- 02.03.2002, 18:50:19
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"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Absage ans Monumentale
Ausgabe vom 03.03.2002
Auffallend ist einmal, dass sich LH Haider einigermaßen bedeckt hält.
Zur Tatsache, dass Rot und Schwarz im Klagenfurter Gemeinderat die
Wörthersee-Arena abgeschmettert haben, meinte der Landeshauptmann (in
einem ORF-Interview) vergleichsweise moderat, damit falle kein
Ruhmesblatt auf die Stadt. Mag sein, dass Haider auf diese Weise vom
holprig, unausgegoren erfolgten Vorbereitungsprozess der städtischen
Freiheitlichen ablenken möchte. FP-Vizebürgermeister Mario Canori hat
sich im Abseits verfangen. Es ist ihm nicht gelungen, SP und VP zu
überdribbeln. Seine Präsentation des Gesamtprojekts war zwar
plakativ. Aber eben auch nur ein Husch-Pfusch-Akt.
Man bedenke: Die nördlich von Minimundus vorgesehen gewesene
Wörthersee-Arena hätte den klotzigen ÖDK-Bau deutlich überragt. Das
inkludierte Hotel wäre an die 70 Meter (!) in den Himmel gewachsen -
inakzeptabel monströser Betonpfahl im lieblichen Fleisch des
Klagenfurter Stadt- und Weichbildes.
Gewiss: Vielen Sportfans ist die Errichtung eines Stadion- und
Hotelmolochs wichtiger als eine behutsam vorgetragene städtebauliche
Dimension. In aktuellen Zeitungskommentaren werden Stadtpolitiker mit
Platzverweis bedroht. Die KTZ-Sportredaktion beispielsweise
formulierte ihre Verbitterung über den "Zusammenbruch" der
Wörthersee-Arena, ihren Zorn über angeblichen Wortbruch involvierter
Kommunalpolitiker besonders scharf. Andererseits schätzt sich ein
Großteil der Bevölkerung glücklich, den Europapark, dieses
landschaftsarchitektonische Schmuckstück, vor weiterer Einschnürung
nunmehr verschont zu wissen.
Arena plus Riesenhotel und Einkaufszentrum sind nicht nur aus
gesamtstädtischer Perspektive heraus abzulehnen. Ein derart
"brutaler" Komplex würde der Erholungszone Europapark praktisch das
Aus bescheren. Weitere Autowüsten, Zufahrtssysteme, Abgas- und
Lärmterror wären jedenfalls - im Verein mit einer am Strandbad
klebenden, hässlichen Großbühne alles andere denn Glanzlichter für
den schönen Naturraum Klagenfurt-See.
Bleibt zu sagen: Eine tolle Sportstätte zu bauen, täte dem Land gut,
ist - vor dem Hintergrund der gegebenen Fußball-EM-Chance bekanntlich
unabdingbar. An Ideen mangelt es keineswegs. Das zerbröckelnde
Waidmannsdorfer Stadion zu schleifen und an seiner Stelle etwas
Neues, aber nicht maßlos Hypertrophes zu schaffen, scheint nicht die
schlechteste Variante zu sein. Der Schlusspfiff im Entscheidungsmatch
ertönt in wenigen Tagen, am 27. März. Viel Zeit für letzte
Gelegenheiten, im Parteienkarussell über Entschlossenheit hinaus
Geschlossenheit zu zeigen, bleibt also nicht.
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