Führerschein weg? Mopedauto fahren...

KfV begrüßt Einführung der Kennzeichnungspflicht für Microcars, kritisiert aber Schlupfloch für Drogen und Alko-Lenker. Neue Studie belegt: Wissen um Microcars ist äußerst gering

Wien (OTS) - Leichtkraftfahrzeuge bzw. Microcars, im Volksmund
auch "Mopedautos" genannt, sorgen immer wieder für Diskussion. Schließlich dürfen die Autos, für die man keinen Führerschein machen muss, eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h nicht überschreiten. Bis dato war diese Tatsache allerdings nur wenigen Verkehrsteilnehmern bekannt. Ab 1. April 2002 besteht für Microcars Kennzeichnungspflicht. Ein weißer, kreisrunder und reflektierender Aufkleber mit der Zahl 45 "verschönert" ab diesem Zeitpunkt jedes Mopedauto. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) begrüßt das neue Gesetz: "Der neue Aufkleber lässt den nachfahrenden Lenker leichter erkennen, dass der Vorderfahrer mit einem Microcar unterwegs ist und damit mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Er kann in der Folge sein Verhalten auf diesen Unterschied im Geschwindigkeitsniveau einstellen", erklärt KfV-Direktor Dr. Othmar Thann.

Mopedausweis und Alkoholverbot

Seit 1. Juli 2001 müssen alle Lenker eines Mopedautos, die keinen Führerschein besitzen, einen Mopedausweis mit Spezialeintrag besitzen. Voraussetzung dafür ist die Absolvierung einer theoretischen Schulung im Ausmaß von 8 Stunden und einer praktischen Schulung im Ausmaß von 6 Stunden. Bis zum 24. Lebensjahr muss zusätzlich eine theoretische Prüfung erfolgreich bestanden werden. Außerdem besteht für Lenker eines derartigen Leichtfahrzeuges absolutes Alkoholverbot. So gilt bis zum 20. Lebensjahr die 0,1 Promille-Grenze als obligatorisch. Danach sind - außer für Probeführerscheinbesitzer, deren Grenze liegt bei 0,1 Promille - 0,5 Promille erlaubt. Übrigens: Nur wer topfit ist, darf fahren. Ein Microcar darf prinzipiell nur dann in Betrieb genommen werden, wenn der Lenker geistig und körperlich zum sicheren Lenken befähigt ist. Werden Medikamente eingenommen, welche die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, darf auch ein Mopedauto nicht mehr gelenkt werden. Ebenso, wenn der Lenker auf Grund seines Alters körperlich nicht mehr in der Lage ist, das Mopedauto sicher zu beherrschen.

Bei Führerscheinentzug: Im Microcar darf weitergefahren werden!

"Leider wurde bei allen bisherigen Novellen zu Leichtfahrzeugen ein Schlupfloch für Drogen- und Alko-Lenker freigehalten. Das vom KfV bereits vor dem Erstentwurf des Regierungsvorschlages im letzten Jahr immer wieder geforderte Mopedauto-Lenkverbot für Personen, denen der Führerschein z.B. wegen Alkohol, Drogen oder Verkehrsdelikten entzogen wurde, wurde vom Verkehrsausschuss gestrichen. Durch diese Gesetzeslücke werden Drogen- und Alko-Lenker nicht aus dem Verkehr gezogen, sondern auf Umwegen wieder in diesen integriert", kritisiert Thann dieses Versäumnis. Lediglich mit einem hohen zusätzlichen Verwaltungsaufwand einzelner Behörden kann in einem gesonderten Verfahren - und auch nur im Einzelfall - ein Lenkverbot verhängt werden.

Studie belegt: Microcars sind die große Unbekannte im Straßenverkehr

Wie aus einer aktuellen Studie der KfV-Landesstelle Steiermark hervorgeht, ist das Wissen um Microcars äußerst gering. So stellte sich in einer Befragung von 496 Pkw-Lenkern heraus, dass bescheidene 7,9% der Befragten über die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h Bescheid wussten. Auf die Frage, welche Personen Microcars benützen, vermutete fast jeder Zweite "alte" Personen hinterm Mopedauto-Steuer, knapp 40% der Befragten tippten auf "Personen ohne Führerschein". Die Einstellung gegenüber Microcars ist geteilt: 16,7% der Befragten gaben eine positive, 32,9% eine negative Grundeinstellung gegenüber Mopedautos an.

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