• 13.03.2002, 10:20:35
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  • OTS0062 OTW0062

Bures: SPÖ fordert ersatzlose Streichung der Ambulanzgebühren

"Totales Scheitern der Regierung in der Gesundheitspolitik"

Wien (SK) Die SPÖ forderte erneut die ersatzlose Streichung
der Ambulanzgebühren. SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures sieht
die Kritik an den "unsozialen und gesundheitspolitisch falschen
Gebühren" durch die jüngsten Erkenntnisse des Verwaltungsdirektors
der Landeskrankenanstalten/Uni-Kliniken Innsbruck, Max Laimböck,
vollinhaltlich bestätigt. Laimböck hat nachgewiesen, dass in den
allgemeinen Ambulanzen keine Verringerung der Frequenz feststellbar
ist und in den Spezialambulanzen, für die es im niedergelassenen
Bereich ohnehin keine Alternativen gibt, ein Anstieg der Frequenz
verzeichnet wurde. ****

Für äußerst bedenklich hält Bures in diesem Zusammenhang die
Detailerkenntnisse, die nach Zeitungsberichten auch für Wien
vorliegen, wonach Patienten wegen der Ambulanzgebühr notwendige
Nachuntersuchungen und Kontrolltermine auslassen. Davon seien
insbesondere Patienten mit niedrigem Einkommen betroffen. Laut
"Standard" kommt Laimböck zu dem Schluss: "Ambulanzgebühren führen
wohl zu einer sozialen Selektion der Ambulanzbesuche".

Bures sieht die Kritik der SPÖ in allen Punkten bestätigt,
denn auch beim Verwaltungsaufwand wurde festgestellt, dass die
Ambulanzgebühren-Bürokratie jedes vertretbare Ausmaß übersteigt. Die
SPÖ-Bundesgeschäftsführerin sprach von einem "totalen Scheitern der
blau-schwarzen Koaliton in der Gesundheitspolitik".

Der von der Regierung angestrebte Lenkungseffekt sei klar
verfehlt worden, fasste Bures zusammen. Dabei wäre überdies zu
bedenken, dass die Regierung sich von vornherein auf falsche Zahlen
über Behandlungskosten in Ambulanzen berufen hat. Denn ebenfalls Max
Laimböck hat gezeigt, dass die Behandlung in Ambulanzen keineswegs
teurer ist als im niedergelassenen Bereich. So ergebe sich ein für
die blau-schwarze Regierung "niederschmetterndes Ergebnis": "Die
Gesundheitsversorgung wurde gezielt für kranke Menschen teurer, die
deklarierten Ziele der Regierung wurden verfehlt, die Versorgung von
sozial Schwachen wurde verschlechtert und die Verwaltungskosten für
die unsinnige Ambulanzgebühr explodieren." (Schluss) wf

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ

Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

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