Qualifizierungsoffensive Instrument für mehr Chancen am Arbeitsmarkt

GBH: Finanzierung durch sofortige Freigabe der Reserven des AMS!

Brunn/Gebirge (GBH/ÖGB). Anlässlich der Beratungen des Bundesvorstandes der Gewerkschaft Bau-Holz zu den explodierenden Arbeitslosenzahlen in Österreich - rund 100.000 Menschen sind allein in den Bau- und Holzbranchen arbeitslos - wurden die Forderungen nach der Umsetzung eines Struktur- und Arbeitsmarktfonds für ArbeitnehmerInnen in der Bauwirtschaft erneuert.++++

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass es insbesondere in der Bauwirtschaft einen deutlichen Strukturwandel gibt. Ausdruck dieses Wandels sind nicht nur der Konzentrationsprozess in der Bauindustrie und die Änderungen in den Auftragsstrukturen, sondern auch die veränderten Anforderungen an das Profil eines Bauarbeiters. Unzureichend ausgebildete ArbeitnehmerInnen haben in der Bauwirtschaft zunehmend Schwierigkeiten, einen adäquaten Arbeitsplatz zu finden.

Johann Driemer, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident: "Die Gewerkschaft Bau-Holz hat als Reaktion auf das lange absehbare Nahen einer Baukrise Ausbildungs- und Qualifizierungskonzepte für den Baubereich ausgearbeitet . Mit dem Struktur- und Arbeitsmarktfonds für Bauarbeiter liegt seit langem ein fertiges Konzept vor - es mangelt nur an der Umsetzung durch die politisch Verantwortlichen."

Ziel des Struktur- und Arbeitsmarktfonds ist es, durch Qualifizierungsmaßnahmen die ArbeitnehmerInnen besser qualitäts- und bedarfsorientiert auszubilden und zielgerichteter zu vermitteln. Der Bundesvorstand der Gewerkschaft Bau-Holz fordert die Bundesregierung deshalb auf, die GBH einzubinden und dieses praxisgerechte Konzept bei der weiteren Ausarbeitung einer Arbeitsstiftung keinesfalls außer Acht zu lassen.

Driemer: "Die Finanzierung eines solchen Struktur- und Arbeitsmarktfonds könnte aus den Überschüssen des AMS garantiert werden - würden diese Überschüsse nicht auch 2002 zur Budgetsanierung abgeschöpft. Um das Dogma Nulldefizit zu erreichen, wird dem AMS im heurigen und im nächsten Jahr rund 2 Milliarden Euro entzogen werden. Nur deshalb kann auf das Explodieren der Arbeitslosenzahlen nicht ausreichend reagiert werden."

Driemer abschließend: "Der Überschuss aus der Arbeitslosenversicherung muss für eine aktive Arbeitsmarktpolitik genutzt werden, wobei insbesondere die Aus- und Weiterbildung sowie die Qualifizierung der ArbeitnehmerInnen im Vordergrund stehen muss. Schluss mit der Aushöhlung der finanziellen Grundlagen des AMS zum Schaden der Arbeitslosen!"

ÖGB, 5. März 2002
Nr. 184

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