• 04.04.2002, 08:08:27
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Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Wohlstand - oder der große Irrtum

Ausgabe vom 4. April 2002

Klagenfurt (OTS) - "Man kann Wohlstand ja nicht verordnen.
Wohlstand kann man sich nur erarbeiten" - sprach ein
seitenblickerischer Bau-Mörtel-Meister. Und folgerte daraus, dass
sich das Sozialstaat-Volksbegehren brausen könne. Nun ja, auch eine
Meinung. Und gar keine so spärlich verbreitete. Leider. Dreimal
leider. Oder: Um Gottes willen...

Wohlstand und Sozialstaat. Zwei Begriffe, die nichts, aber schon
gar nichts gemein haben. Ein soziales Österreich bedingt nicht ein
Leben in Saus und Braus. Nein, es bedingt nicht mehr als ein Leben in
Würde. Schlicht und einfach jene Würde, die ein Mensch zum Überleben
braucht. Wohlstand? Das ist die Angst der Wohlhabenden. Die Angst um
ihre Elite...

Kann man sich - wie besagter Baumeister posaunt - Wohlstand
erarbeiten? Heute? 2002? In einer Zeit, die Monat für Monat von neuen
Arbeitslosenrekorden zu erzählen weiß? Die Monat für Monat
Statistiken ausspuckt, in denen Beschäftigungsformen boomen, die
gerade so viel hergeben, dass man sein Leben finanzieren kann? In
Zeiten, da man das immer gleiche Spiel der Regierung nur mehr zum
Weinen findet? Ein Spiel nach dem Leitsatz: "Die Talsohle ist
überschritten. Trendwende. Es geht aufwärts."

Eigenlob stinkt. Eine Binsenweisheit, mit der zu leben ist. Was
viel schlimmer zählt, ist eine andere Wahrheit: Eigenlob macht blind.
Engstirnig. Gebieterisch. Eigenlob ignoriert alles das, was nicht
unter Lob fällt. Alles, wofür es kein Schulterklopfen gibt:
Arbeitslosigkeit, Armutsfallen, Menschen im Abseits...

Rückfragehinweis: Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI/OTS

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