Stellungnahme von Rektor Winckler zu der Schlagzeile in der heutigen "Presse" - "Blutige Nasen und Ohnmächtige: Missstände an Unis eskalieren"

Wien (OTS) - Die heutige Ausgabe der "Presse" (5. März 2002) offeriert die Schlagzeile "Blutige Nasen und Ohnmächtige: Missstände an Unis eskalieren", die noch auf Seite eins durch einen Leitartikel "Schlachtfeld Universität" sowie auf Seite neun durch einen weiteren Beitrag "Fehlende Klobrillen..." ergänzt wird.

Bereits an dieser Abfolge der Titel wird sichtbar, dass es darum geht, reißerische Aufmachungen zu finden, denn auf Seite neun wird dann nur noch von einer blutigen Nase und von einzelnen berichtet, die kollabierten. Statt über "Schlachtfelder" zu berichten, geht es dort darum, konkrete Missstände des Lehr- und Prüfungsbetriebs (Anzahl der Prüfungstermine, überlange Dauer bis zur Ausstellung der Zeugnisse etc.) aufzuzeigen, an deren Behebung die Universitätsleitung immer bemüht war und ist.

Die heutige "Presse" will offenbar nicht nur die von der Aktionsgemeinschaft veröffentlichte Mängelliste wiedergeben, die letztlich von der Politik wegen schlechter Betreuungsverhältnisse in vielen Fächern zu verantworten ist. Es geht der "Presse" offenbar um mehr, nämlich die Universitäten weich zu klopfen. Wahrscheinlich fand ihre Chefredaktion gestern keinen zwingenden Aufmachtitel und bauschte, um den Zeitungsabsatz zu Semesterbeginn zu fördern, einen gerade verfügbaren Bericht aus der Bildungspolitik auf.

Vielleicht will man auch Missstände "eskalieren" lassen, damit am kommenden Freitag die Bundesregierung die geplante Universitätsreform als Erlösung von den Missständen - als Erlösung der Universitäten -präsentieren kann?

Mit verantwortungsvollem Journalismus hat dies alles nichts mehr zu tun. Stattdessen wird ein Sensationsjournalismus betrieben; Meldungen auf der ersten Seite werden mit großem Aufschrei auf einen nicht gegenrecherchierten - weder bei der Universität, noch bei anderen offiziellen Stellen - Augenzeugenbericht, so Seite neun, aufgebaut.

Tatsache jedenfalls ist, dass sich der Bericht v.a. auf die Lehrveranstaltung "Programmiertechnik" bezieht. Hierfür war bei der persönlichen Anmeldung am 20. Februar keine Hektik nötig, da 270 angebotenen Lehrveranstaltungsplätzen gemäß Anmeldesystem nur 275 Nachfragen gegenüberstanden.

Darüber stellt der Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Informatik, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Günter Haring, zu Recht einige Details der Berichterstattung richtig.

(1) Die abgedruckten Fotos sind weder bei uns aufgenommen, noch von uns fotografiert.

(2) Ferner existiert vor dem Anmeldehörsaal 27 keine Glasflügeltüre. (3) Schließlich hat es an diesem Termin unseres Wissens nach keine Verletzten gegeben. Eine Person, die der Ohnmacht nahe war (Grund unbekannt), wurde von Kollegen und einer Mitarbeiterin betreut. Weitere Anforderungen eines Sanitätsdienstes erfolgten nicht.

(4) Um ähnliche Vorgänge wie vor zwei Jahren zu vermeiden, bei denen eine Tür beschädigt, d.h. während der Anmeldung eingetreten wurde, wurde heuer bereits zum zweiten Mal seitens der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Informatik ein privater Wachdienst organisiert und finanziert.

Weder wurden daher im Anmeldezeitraum Vorfälle mit Verletzungsfolgen beobachtet noch sind Meldungen darüber dem Institut für Informatik und Wirtschaftsinformatik bzw. dem Dekanat für Wirtschaftswissenschaften und Informatik zur Kenntnis gebracht worden. Von einer "Eskalation" der Missstände kann also keine Rede sein!

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Eva Kößlbacher
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