- 08.03.2002, 10:28:41
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VSStÖ, aks, SJ: Die Republik ist weiblich - Frauen sind mehr
Medienaktion: "Nutzen wir die Chance, gestalten wir die Zukunft mit!"
Wien (SK) Der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ), die
Aktion kritischer SchülerInnen (aks) und die Sozialistische Jugend
(SJ) machten am heutigen Frauentag mit einer Medienaktion auf
Handlungsbedarf in der Frauenpolitik aufmerksam. Dem Diskriminierung
des weiblichen Geschlechts ob offen oder versteckt betreffe alle
Bereiche der Gesellschaft. ****
"Egal ob in der Ausbildung, im Job oder im Familienleben, Frauen
leisten einen Großteil der oft unbezahlten Sozialarbeit, haben es
aber um einiges schwerer, ihren Fähigkeiten entsprechend behandelt zu
werden", so Steffi Vasold, SJ-Frauensprecherin. Obwohl Frauen mehr
als die Hälfte der Weltbevölkerung darstellen, würden sie weder
entsprechend in demokratischen Institutionen vertreten (weltweit
seien nur 14 Prozent aller ParlamentarerInnen Frauen), noch würden
sie in Sprache und Medien entsprechend berücksichtigt werder. So
stellte "Mediawatch" fest, dass lediglich 14,6 Prozent der gesamten
Redezeit der "ZiB 1" von Frauen gestaltet werden. Mittlerweile haben
wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass männliche Sprachformen
Frauen gedanklich ausschließen würden.
"Auch im Unterricht wird ein patriarchalisches Verständnis von
Gesellschaft vermittelt, das sich dadurch Generation für Generation
reproduziert", meint Laura Dobusch, Frauenkoordinatorin der aks.
Studien würden zeigen, dass die LehrerInnen den männlichen Schülern
mehr Aufmerksamkeit widmen als den weiblichen. Schulbücher seien
geprägt von der Schilderung traditioneller Rollenbilder und
Wertvorstellungen, Frauen würden dadurch automatisch in die
Klischeevorstellung der Hausfrau und Mutter gedrängt.
Dass die Benachteiligung des weiblichen Geschlechts auch vor den
Universitäten nicht Halt mache, sei hinlänglich bekannt: "Nicht
zufällig gibt es keine einzige Rektorin in ganz Österreich, nur ein
minimaler Prozentsatz der ProfessorInnen (rund sieben Prozent) ist
weiblich, die Einführung der Studiengebühren trifft vor allem
Frauen", zieht Eva Schiessl, Bundesvorsitzende des VSStÖ, Bilanz.
"Angesichts dieser Verhältnisse ist es höchste Zeit, das Ruder selbst
in die Hand zu nehmen. Frauen sichtbar machen - in Gesellschaft und
Politik", so die beteiligten Organisationen. (Schluss) hm/mp
Für Rückfragen und Fotowünsche steht Ihnen der Pressesprecher des
VSStÖ, Dominik Gries, unter 0699 / 101 420 21 gerne zur Verfügung.
Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
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