ÖGB-Leutner: Arbeitsmarktinitiative dringend notwendig

Ausweitung der Saisoniersregelung wird Situation verschärfen

Wien (ÖGB). "Die Situation ist weiterhin ernst. Angesichts der neuesten Arbeitsmarktzahlen ist Abwarten und auf den nächsten Konjunkturaufschwung hoffen, wie es die Regierung derzeit praktiziert, politisch ungenügend", sieht der Leitende Sekretär des ÖGB, Dr. Richard Leutner, keinen Grund, bei der Arbeitslosigkeit Entwarnung zu geben. Ganz im Gegenteil: Durch die geplante Ausweitung der Saisoniersregelung wird sich die Situation noch verschärfen.++++

Mit einem Anstieg der Arbeitslosen um 38.687 gegenüber dem Jahr zuvor hat sich die dramatische Situation am Arbeitsmarkt keinesfalls entschärft. Besorgniserregend ist vor allem, dass sich das Stellenangebot gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Viertel verringert hat. Leutner: "Das ist auch die Folge der hausgemachten Regierungspolitik. Lediglich angekündigte Maßnahmen schaffen keinen einzigen Arbeitsplatz. Nur auf das Anspringen der Konjunktur zu warten, ist politisch verantwortungslos."

Und genau in dieser Situation will die Regierung die Saisoniersregelung noch auf alle Branchen ausweiten und neue wochenpendler ins Land holen. Leutner: "Damit werden für die Wirtschaft 'billige und rechtlose Arbeitskräfte' ins Land geholt, die Arbeitslosigkeit hingegen wird steigen."

Der ÖGB fordert daher neuerlich die Verbesserung der beruflichen Qualifikation durch die Verankerung eines Rechtsanspruches auf Weiterbildung für Arbeitslose, den Einsatz zusätzlicher Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik sowie das tatsächliche Vorziehen von Infrastrukturinvestitionen.(ff)

ÖGB, 5. März 2002
Nr. 180

Der ÖGB unterstützt das Volksbegehren "Sozialstaat Österreich" vom 3. bis 10. April 2002. Machen Sie mit! Jede Stimme zählt.

Rückfragen & Kontakt:

Franz Fischill
Tel. (++43-1) 534 44/510 DW oder 0699-1942 08 74
Fax.: (++43-1) 533 52 93

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB