- 04.04.2002, 10:02:59
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WHO-Weltkonferenz fordert nationale Unfallverhütungsprogramme
Täglich sterben rund 16.000 Menschen weltweit an den Folgen von Verletzungen. Unfälle, Selbstmorde und Gewalt sind drauf und dran, Infektionskrankheiten als führende Todesursache zu überholen
Wien (OTS) - Bei Kindern und jungen Erwachsenen sind Unfälle
bereits "Killer Nr. 1" - auch in Österreich. Die 6. WHO-Weltkonferenz
zur Verhütung von Verletzungen in Montreal wird einen
Empfehlungskatalog für Gegenmaßnahmen verabschieden. Die Regierungen
sollen umfassende Programme zur Unfallverhütung in Kraft setzen.
Unter der Schirmherrschaft der WHO (World Health Organisation)
veranstaltet Kanada zwischen 12. und 15. Mai 2002 die 6.
Weltkonferenz zur Verhütung von Verletzungen in Montreal. Ziel ist
es, die wahre Dimension der weltweiten Verletzungsepidemie
aufzuzeigen und wirksame Gegenmaßnahmen vorzuschlagen. An Unfällen,
Selbstmorden und Gewalttätigkeiten sterben nach WHO-Berechnungen
täglich 16.000 Menschen - fast so viele wie durch
Infektionskrankheiten zusammen. Die Gesundheitspolitik allein kann
für die Sicherheit der Menschen nicht sorgen. Dazu braucht es
umfassende nationale Programme, bei denen Gesundheits- und
Sozialpolitik, Verkehrs-, Arbeits- und Innenministerien, Wirtschaft,
Rettungswesen, Versicherungen und Forschung zusammenarbeiten.
Bereits die Vorgänger-Konferenz in New Delhi im Jahr 2000 hat
festgestellt, dass Sicherheit ein Menschenrecht ist, welches sich aus
dem Menschenrechtskatalog der UNO ergibt (Delhi Declaration). Der
Schutz der Menschenrechte ist Pflicht der nationalen Regierungen.
Auch in Österreich sind die Menschenrechte Grundrechte der Bürger, zu
deren Schutz die Regierung durch die Verfassung verpflichtet ist.
"Aus der österreichischen Verfassung folgt, dass der Staat das Leben
und die Sicherheit seiner Bürger zu schützen hat. Angesichts der
beschämend hohen Zahl von Unfällen und Selbstmorden in Österreich
brauchen auch wir ein umfassendes Regierungsprogramm zur
Unfallverhütung, Selbstmordprophylaxe und Gewaltprävention. Vor allem
Kinder und alte Menschen müssen wesentlich besser als bisher
geschützt werden", fordert Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes
"Sicher Leben".
In Montreal werden 1500 Fachleute aus aller Welt erwartet:
Forscher, Praktiker und Verwaltungsexperten aus den Bereichen
Gesundheit, Sozialwesen, Inneres, Verkehrssicherheit,
Arbeitnehmerschutz, Produktsicherheit, Zivilschutz, Rettungswesen und
Rehabilitation. 70 Staaten sind vertreten, rund 600 Fachvorträge
werden gehalten. Besonders aktuelle Themen werden heuer Terror,
Verkehrssicherheit, Unfallverhütung im Kindesalter, Gewalt gegen
Frauen, psychische Nachbetreuung von Unfall- und Verbrechensopfern
werden. Auch Österreich wird entsprechend vertreten sein. Allein das
Institut ‚Sicher Leben' wird 10 wissenschaftliche Arbeiten
präsentieren. "Es ist eine hohe Anerkennung, dass so viele unserer
Studien für das wissenschaftliche Programm der Weltkonferenz
akzeptiert wurden. Das zeigt, dass wir zumindest in der Theorie
international mithalten können", meint Dr. Kisser.
Die nächste WHO-Weltkonferenz zur Verletzungsverhütung wird 2004
voraussichtlich in Wien stattfinden. "Bis dahin könnte auch
Österreich ein Vorzeigeland im Sinne der WHO werden, wenn es gelingt,
dass sich Bundesregierung, Landesregierungen, Sozialversicherungen
und alle einschlägigen gemeinnützigen Institutionen auf ein
nationales Programm einigen wie beispielsweise Schweden, Vietnam oder
Kanada".
Detaillierte Infos zum Programm finden Sie auf der
Konferenz-Website unter: http://www.trauma2002.com.
Rückfragehinweis: Institut Sicher Leben
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/0
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