• 11.03.2002, 13:10:33
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5000 Teilnehmer an AK-Integrationsbefragung - Ergebnis: Integrationspaket der Regierung ist ein untaugliches Instrument=

Linz (AKO) Die Ergebnisse einer Befragung ausländischer Arbeitnehmer
zum Thema "Integration" durch die AK OÖ präsentierte Präsident
Wipplinger heute in einer Pressekonferenz in Linz. Die Beteiligung
hatte alle Erwartungen übertroffen: 5050 Personen - mehr als elf
Prozent aller in Oberösterreich arbeitenden Ausländer haben den
Fragebogen ausgefüllt zurückgeschickt.

"Die sogenannte Integrationsvereinbarung der Regierung ist ein
völlig untaugliches Instrument, weil sie die für die Integration
wesentlichen Lebensbereiche der ausländischen Kollegen völlig
ausblendet", resümierte Wipplinger.

Eines der wichtigsten Befragungsergebnisse ist, dass drei Viertel
der Ausländer von sich aus besser Deutsch lernen wollen, die
türkischen Kollegen sogar zu 90 Prozent! "Es ist daher völliger
Unsinn, dass die Regierung Ausländer unter Strafandrohung zu
Deutschkursen zwingen will", sagte Wipplinger.

An die Bedürfnisse der Ausländer angepasste Deutschkurse, die BFI,
VHS, AK und der Verein zur Betreuung von Ausländern im Vorjahr
angeboten haben, wurden regelrecht gestürmt. Die Regierung braucht
also gar keinen Zwang auszuüben und Strafen anzudrohen: Es genügt ein
attraktives Kursangebot.

Ein großes Problem, unter dem die ausländischen Arbeitnehmer
leiden, ist Arbeit unter ihrem Qualifikationsniveau. Zwei Drittel der
Befragten gaben an, eine Berufsausbildung abgeschlossen zu haben,
aber nur die Hälfte wird ihrer Ausbildung entsprechend eingesetzt.
Für Wipplinger ist das eine unsinnige Vergeudung
volkswirtschaftlichen Qualifikationspotentials.

Der AK-Präsident will sich deshalb in Zukunft verstärkt dafür
einsetzen, dass Ausländern ihre im Ausland erworbenen Qualifikationen
leichter angerechnet werden. Ausländische Bauarbeiter könnten zum
Beispiel die Chance erhalten, solche Qualifikationen im
Bauwirtschaftlichen Zentrum testen zu lassen und für eine
entsprechende kollektivvertragliche Einstufung bestätigt zu bekommen.
Ähnliche Modelle wären auch für andere Branchen denkbar.

Nach wie vor ungelöst ist das Problem der viel zu schleppenden
Familienzusammenführung. Der Rückstau beträgt 12.000 Anträge. Kein
Wunder also, dass etwa 30 Prozent der befragten Ausländer angaben,
Probleme bei der Familienzusammenführung zu haben. Bei den türkischen
Kollegen sind es sogar über 44 Prozent.

Tausenden Ausländern wird so das Menschenrecht auf ein
Familienleben verwehrt. Wipplinger fordert daher einen beschleunigten
Abbau dieses Rückstaus und eine deutliche Aufstockung bei der
Familienzusammenführung. "Die Regierung redet zwar immer davon, wie
familienfreundlich sie ist, ist aber ausländischen Familien gegenüber
extrem hartherzig", sagte der AK-Präsident.

Rückfragehinweis: Arbeiterkammer Oberösterreich

Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (0732) 6906-2182
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO/AKO

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