- 11.03.2002, 12:29:02
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Schasching kritisiert Haupt: Einkommensschere klafft immer weiter auseinander
Wien (SK) Zahlen sind dankbar und Papier ist bekanntlich geduldig.
"Die Aussage von Minister Haupt, die Bundesregierung habe in den
letzten zwei Jahren 50.000 Frauen mehr in die Beschäftigung geführt,
hat auch eine Kehrseite", so die SPÖ-Abgeordnete Beate Schasching.
"Bedenkt man nämlich, dass die meisten Frauen Teilzeit- oder
Geringfügig beschäftigt sind, sind diese Zahlen relativ." Studien
würden belegen, dass über 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigung in
Österreich von Frauen verrichtet wird. Auch die Einkommensschere
zwischen Männern und Frauen klaffe immer weiter auseinander, so dass
Frauen - auch in gleichwertigen Berufen - weniger verdienen als ihre
männlichen Kollegen, erörterte Schasching am Montag gegenüber dem
SPÖ-Pressedienst. ****
Schasching fragt sich, "auf welcher Seite Minister Haupt steht" und
kritisierte, "wie kurzsichtig die gesamte Bundesregierung handelt."
"Die Einführung des Kindergeldes als Armutsbekämpfung mag vielleicht
Studentinnen und Bäuerinnen kurzfristig Erleichterung bringen. Für
Frauen, die aber aus dem Arbeitsprozess heraus gerissen werden,
stellt es eine Falle dar. Denn längerfristig gesehen gibt es ihnen
den Anreiz, genau wieder in die traditionellen Rollenbilder zurück zu
kehren, die für sie weniger Verdienst, weniger Anerkennung und
weniger Chancen bedeuten."
So schlägt Schasching vor: "Um Armut wirklich zu bekämpfen, bedarf es
anderer und längerfristigerer Programme. Ein flächendeckendes und
ganztägiges Kinderbetreunungsangebot sowie Wiedereinstiegshilfen für
Frauen nach der Baby-Pause sollten eine Selbstverständlichkeit sein.
Aber das entspricht offensichtlich nicht dem schwarz-blauen Weltbild.
Wieder einmal hat sich Haupt entlarvt: Er ist ja doch ein
Männerminister", so die Abgeordnete. (Schluss) hm/mp
Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
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