- 18.03.2002, 12:02:36
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X oder 0: eine Woche Medienkunst-Festival "intermedium 2" auf Österreich 1=
Wien (OTS) - Das internationale Medienkunst-Festival "intermedium
2" - eine Veranstaltung des Bayerischen Rundfunks (BR) und des
Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe - findet
von 22. bis 24. März in Karlsruhe statt und bietet über 100 Stunden
Programm in Radio und Internet. Das Thema lautet heuer: "X oder O.
Identitäten im 21. Jahrhundert". Österreich 1 berichtet am Freitag,
den 22. März von 22.00 Uhr bis 2.00 Uhr und von Samstag, den 23. bis
Donnerstag, den 28. März täglich ab 23.00 Uhr eine Stunde lang. Das
Programm im Detail ist abrufbar unter http://www.intermedium2.de.****
Zum Thema "X oder O. Identitäten im 21. Jahrhundert" präsentieren
beim "intermedium 2"-Festival über 100 Künstler aus 15 Ländern
intermediale Performances, Netzkunstwerke, Installationen sowie DJ-
und VJ-Produktionen. Parallel dazu können die Besucher an Gesprächen,
Diskussionen und Lesungen teilnehmen. Als Live-Veranstaltung findet
das Festival von 22. bis 24. März im ZKM statt. Zehn
öffentlich-rechtliche Radiosender übertragen das 18-stündige
Festivalprogramm bis einschließlich Donnerstag, den 28. März,
flächendeckend in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Über das
dreitägige Festival hinaus wird das ZKM so eine Woche lang zu einem
Sendezentrum für verschiedene medienkünstlerische Produktionen. Und
auch über das Internet - http://www.intermedium2.de - ist
"intermedium 2" vollständig als Audio- und Video-Stream zu empfangen.
Für Peter Weibel, den Vorstand des ZKM, dient das Festival vor
allem dazu, Autoren, Musiker, Audio- und Videokünstler in gemeinsamen
Projekten zu einem kritischen "Metadiskurs zwischen den diversen
Medien" anzuregen. "Es gibt kein anderes Festival mit einem
derartigen Medienverbund im Rücken", sagt Herbert Kapfer, Leiter
Hörspiel und Medienkunst beim Bayerischen Rundfunk und Initiator des
Festivals. "Dadurch bekommen zahlreiche Künstler die Möglichkeit,
neue Werke für Bühne, Radio, Internet oder als Dauerinstallation zu
entwickeln und zu präsentieren. Und es besteht die Chance, über den
Veranstaltungsort hinaus medienkünstlerische Arbeiten einem breiten
Publikum nahe zu bringen."
Zum Auftakt des Festivals am Freitagabend - im Rahmen einer langen
Radionacht - präsentieren Tone Avenstroup (Oslo) und Robert Lippok
(Berlin) "Marbel & Matrikel", zugleich Live-Hörspiel, Videostream und
Netzkunstwerk. Die Hauptfiguren Marbel & Matrikel machen sich nach
einer fehlgeschlagenen Operation, bei der sie Erinnerung, Ortssinn
und Zeitempfinden verloren haben, auf die Suche nach dem
ursprünglichen Ich.
Eine kollaborative Performance präsentiert das Ö1-"Kunstradio" mit
dem von Peter Courtemanche (Vancouver) initiierten Projekt "...
devolve into II ...", on air am Sonntag, den 24. März von 23.00 bis
24.00 Uhr auf Ö1. Material der Karlsruher Performance von
Courtemanche, Lori Weidenhammer und Roberto Paci Dalo sind Bild- und
Soundstreams aus dem Internet, die von Künstlern an unterschiedlichen
Orten auf vier Kontinenten gestaltet werden. Assoziativer
Ausgangspunkt des Projekts, das im Radio in einer anderen Version zu
erleben ist als vor Ort in Karlsruhe (und davor schon als
Installation im KlangTheater des Wiener RadioKulturhauses) ist die
Sci-Fi-Story "The Music of What Happens" von Howard V. Hendrix, in
der mit dem Gedanken gespielt wird, die Natur in Gestalt des Yosemite
Nationalparks zu simulieren und dann in einem profitablen
Bewässerungsprojekt zu zerstören (http://kunstradio.at).
Der diskursive Teil von "intermedium 2" versteht sich als eine Art
Echolot und soll die Reibungsflächen zwischen Theorie,
wissenschaftlicher Praxis und Kunst hörbar machen - durch Statements
von Künstlern und Theoretikern, Streitgespräche, "identity stories",
Künstlerporträts und diskursives Theater. Neben den
Bühnenveranstaltungen sind an verschiedenen Spielstätten des ZKM
Installationen renommierter internationaler Medienkünstler zu sehen.
Während "intermedium 2" im ZKM als Wochenend-Festival stattfindet,
wird im Radio an sieben Tagen gesendet. Auch im Netz geht das
Festival weiter. Viele der künstlerischen Projekte, die zwischen
Bühne, Radio und virtuellem Raum angesiedelt sind, laden auf der
Homepage www.intermedium2.de zur Interaktion ein. Neben Live-Streams
aller Veranstaltungen bietet die Website umfassende Informationen
über das Festival sowie Video-Statements von prominenten Künstlern
und Theoretikern. Die Webadresse dient auch als Portal zu
internationalen Netzkunst-Projekten, die speziell für "intermedium 2"
kreiert wurden - von Orhan Kipcap, jungen Künstlern der
Jan-van-Eyck-Akademie in Maastricht oder der berühmt-berüchtigten
italienischen Gruppe 0100101110101101.org.
Die Veranstaltungsreihe "intermedium" wurde im November 1999 in
der Akademie der Künste in Berlin eröffnet. Damals kamen mehrere
tausend Besucher zu dem dreitägigen Festival, dem einzigen dieser Art
im deutschsprachigen Raum. "intermedium" versteht sich als eine aus
dem Hörfunk kommende Initiative, die die Kooperation mit anderen
Medien und Künsten sucht, erprobt und reflektiert.
"intermedium"-Veranstalter sind der Bayerische Rundfunk und das
Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe. Am Programm und
den Übertragungen beteiligen sich weiters Österreichischer Rundfunk,
Hessischer Rundfunk, Westdeutscher Rundfunk, Südwestrundfunk,
Mitteldeutscher Rundfunk, Radio Bremen, DeutschlandRadio und das
Schweizer Radio DRS. Weitere Partner sind das Schauspiel Frankfurt
und die Jan van Eyck Akademie Maastricht. Die Gesamtleitung haben
Herbert Kapfer, Leiter der Abteilung Hörspiel und Medienkunst beim
Bayerischen Rundfunk, und Peter Weibel, Vorstand des ZKM
Karlsruhe.(ih)
Rückfragehinweis: ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit
Isabella Henke
Tel.: 01/501 01/18050
e-mail: isabella.henke@orf.at
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