Mammahypertrophie - Schönheitsfehler oder Gesundheitsrisiko ?

Enquete zum Thema Brustverkleinerung im Wappensaal des Wiener Rathauses

Wien, (OTS) Große Brüste stellen für Frauen häufig eine große physische und psychische Belastung dar. Psychisch stehen dabei Schamgefühl und Störungen im weiblichen Selbstbild im Vordergrund, körperlich sind vor allem Schmerzen der einschneidenden BH-Träger und Wirbelsäulenbeschwerden Symptome der "Mammahypertrophie".

In Zeiten, in denen Schönheitsoperationen zum Tagesgespräch geworden sind stellt sich hier die Frage, wann die Brustverkleinerung eine ästhetische oder medizinisch indizierte Operation ist?
Dies erhält vor allem Bedeutung wenn es um die eventuelle Kostenübernahme der Krankenkasse geht. Mit zunehmender Notwendigkeit von Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen sind die Kostenträger zunehmend restriktiv in der Bewilligung einer Kostenübernahme zur brustverkleinernden Operation.

So sind Plastische Chirurgen im klinischen Alltag mit Patientinnen konfrontiert, die trotz massiver Wirbelsäulenbeschwerden und auch -schäden keine Kostenübernahme von der Krankenkasse erhalten. Nicht alle Patientinnen sind wirtschaftlich in der Lage die verkleinernde Operation aus eigenen Mitteln zu finanzieren und stehen unter einem sehr hohen Leidensdruck. Neben einer Verschlechterung der Wirbelsäulenbeschwerden besteht bei den Patientinnen eine große Frustration über das Unverständnis der begutachteten Ärzte der Krankenkassen.

Dazu Frau Prof. Deutinger: "In der Betreuung von Patienten mit Mammahypertrophie müssen wir Ärzte mit ansehen, wie sich das Beschwerdebild der Patientinnen zusehends verschlechtert, wenn die Kosten für eine Operation nicht übernommen wurden und die Patientin sich die Operation selber nicht leisten kann."

Daher wurde an der Abteilung für Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des Krankenhauses Wien-Lainz eine Studie durchgeführt, um Kriterien, die eine medizinische Indikation definieren aufzustellen.

Im Rahmen dieser Studie hat sich gezeigt, dass Frauen mit großen Brüsten ein nachweislich wesentlich größeres Risiko haben degenerative Wirbelsäulenschäden zu haben. Z. B. hat eine 35 jährige Frau mit einer Brustgröße entsprechend einer Körbchengröße D eine 80 % Wahrscheinlichkeit hat, einen Wirbelsäulenschaden zu haben !!

Es ist daher naheliegend, dass Folgetherapien für die Patientinnen notwendig sind, ohne dass das Problem kausal beseitigt wird.

Eine Nachuntersuchung von Patientinnen nach Reduktionsplastik zeigt anschaulich, dass es schon kurz nach der Operation zu einer enormen Verbesserung der Haltungsschäden kommt.

Im Rahmen des am 15. März im Rathaus stattfindenden Symposium sollen daher Kriterien definiert werden, die sowohl den begutachtenden Ärzten eine Hilfe bei der Indikationstellung als auch den betroffenen Patientinnen eine kausale Therapie ihres Leidens ermöglichen.

Prim. Prof. Dr. M. Deutinger: "In die medizinische Indikationsstellung sollten im individuellen Fall neben der Brustgröße sowohl die subjektiven Beschwerden der Patientinnen als auch morphologische Veränderungen eingehen." (Schluss) klep

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Dr. Heike Benditte-Klepetko
Abt. für Plastische- und Wiederherstellungschirurgie

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