FP-Strache: Akuter Handlungsbedarf in Sachen Sofiensäle!

Langsam reißt bei den Wienerinnen und Wienern der Geduldsfaden.

Wien, 23-03-2002 (fpd) - Langsam aber sicher reißt den Wienerinnen und Wienern der Geduldsfaden. Mittlerweile ist es 5 vor 12 und weder das Denkmalamt, noch die Stadtverantwortlichen oder der Eigentümer können mit einer Entscheidung oder aber einer nachvollziehbaren Idee aufwarten, wie die Sofiensäle in Zukunft genutzt werden sollen, so heute der Klubobmann-Stellvertreter LAbg. GR Heinz-Christian Strache in einer Stellungnahme zur Causa Sofiensäle.****

Der nunmehr erfolgte Abriß der "nicht-denkmalgeschützten Teile" des traditionsreichen Wiener Kulturdenkmals zeugt einmal mehr vom mangelnden Verständnis des Betreibers und der fehlenden Sensibilität der politischen Verantwortlichen.

Nachdem bereits im Spätherbst ein "besenreiner" Zustand in der Brandruine hergestellt wurde und bei vielen Beobachtern der Verdacht aufkam, daß zum Zwecke der Expertenbeeinflussung des Bundesdenkmalamtes Teile der schutzwürdigen Substanz im Ballsaal mutwillig zerstört wurden, hat sich der Betreiber nunmehr entschlossen die nicht unter Denkmalschutz stehenden Gebäudetrakte abreißen zu lassen.
Daß dabei die Statik und die durch Brand, Wind und Wetter stark beeinträchtigten Teile des Ballsaales zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen werden müssen, ist sogar dem Laien begreiflich zu machen und es drängt sich daher der dringende Verdacht auf, daß demnächst der Ballsaal völlig zerstört sein könnte, so Strache.

Wenn der Betreiber die Öffentlichkeit darüber informiert, daß er nach einem positiven Denkmalschutzbescheid die Ruine ohne jegliche Wiederaufbaumaßnahme stehenlassen möchte, so wird in weiterer Folge auch zu überprüfen sein, was mit den Versicherungsgeldern passieren wird, die für die Sofiensäle und deren Wiedererrichtung vorgesehen waren, so der freiheitliche Klubobmannstellvertreter.

In diesem Zusammenhang erinnerte Strache auch an die nach wie vor ungeklärte Brandursache und das mittlerweile doch mehr als eigenartige "herumlavieren" des Eigentümers.
Bei genauer Betrachtung drangt sich nämlich immer mehr der Verdacht auf, daß kein besonders großes Interesse am Erhalt - weder von der Stadtregierung, noch vom Betreiber - vorliegt. Es wird also zu klären sein, ob und in welcher Form die jahrelange Untätigkeit bei Renovierungsmaßnahmen, der Großbrand aus dem Vorjahr und die nunmehrige Devastierung in engerem Zusammenhang stehen, stellt Strache die unbeantwortete Frage in den Raum.

Wir Wiener Freiheitlichen haben bereits im September die Idee eines neuen Hotelkomplexes mit integriertem Ballsaal gefordert und auch unsere Bereitschaft zu Gesprächen an einem "Runden Tisch" signalisiert. Bis heute kommen aber weder vom Betreiber oder aber von den Wiener Stadtverantwortlichen klare Aussagen über die jeweiligen Vorstellungen einer zukünftigen Nutzung und so liegt der Ball jetzt wiederum beim Bundesdenkmalamt hier endlich eine Entscheidung zu fällen und nicht noch weitere Wochen verstreichen zu lassen.

Wir Wiener Freiheitlichen, so Strache abschließend, werden jedenfalls in den nächsten Tagen und Wochen ganz genau darauf achten, welche Auswirkungen die Baggerarbeiten auf die denkmalgeschützten Teile haben, und werden gegebenenfalls sofort alle notwendigen rechtlichen Schritte einleiten, wenn auch nur ein weiterer Stein aus dem wiederzuerrichtenden Ballsaal herausgebrochen wird.(Schluß) jen

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