• 15.03.2002, 13:35:16
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Mammahypertrophie - Schönheitsfehler oder Gesundheitsrisiko ?=

Enquete zum Thema Brustverkleinerung im Wappensaal des Wiener Rathauses

Wien, (OTS) Große Brüste stellen für Frauen häufig eine große
physische und psychische Belastung dar. Psychisch stehen dabei
Schamgefühl und Störungen im weiblichen Selbstbild im Vordergrund,
körperlich sind vor allem Schmerzen der einschneidenden BH-Träger und
Wirbelsäulenbeschwerden Symptome der "Mammahypertrophie".

In Zeiten, in denen Schönheitsoperationen zum Tagesgespräch
geworden sind stellt sich hier die Frage, wann die Brustverkleinerung
eine ästhetische oder medizinisch indizierte Operation ist?
Dies erhält vor allem Bedeutung wenn es um die eventuelle
Kostenübernahme der Krankenkasse geht. Mit zunehmender Notwendigkeit
von Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen sind die Kostenträger zunehmend
restriktiv in der Bewilligung einer Kostenübernahme zur
brustverkleinernden Operation.

So sind Plastische Chirurgen im klinischen Alltag mit
Patientinnen konfrontiert, die trotz massiver Wirbelsäulenbeschwerden
und auch -schäden keine Kostenübernahme von der Krankenkasse
erhalten. Nicht alle Patientinnen sind wirtschaftlich in der Lage die
verkleinernde Operation aus eigenen Mitteln zu finanzieren und stehen
unter einem sehr hohen Leidensdruck. Neben einer Verschlechterung der
Wirbelsäulenbeschwerden besteht bei den Patientinnen eine große
Frustration über das Unverständnis der begutachteten Ärzte der
Krankenkassen.

Dazu Frau Prof. Deutinger: "In der Betreuung von Patienten mit
Mammahypertrophie müssen wir Ärzte mit ansehen, wie sich das
Beschwerdebild der Patientinnen zusehends verschlechtert, wenn die
Kosten für eine Operation nicht übernommen wurden und die Patientin
sich die Operation selber nicht leisten kann."

Daher wurde an der Abteilung für Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie des Krankenhauses Wien-Lainz eine Studie
durchgeführt, um Kriterien, die eine medizinische Indikation
definieren aufzustellen.

Im Rahmen dieser Studie hat sich gezeigt, dass Frauen mit großen
Brüsten ein nachweislich wesentlich größeres Risiko haben
degenerative Wirbelsäulenschäden zu haben. Z. B. hat eine 35 jährige
Frau mit einer Brustgröße entsprechend einer Körbchengröße D eine 80
% Wahrscheinlichkeit hat, einen Wirbelsäulenschaden zu haben !!

Es ist daher naheliegend, dass Folgetherapien für die
Patientinnen notwendig sind, ohne dass das Problem kausal beseitigt
wird.

Eine Nachuntersuchung von Patientinnen nach Reduktionsplastik
zeigt anschaulich, dass es schon kurz nach der Operation zu einer
enormen Verbesserung der Haltungsschäden kommt.

Im Rahmen des am 15. März im Rathaus stattfindenden Symposium
sollen daher Kriterien definiert werden, die sowohl den
begutachtenden Ärzten eine Hilfe bei der Indikationstellung als auch
den betroffenen Patientinnen eine kausale Therapie ihres Leidens
ermöglichen.

Prim. Prof. Dr. M. Deutinger: "In die medizinische
Indikationsstellung sollten im individuellen Fall neben der
Brustgröße sowohl die subjektiven Beschwerden der Patientinnen als
auch morphologische Veränderungen eingehen." (Schluss) klep

Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Heike Benditte-Klepetko
Abt. für Plastische- und Wiederherstellungschirurgie

Krankenhaus Wien-Lainz
Tel: 01-80110-2649
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Wiener Integrationsfonds
Gabriele Philipp
Tel.: 4000/81 547
e-mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK

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