- 23.03.2002, 09:35:00
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FP-Strache: Akuter Handlungsbedarf in Sachen Sofiensäle!=
Langsam reißt bei den Wienerinnen und Wienern der Geduldsfaden.
Wien, 23-03-2002 (fpd) - Langsam aber sicher reißt den Wienerinnen
und Wienern der Geduldsfaden. Mittlerweile ist es 5 vor 12 und weder
das Denkmalamt, noch die Stadtverantwortlichen oder der Eigentümer
können mit einer Entscheidung oder aber einer nachvollziehbaren Idee
aufwarten, wie die Sofiensäle in Zukunft genutzt werden sollen, so
heute der Klubobmann-Stellvertreter LAbg. GR Heinz-Christian Strache
in einer Stellungnahme zur Causa Sofiensäle.****
Der nunmehr erfolgte Abriß der "nicht-denkmalgeschützten Teile" des
traditionsreichen Wiener Kulturdenkmals zeugt einmal mehr vom
mangelnden Verständnis des Betreibers und der fehlenden Sensibilität
der politischen Verantwortlichen.
Nachdem bereits im Spätherbst ein "besenreiner" Zustand in der
Brandruine hergestellt wurde und bei vielen Beobachtern der Verdacht
aufkam, daß zum Zwecke der Expertenbeeinflussung des
Bundesdenkmalamtes Teile der schutzwürdigen Substanz im Ballsaal
mutwillig zerstört wurden, hat sich der Betreiber nunmehr
entschlossen die nicht unter Denkmalschutz stehenden Gebäudetrakte
abreißen zu lassen.
Daß dabei die Statik und die durch Brand, Wind und Wetter stark
beeinträchtigten Teile des Ballsaales zusätzlich in Mitleidenschaft
gezogen werden müssen, ist sogar dem Laien begreiflich zu machen und
es drängt sich daher der dringende Verdacht auf, daß demnächst der
Ballsaal völlig zerstört sein könnte, so Strache.
Wenn der Betreiber die Öffentlichkeit darüber informiert, daß er nach
einem positiven Denkmalschutzbescheid die Ruine ohne jegliche
Wiederaufbaumaßnahme stehenlassen möchte, so wird in weiterer Folge
auch zu überprüfen sein, was mit den Versicherungsgeldern passieren
wird, die für die Sofiensäle und deren Wiedererrichtung vorgesehen
waren, so der freiheitliche Klubobmannstellvertreter.
In diesem Zusammenhang erinnerte Strache auch an die nach wie vor
ungeklärte Brandursache und das mittlerweile doch mehr als
eigenartige "herumlavieren" des Eigentümers.
Bei genauer Betrachtung drangt sich nämlich immer mehr der Verdacht
auf, daß kein besonders großes Interesse am Erhalt - weder von der
Stadtregierung, noch vom Betreiber - vorliegt. Es wird also zu klären
sein, ob und in welcher Form die jahrelange Untätigkeit bei
Renovierungsmaßnahmen, der Großbrand aus dem Vorjahr und die
nunmehrige Devastierung in engerem Zusammenhang stehen, stellt
Strache die unbeantwortete Frage in den Raum.
Wir Wiener Freiheitlichen haben bereits im September die Idee eines
neuen Hotelkomplexes mit integriertem Ballsaal gefordert und auch
unsere Bereitschaft zu Gesprächen an einem "Runden Tisch"
signalisiert. Bis heute kommen aber weder vom Betreiber oder aber von
den Wiener Stadtverantwortlichen klare Aussagen über die jeweiligen
Vorstellungen einer zukünftigen Nutzung und so liegt der Ball jetzt
wiederum beim Bundesdenkmalamt hier endlich eine Entscheidung zu
fällen und nicht noch weitere Wochen verstreichen zu lassen.
Wir Wiener Freiheitlichen, so Strache abschließend, werden jedenfalls
in den nächsten Tagen und Wochen ganz genau darauf achten, welche
Auswirkungen die Baggerarbeiten auf die denkmalgeschützten Teile
haben, und werden gegebenenfalls sofort alle notwendigen rechtlichen
Schritte einleiten, wenn auch nur ein weiterer Stein aus dem
wiederzuerrichtenden Ballsaal herausgebrochen wird.(Schluß) jen
Rückfragehinweis: Klub der Freiheitlichen
Pressestelle
Tel.: (01) 4000 / 81 743
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