Erzeugermilchpreis beginnt in Österreich wieder zu sinken

Berglandmilch reduziert um 2,8 Cent je kg - Ungünstige Marktentwicklung in EU

Wien, 15. März 2002 (AIZ). - Nachdem eine Salzburger Molkerei bereits im Februar begonnen hat, ihren Erzeugermilchpreis zu senken, hat der Vorstand des größten heimischen Milchverarbeitungsunternehmens, der Berglandmilch, nunmehr in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, den Bauernmilchpreis per 01.03.2002 um 2,8 Cent je kg zu reduzieren. Der Vorstand begründet diesen Schritt mit der schlechteren Marktlage in der EU. Die Märkte für Milch und Milchprodukte würden sich international ungünstig entwickeln, wird betont. Die Notierungen für Butter und Magermilchpulver hätten einen historischen Tiefstand erreicht. Seit Jahresbeginn sei auch der europäische Käsemarkt unter Druck geraten. Der unter anderem durch die BSE-Krise ausgelöste Konsumanstieg bei Käse klinge langsam ab, gleichzeitig nehme die Produktion auf Grund der geringen Butter- und Magermilchpreise zu. Marktbeobachter erwarten, dass auch weitere heimische Molkereien mit Preissenkungen nachziehen.

Treuebonus bleibt auch im kommenden Wirtschaftsjahr

Gleichzeitig mit der Preissenkung hat der Vorstand der Berglandmilch beschlossen, den Treuebonus für die Milchbauern, die ihren Vertrag verlängert haben, auch im neuen Wirtschaftsjahr weiterzuführen. Dieser Bonus beträgt 1 Cent je kg. Somit erhalten die Lieferanten der Berglandmilch per 01.03.2002 (für Milch der S-Klasse mit 4,10% Fett und 3,30% Eiweiß) inklusive Treuebonus je nach Bundesland zwischen EUR 35,81 und 37,04 je 100 kg.

Die Berglandmilch ist Österreichs führendes Molkereiunternehmen mit einer jährlichen Verarbeitung von rund 1 Mrd. kg an acht Standorten. Auf Grund der positiven Marktentwicklung in Österreich und Europa hat das Unternehmen im vergangenen Jahr den Bauernmilchpreis von EUR 33,79 im Jänner 2001 auf EUR 40,70 je 100 kg im Jänner dieses Jahres angehoben. So wurde im Vorjahr die Milchgeldauszahlung um über EUR 45 Mio. (inklusive MwSt.) gesteigert.

Nachdem sich die heimischen Molkereien unter anderem auch am deutschen (bayerischen) Erzeugermilchpreis orientieren und dieser seit November 2001 rückläufig ist, wird erwartet, dass weitere österreichische Milchverarbeiter ihre Preise senken. Die Alpenmilch Salzburg hat ihren Bauernmilchpreis Anfang Februar 2002 um 1 Cent je kg gesenkt. Die Gmundner Molkerei hat eine Reduzierung zu Beginn dieser Woche angekündigt, ohne konkrete Zahlen oder einen Zeitpunkt zu nennen. Bei der niederösterreichischen NÖM AG verweist man gegenüber dem AIZ auf einen im Herbst 2001 gefassten Beschluss, wonach man sich beim Niveau des Bauernmilchpreises am größten Verarbeiter (Berglandmilch) beziehungsweise am österreichischen Durchschnitt orientieren wolle. Preissenkungen seien aber auch auf saisonale Schwankungen zurückzuführen, wird betont.
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