• 02.04.2002, 20:24:53
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"Kleine Zeitung" Kommentar: "Erst nach Scharon" (von Günter Lehofer)

Ausgabe vom 03.04.2002

Graz (OTS) - Die EU könnte Jasser Arafat in Ramallah mit dem
Hubschrauber abholen, wenn sie ihn so gerne mag. Aber zurückbringen
dürfe sie ihn nicht mehr. Israels Regierungschef Ariel Scharon rief
gestern zum Finale eines jahrzehntelangen Kampfes gegen seinen ganz
persönlichen Erbfeind. Wenn zwei alte Männer streiten, müssen viele
junge sterben. Weil der Krieg gegen den Terror kein klassischer
Krieg mit tödlicher Front und ruhigem Hinterland ist, sterben
Frauen, Kinder und Alte genauseo.

Scharon kann sich derzeit seinen Krieg leisten. Er ist militärisch
haushoch überlegen. Die USA stehen hinter ihm. In Israel hat
Scharons "Panzerpartei" eine solide Mehrheit. Der Rest der Welt, ob
EU oder UNO, kostet Scharon nur höhnische Worte.

Scharon besiegt die Zukunft in der Gegenwart. Es gibt
Übereinstimmung darüber, dass der unleugbare Terror nicht vom
Militär, sondern nur von Politikern ausgetrocknet werden kann, die
für einen Frieden Machtansprüche hergeben. Scharon versteht das
nicht. Er will Großisrael, auf Biegen und Brechen.

Selbst wenn Arafat sieben Fuß unter der Erde sein sollte, wird
Scharon den Terror weiter bekämpfen müssen, weil er da sein wird.
Erst nach Scharon könnte er aufhören. ****

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