- 15.03.2002, 11:19:49
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Erzeugermilchpreis beginnt in Österreich wieder zu sinken
Berglandmilch reduziert um 2,8 Cent je kg - Ungünstige Marktentwicklung in EU
Wien, 15. März 2002 (AIZ). - Nachdem eine Salzburger Molkerei
bereits im Februar begonnen hat, ihren Erzeugermilchpreis zu senken,
hat der Vorstand des größten heimischen
Milchverarbeitungsunternehmens, der Berglandmilch, nunmehr in seiner
jüngsten Sitzung beschlossen, den Bauernmilchpreis per 01.03.2002 um
2,8 Cent je kg zu reduzieren. Der Vorstand begründet diesen Schritt
mit der schlechteren Marktlage in der EU. Die Märkte für Milch und
Milchprodukte würden sich international ungünstig entwickeln, wird
betont. Die Notierungen für Butter und Magermilchpulver hätten einen
historischen Tiefstand erreicht. Seit Jahresbeginn sei auch der
europäische Käsemarkt unter Druck geraten. Der unter anderem durch
die BSE-Krise ausgelöste Konsumanstieg bei Käse klinge langsam ab,
gleichzeitig nehme die Produktion auf Grund der geringen Butter- und
Magermilchpreise zu. Marktbeobachter erwarten, dass auch weitere
heimische Molkereien mit Preissenkungen nachziehen.
Treuebonus bleibt auch im kommenden Wirtschaftsjahr
Gleichzeitig mit der Preissenkung hat der Vorstand der Berglandmilch
beschlossen, den Treuebonus für die Milchbauern, die ihren Vertrag
verlängert haben, auch im neuen Wirtschaftsjahr weiterzuführen.
Dieser Bonus beträgt 1 Cent je kg. Somit erhalten die Lieferanten
der Berglandmilch per 01.03.2002 (für Milch der S-Klasse mit 4,10%
Fett und 3,30% Eiweiß) inklusive Treuebonus je nach Bundesland
zwischen EUR 35,81 und 37,04 je 100 kg.
Die Berglandmilch ist Österreichs führendes Molkereiunternehmen mit
einer jährlichen Verarbeitung von rund 1 Mrd. kg an acht Standorten.
Auf Grund der positiven Marktentwicklung in Österreich und Europa
hat das Unternehmen im vergangenen Jahr den Bauernmilchpreis von EUR
33,79 im Jänner 2001 auf EUR 40,70 je 100 kg im Jänner dieses Jahres
angehoben. So wurde im Vorjahr die Milchgeldauszahlung um über EUR
45 Mio. (inklusive MwSt.) gesteigert.
Nachdem sich die heimischen Molkereien unter anderem auch am
deutschen (bayerischen) Erzeugermilchpreis orientieren und dieser
seit November 2001 rückläufig ist, wird erwartet, dass weitere
österreichische Milchverarbeiter ihre Preise senken. Die Alpenmilch
Salzburg hat ihren Bauernmilchpreis Anfang Februar 2002 um 1 Cent je
kg gesenkt. Die Gmundner Molkerei hat eine Reduzierung zu Beginn
dieser Woche angekündigt, ohne konkrete Zahlen oder einen Zeitpunkt
zu nennen. Bei der niederösterreichischen NÖM AG verweist man
gegenüber dem AIZ auf einen im Herbst 2001 gefassten Beschluss,
wonach man sich beim Niveau des Bauernmilchpreises am größten
Verarbeiter (Berglandmilch) beziehungsweise am österreichischen
Durchschnitt orientieren wolle. Preissenkungen seien aber auch auf
saisonale Schwankungen zurückzuführen, wird betont.
(Schluss) kam
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