• 05.03.2002, 15:57:06
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Stellungnahme von Rektor Winckler zu der Schlagzeile in der heutigen "Presse" - "Blutige Nasen und Ohnmächtige: Missstände an Unis eskalieren"

Wien (OTS) - Die heutige Ausgabe der "Presse" (5. März 2002)
offeriert die Schlagzeile "Blutige Nasen und Ohnmächtige: Missstände
an Unis eskalieren", die noch auf Seite eins durch einen Leitartikel
"Schlachtfeld Universität" sowie auf Seite neun durch einen weiteren
Beitrag "Fehlende Klobrillen..." ergänzt wird.

Bereits an dieser Abfolge der Titel wird sichtbar, dass es darum
geht, reißerische Aufmachungen zu finden, denn auf Seite neun wird
dann nur noch von einer blutigen Nase und von einzelnen berichtet,
die kollabierten. Statt über "Schlachtfelder" zu berichten, geht es
dort darum, konkrete Missstände des Lehr- und Prüfungsbetriebs
(Anzahl der Prüfungstermine, überlange Dauer bis zur Ausstellung der
Zeugnisse etc.) aufzuzeigen, an deren Behebung die
Universitätsleitung immer bemüht war und ist.

Die heutige "Presse" will offenbar nicht nur die von der
Aktionsgemeinschaft veröffentlichte Mängelliste wiedergeben, die
letztlich von der Politik wegen schlechter Betreuungsverhältnisse in
vielen Fächern zu verantworten ist. Es geht der "Presse" offenbar um
mehr, nämlich die Universitäten weich zu klopfen. Wahrscheinlich fand
ihre Chefredaktion gestern keinen zwingenden Aufmachtitel und
bauschte, um den Zeitungsabsatz zu Semesterbeginn zu fördern, einen
gerade verfügbaren Bericht aus der Bildungspolitik auf.

Vielleicht will man auch Missstände "eskalieren" lassen, damit am
kommenden Freitag die Bundesregierung die geplante Universitätsreform
als Erlösung von den Missständen - als Erlösung der Universitäten -
präsentieren kann?

Mit verantwortungsvollem Journalismus hat dies alles nichts mehr
zu tun. Stattdessen wird ein Sensationsjournalismus betrieben;
Meldungen auf der ersten Seite werden mit großem Aufschrei auf einen
nicht gegenrecherchierten - weder bei der Universität, noch bei
anderen offiziellen Stellen - Augenzeugenbericht, so Seite neun,
aufgebaut.

Tatsache jedenfalls ist, dass sich der Bericht v.a. auf die
Lehrveranstaltung "Programmiertechnik" bezieht. Hierfür war bei der
persönlichen Anmeldung am 20. Februar keine Hektik nötig, da 270
angebotenen Lehrveranstaltungsplätzen gemäß Anmeldesystem nur 275
Nachfragen gegenüberstanden.

Darüber stellt der Dekan der Fakultät für
Wirtschaftswissenschaften und Informatik, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.
Günter Haring, zu Recht einige Details der Berichterstattung richtig.

(1) Die abgedruckten Fotos sind weder bei uns aufgenommen, noch von
uns fotografiert.

(2) Ferner existiert vor dem Anmeldehörsaal 27 keine Glasflügeltüre.
(3) Schließlich hat es an diesem Termin unseres Wissens nach keine
Verletzten gegeben. Eine Person, die der Ohnmacht nahe war (Grund
unbekannt), wurde von Kollegen und einer Mitarbeiterin betreut.
Weitere Anforderungen eines Sanitätsdienstes erfolgten nicht.

(4) Um ähnliche Vorgänge wie vor zwei Jahren zu vermeiden, bei denen
eine Tür beschädigt, d.h. während der Anmeldung eingetreten wurde,
wurde heuer bereits zum zweiten Mal seitens der Fakultät für
Wirtschaftswissenschaften und Informatik ein privater Wachdienst
organisiert und finanziert.

Weder wurden daher im Anmeldezeitraum Vorfälle mit
Verletzungsfolgen beobachtet noch sind Meldungen darüber dem Institut
für Informatik und Wirtschaftsinformatik bzw. dem Dekanat für
Wirtschaftswissenschaften und Informatik zur Kenntnis gebracht
worden. Von einer "Eskalation" der Missstände kann also keine Rede
sein!

Rückfragehinweis:

Eva Kößlbacher
Zentrum für Forschungsförderung, Drittmittel und Öffentlichkeitsarbeit
Center for Research Funding, Sponsoring and Public Relations
Universität Wien
University of Vienna
Dr. Karl Lueger-Ring 1
A-1010 Wien
Tel.: ++43 1 4277-18181
Fax: ++43 1 4277-9181
http://www.univie.ac.at/public/
mailto:[email protected]

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