• 05.03.2002, 12:46:37
  • /
  • OTS0157 OTW0157

Licht und Farbe, Dekoriertes Glas - Renaissance, Barock, Biedermeier

Die Sammlung Rudolf von Strasser, 12. März bis 30. Juni 2002, Kunsthistorisches Museum, Kunstkammer, Säle XIX und XX, http://www.khm.at

Wien (OTS) - Pressekonferenz: Montag, 11. März 2002 um 10.30 Uhr

Eine der letzten bedeutenden, noch privaten Glas-Kollektionen, die
Glassammlung Rudolf von Strasser, wird der Öffentlichkeit zum ersten
Mal komplett vorgestellt. Am 12. März 2002 eröffnet das
Kunsthistorische Museum Wien unter dem Motto "Licht und Farbe.
Dekoriertes Glas -- Renaissance, Barock, Biedermeier" die
Ausstellung, die bis zum 30. Juni zu sehen ist. Die Sammlung Strasser
wird in den Sälen XIX und XX der Kunstkammer ausgestellt, wo sie eine
Ergänzung zu den berühmten Beständen der Kristall- und
Halbedelsteingefäße darstellt.

Die heute rund 400 Gläser umfassende Sammlung wurde in mehr als
fünfzigjähriger Sammlertätigkeit in Europa und den USA
zusammengestellt. Für die Ausstellung ist nunmehr der gesamte Bestand
in einem völlig überarbeiteten und wissenschaftlich erweiterten
Katalog erfaßt worden, der vom Sammler in Zusammenarbeit mit Dr.
Sabine Baumgärtner geschrieben wurde. Jedes Objekt der Sammlung ist
zum Teil mehrfach illustriert und nach dem letzten Stand der
Literatur zugeordnet, wodurch ein neues Standardwerk auf dem Gebiet
der Glasgeschichte geschaffen wurde.

Einer der Schwerpunkte dieser Sammlung liegt im
Renaissance-Bereich, dort, wo die Glaskunst der Venezianer auf das
Interesse mitteleuropäischer Fürsten trifft, die sich dem neuen Stil
der Renaissance und den geistigen Tendenzen des Humanismus
anschlossen. Der hier mit ausgestellte, von Prof. Strasser 1999 dem
Kunsthistorischen Museum geschenkte "Petronellische Willkhumb",
vermutlich ein Geschenk des ungarischen Königs Matthias Corvinus an
den Schloßbesitzer von Petronell, Johannes von Kranichberg (1487),
verkörpert ebenso wie das sogenannte "Puchheim Ziborium" jene sich im

15. und 16. Jahrhundert immer enger gestaltende Beziehung zwischen
mitteleuropäischen Repräsentationsinteressen und venezianischer
Glaskunst.

Einen ebenso breiten Bestand bilden die durch Emailmalerei
dekorierten Gläser, die das allmähliche Entstehen des Bürgertums und
des Standes der Handwerker signalisierten. Böhmische, süddeutsche,
Tiroler und sächsische Hütten übernehmen auch hier die venezianische
Tradition und sind durch frühe Humpen reich vertreten.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die mit dem Rade geschnittenen
Barockgläser. Die sich aus dem Steinschnitt der Renaissance
entwickelnde Glasgravur hat sich insbesondere am Prager und Dresdner
Hof entfaltet. In der Sammlung befindet sich eine von Kaspar Lehmann
gravierte Scheibe, die ebenso wie das Zylinderglas mit dem Urteil des
Paris von Lehmanns Eleven, dem später in Nürnberg berühmt gewordenen
Graveur Georg Schwanhardt d. Ä. geschnitten wurde und zu den
Inkunabeln des Glasschnitts zählt. Andere große Graveure aus Nürnberg
im 17. Jahrhundert sind in der Sammlung ebenso vertreten wie die
bedeutenden Glasschneider aus Böhmen, Schlesien, Thüringen, Sachsen
und Potsdam im 18. Jahrhundert Der Katalog versucht, ihre
individuelle Handschrift festzuhalten.

Die noch an den Steinschnitt der Renaissance anknüpfenden Gläser
mit schlesischem Hochschnittdekor sind eindrucksvolle Repräsentanten
des barocken Lebensstils.
Die Glasdekoration in den Niederlanden, eine der wichtigen
Niederlassungen venezianischer Glaskunst, ist sowohl durch sehr frühe
Gläser als auch durch Arbeiten bekannter Meister des 18. Jahrhunderts
repräsentiert. Die zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Schlesien und
Böhmen vor allem durch Ignaz Preißler vertretene Schwarzlotmalerei
ist durch Arbeiten gekennzeichnet, die direkt aus der Sammlung seines
Mäzens, des Fürsten Kolowrat stammen und gleichfalls Inkunabeln
anzusehen sind.

Im 19. Jahrhundert wird der Schwerpunkt der Sammlung durch
Hauptwerke der beiden prominenten Träger der Transparentmalerei,
Kothgasser und Mohn, gesetzt, die die Tradition der
Porzellandekoration auf Glas zu einem neuen Höhepunkt führen. Auch
die anderen wichtigen Glasschneider des Biedermeier und
Nachbiedermeier sind durch bedeutende Gravuren repräsentiert.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag10 bis 18 Uhr

Katalog
Zur Ausstellung erscheint ein ausführlicher, wissenschaftlich
bearbeiteter Katalog.

Wir bitten Sie höflichst um Mitteilung in Ihrem Medium!

Rückfragehinweis:

Abt. für Öffentlichkeitsarbeit und Presse
Kunsthistorisches Museum
mit MVK und ÖTM
1010 Wien, Burgring 5
Tel.: (+43 1) 525 24/403, 404, 407
Fax: (+43 1) 525 24/371
mailto:[email protected]
http://www.khm.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/NEF/OTS

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel