen
Seniorenbundes zu den zukunftsrelevanten Themenkreisen für die ältere
Generation. Nach einem Kurzreferat von Knafl standen folgende
Mitautoren des Positionspapiere für Fragen zur Verfügung:
Europaparlamentsabgeordnete Dr. Marilies Flemming, Univ.Prof.
Abg.z.NR. Dr. Gerhart Bruckmann, LAbg. Ingrid Korosec und
Seniorenbund-Landesobmann GD-Stv.a.D. Leopold Scherer. Dieses Papier
ist nunmehr Vorlage für den am 11. und 12. April in Wien
stattfindenden außerordentlichen Bundes-Seniorentag und wird dort von
den rund 200 Delegierten aus ganz Österreich einer intensiven
Diskussion und Bearbeitung unterzogen, darüber hinaus werden
zusätzliche Anträge von Landesorganisationen erwartet.
In seinem Referat betont Knafl seine klare Unterstützung für
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssels Feststellung, dass die Regierung
in dieser Legislaturperiode ihre Leistung zur Sicherung der
Finanzierbarkeit der Pensionen bereits erbracht hat. Weiters
unterstreicht Knafl, dass es jetzt Aufgabe der Experten ist, die
Auswirkungen der demografischen Veränderungen auf die
Finanzierbarkeit der Pensionen zu ermitteln und Vorschläge zur
Sicherstellung der Finanzierbarkeit unseres Pensionssystems nicht nur
für heute, sondern auch für morgen und übermorgen zu erstellen.
Knafl: "Ich bin davon überzeugt, dass die Bürgerinnen und Bürger nach
umfassender Information entsprechendes Verständnis für alle
notwendigen Maßnahmen der Zukunftssicherung aufbringen, mehr als die
Politik es ihnen bisher zugemutet hat."
Das richtungsweisende Positionspapier des Österreichischen
Seniorenbundes unter dem Titel "Mitten im Leben. Sicher in die
Zukunft." befasst sich mit den wesentlichen Themenbereichen der
Seniorenpolitik und ihren konkreten Forderungen an die
Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft. Es besteht Konsens
darüber, dass für die kommenden Legislaturperioden zwingender
Handlungsbedarf besteht weitere Reformmaßnahmen zu setzen. Hier die
wichtigsten Punkte:
- Verfassungsrechtliche Verankerung des Grundrechtes auf
Alterssicherung und des Diskriminierungsverbotes auf Grund des
Alters
- Langfristige Finanzierbarkeit der Pensionsversicherung
insbesondere durch Erhöhung der Erwerbsquote für ältere Menschen
- Änderung der Pensionsanpassung: Die Pensionen müssen zumindest im
Ausmaß der Inflationsrate angepasst werden.
- Neues Pensionsrecht für Frauen: Eigenständige Frauenpensionen,
wobei neben Zeiten eigener Erwerbstätigkeit auch Zeiten
innerfamiliärer Arbeit (Erziehungs- und Betreuungsarbeiten)
pensionsbegründend sein sollen
- Langfristige Sicherung unseres Gesundheitswesens unter
Beibehaltung des Solidaritätsprinzips und der
Pflichtversicherung. Die Zahl der Spitalsbetten ist dem Bedarf
anpassen und mehr Pflegestationen sind zu errichten. Die
ambulanten Strukturen sind zu stärken, keine einseitige
Beitragserhöhungen einzuführen, Selbstbehalte nur als "ultima
ratio". Die Krankenversicherungsträger sind - zumindest
langfristig - von derzeit 23 auf 4 (Arbeitnehmer, Gewerbliche
Wirtschaft, Bauern, Öffentlich Bedienstete) zu reduzieren.
- Sicherheit und Frieden in Europa: Die Erweiterung der EU um neue
Mitgliedsstaaten wird den Friedens- und Stabilitätsraum auf dem
europäischen Kontinent ausweiten und sich auch international auf
friedensschaffende Prozesse positiv auswirken. Der
Österreichische Seniorenbund vertritt die Auffassung, dass offene
Fragen unaufgearbeiteter Geschichte mit unseren Nachbarn
gemeinsam in wechselseitigen Geist von Verständnis und Achtung
aufgearbeitet werden soll. Die Benes-Dekrete widersprechen,
ebenso wie die Avnoj-Bestimmungen, den europäischen Grundwerten,
weil sie die Grundlage für Massenvertreibungen waren und einen
gravierenden Eingriff in Menschenrechte darstellen. Dieses
Problem muss daher vor der Ratifikation der Beitrittsverträge
gelöst sein.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund
Mag. Michael Schleifer
Tel.: 40126/154
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