- 19.03.2002, 18:10:00
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DER STANDARD-Kommentar: "Der Steiner war's" (von Michael Völker) - Erscheinungstag 20.3.2002=
Wien (OTS) - Innerhalb der Regierung sind die Reihen fest
geschlossen: Außenministerin Benita Ferrero-Waldner habe sich in der
Affäre rund um den österreichischen UNO-Polizisten, gegen den im
Kosovo Foltervorwürfe erhoben werden, ganz fabulös verhalten.
Allerdings hat die Außenministerin ein paar Tage gebraucht, um auch
selber draufzukommen, dass dem so sei.
Und alle (in der Regierung) wissen jetzt, wer der Schuldige ist
und die Intrige angezettelt hat: der Deutsche Michael Steiner,
UNO-Sonderbeauftragter im Kosovo. Das trifft sich ganz gut, ist
Steiner, ehemals außenpolitischer Berater von Kanzler Gerhard
Schröder, seit den Tagen der gemeinen Sanktionen am Ballhausplatz als
notorischer Österreich-Hasser verschrien. Jetzt wird abgerechnet und
zurückintrigiert.
Fein, dass man auch gleich den deutschen UNO-Beamten, der unseren
Mann im Kosovo vorübergehend festgenommen hat, drankriegt: Die
Österreicher seien "bewaffnete Skilehrer", hat der gesagt. Auch so
ein Österreich-Hasser. Kein Wunder, dem hat ein Skilehrer in
Österreich die Frau ausgespannt, heißt es. Ja, so wird in Österreich
argumentiert.
Den österreichischen UNO-Polizisten aus dem Kosovo auf Biegen und
Brechen rauszuholen war aus der Sicht der Behörden in Wien sicherlich
einen Versuch wert. Dass dieser geglückt ist, scheint Innen- und
Außenministerium in ihrem Tun zu bestärken. Dass die Aktion nicht
ganz sauber war, liegt aber auf der Hand. Sonderbeauftragter Steiner
war zu Recht erzürnt, dass der Polizist dem Zugriff der UNO entzogen
wurde. Anstatt sich aber in Diplomatie zu üben und die Wogen zu
glätten, hat Österreich lautstark auf den Tisch geschlagen und im
Verhältnis zur UNO viel Porzellan zerschlagen.
Mit obskuren Verschwörungstheorien wird dieser Kurs nun
fortgesetzt.
Rückfragehinweis: Der Standard
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