Tierquälerei on tour

Der Österreichische Nationalzirkus mit Louis Knie bietet wieder seine zweifelhaften Vergnügungen feil, VgT demonstriert vor Vorstellungen

Laaben (OTS) - Die diesjährige Saison des "Österreichischen Nationalzirkus" startet erneut voll durch mit Tierquälerei - vier Elefanten sind diesmal mit dabei,geliehen vom Zirkus Americano, fünf weitere werden demnächst erwartet. Die Tiere sind fast durchwegs angekettet, das beobachteten Augenzeugen immer wieder an verschiedenen Auftrittsorten. Eine der Elefantenkühe scheint sogar sehr krank zu sein, sie ist stark abgemagert, kann kaum den Rüssel heben, zittert am ganzen Körper: Expertenmeinungen zufolge könnte es sich dabei sogar um Tuberkulose handeln, einer höchst ansteckenden Krankheit. Die diversen Amtsveterinäre in den Auftrittsorten Baden, Neunkirchen und Oberwart wurden bereits verständigt, Tierschützer hoffen nun auf deren Einschreiten mit möglicher Beschlagnahmung der gequälten Tiere.

Laut den "Richtlinien für die Haltung von Wildtieren in Zirkusunternehmen" der Wiener Umweltanwaltschaft sind alle Dressurleistungen verboten, die nicht tiergerecht sind. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn sie eine statische Belastung oder Überbelastung einzelner Körperteile verursachen und dadurch zu Schädigungen und Verletzungen führen können. Dazu gehören Kopf-und Handstand, sowie das Aufrechtgehen bzw. Stehen auf den Hinterbeinen, da dies bei erwachsenen Elefanten zu Gelenks- und Bandscheibenschäden führen kann. Beim Handstand können durch Überdruck Nagelhornrisse hervorgerufen werden. Auch im aktuellen Programm des "Österr. Nationalzirkus" müssen die Elefanten einen solchen Handstand durchführen - sogar das kranke Tier! Auch
das laut diesen Richtlinien vorgeschriebene Wasser- und Sandbad ist beim Nationalzirkus nicht vorhanden, zudem wirkt die Haut der Elefanten sehr stark ausgetrocknet und ungepflegt.

Doch nicht nur zu den Tieren ist man im Zirkusgewerbe brutal:
Immer wieder kam es auch zu brutalsten Übergriffen von Zirkusleuten auf Menschen: So haben z.B. am 21.3.2000 in Tulln 30 Zirkusangestellte unter der Leitung der Herren Louis Knie sen. und jun. wie besessen auf vier friedliche, flugblattverteilende Tierschützer vom VgT eingeprügelt, sie schwer verletzt
und Eigentum - u.a. eine Kamera, die diesen Angriff mitgefilmt hatte - im Wert von ATS 55.000,- geraubt bzw. zerstört. Die Verletzten mußten im Krankenhaus behandelt werden. Am 19.12.2001 kam es in dieser Angelegenheit zu einem unglaublichen Freispruch für Louis Knie sen., der Prozeß diesbezüglich gegen Knie jun. ist noch ausständig.

Der Verein gegen Tierfabriken führt seine langjährigen Bemühungen gegen Zirkusse mit Wildtieren weiter: kommenden Samstag bis Dienstag wird es Demonstrationen gegen den Zirkus Knie in Wiener Neustadt geben, am Wochenende darauf von Freitag bis Sonntag in Baden.

Übrigens: Ab 2005 sind Wildtierzirkusse in Österreich verboten! Aber was in wenigen Jahren gesetzlich als Tierquälerei gilt, das bedeutet sie auch heute schon! Die Chronologie der jahrelangen Bemühungen des VgT gegen Wildtierzirkusse unter: www.vgt.at und dann unter Kampagnen/Tierzirkus.

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Dr. Franz-Joseph Plank
Tel.:0676/7082434
Verein gegen Tierfabriken
vgt@vgt.at
Web: http://www.vgt.at

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