• 13.03.2002, 19:32:46
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Schwitters: Die literarische Seite

Wien (OTS) - Kurt Schwitters ist derzeit eine grosse Retrospektive
im Bank Austria Kunstforum gewidmet. Vom 15.03. bis 16.06.2002 zeigt
die Ausstellung Schwitters' medienpluralistisches Agieren, das von
seinen berühmten Merz-Bildern über konstruktivistische Skulpturen und
Architektur bis zu Musikkompositionen und Literaturstücken reicht.

Schwitters hatte bereits bis 1923 Schritt für Schritt das, was die
gesamte bildende Kunst verändern sollte, auch im
sprachlich-literarischen Bereich vollzogen. Mit Merz- und i-Texten
hatte er praktiziert, was für die Literatur des 20. Jahrhunderts von
Bedeutung geworden ist, und dabei manches vorweggenommen, was seither
nur noch variiert werden kann. Auf seinem weiteren Weg suchte er
immer klarer, "unkünstlerische Komplexe" in der "unkünstlerischen
Welt" aufzufinden, dabei vor allem das bisher Vernachlässigte als
neues Material der Dichtung zu entdecken. Literaturgeschichtlich
bedeutend war die Hinwendung zur trivialen Redeweise. So wie er
akustisches Banalmaterial in der "Ursonate" verarbeitete, so
experimentierte er auch mit literarischem Trivialmaterial, etwa mit
Trivialmotiven.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm zur Ausstellung geht auch auf diese
Aspekte in Schwitters' Arbeit ein: Bei einer Sonderführung am 20.
März um 17.00 Uhr ist Schauspieler Bernd Jeschek bei Ingried Brugger
"Zu Gast im Kunstforum". In einer gemeinsamen Führung durch die
Ausstellung erklärt die Direktorin des Bank Austria Kunstforums die
Bilder- und Ideenwelt Kurt Schwitters'. Jeschek ergänzt den Zugang
des Künstlers zu Dada, Theater und Literatur mit persönlichen
Kommentaren und ausgewählten Texten Kurt Schwitters'.

Vom 1. bis 3. April 2002 stellt Christopher Widauer das
Kabinetttheater jeweils um 20.00 Uhr unter das Thema
"schwittkabinett". Der Pianist und Komponist Wolfgang Mitterer
begleitet Widauer dabei auf eine Expedition ins Auge von Schwitters'
Textorkan, wobei sowohl die Ursonate als auch Neues von H.C. Artmann
und Wolfgang Bauer gezeigt wird.

Am 5. April 2002 präsentieren ab 19.30 Uhr im Ö1- Radiokulturhaus
Jazzsaxophonist Wolfgang Puschnig und Wolfram Berger liebevoll
Sprach-Musik-Duette mit Texten aus Briefen, von Fahrscheinen, Lumpen
und Schrott.

Im Rahmen des Wiener Stadtfestes lesen am 27. April um 16.00 Uhr und
18.00 Uhr Elfriede Hauder und Hermann Seiwald Texte aus Schwitters
gesammelten literarischen Werken. Ab 21.00 Uhr bringen
Edlinger/Ostermayer feinfühlig zelebrierte Sprachgewalt in einem
"bunten abend im merz-sumpf mit und ohne anna blume".

Im Rahmen der ORF-Langen Nacht der Musik schließlich wird nach
jahrelanger Absenz Gerhard Rühm um 19.00 Uhr Schwitters Ursonate
vortragen. Ab 23.00 Uhr präsentieren Franzobel und Bertl Mütter
Radikalsatiren ohne Pointe, eine sensationelle Mischung zwischen
Literatur und Musik.

ß
Rückfragehinweis: Bank Austria Kunstforum

1., Freyung 8
LAMPRECHT Wolfgang
537 33 17
(Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS

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