• 02.03.2002, 13:09:06
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  • OTS0026 OTW0026

Dichtung und Wahrheit am Beispiel "Abgabe des Krankenhauses Bludenz"

Bludenz (OTS) - Aus dem Rathaus der Stadt Bludenz ist zu
vernehmen, dass die Verhandlungen der Stadt mit dem Land Vorarlberg
bezüglich Abgabe des Krankenhauses Bludenz bestens verlaufen seien,
Ende März abgeschlossen würden und damit die qualitativ hochwertige
medizinische Versorgung des Bezirkes Bludenz gesichert sei.

Demg egenüber steht die Realität, der sich das Bludenzer
Verhandlungsteam nicht entziehen kann und die auf jeden Bürger des
Bezirkes zukommt:

- Die Vorstellungen der Stadt bezüglich Kaufpreis liegen bei rund
6,3 Mio. Euro, ohne jede weitere Beteiligung der Stadt am
Selbstbehalt als Standortgemeinde. Das Land spricht hingegen von
einem "Ablösebetrag" in der Höhe von ca. 2,5 Mio Euro mit Beteiligung
der Stadt am Abgang in der Höhe von 14 Prozent, in Form eines
Selbstbehaltes!

- Die Stadt Bludenz will, entsprechend der Bedeutung des größten
Vorarlberger Bezirkes, die "erweiterte Grundversorgung" beibehalten
wissen. Das Land strebt hingegen das Ziel des ÖKAP 2005
(Österreichischer Krankenanstaltenplan) an, der eine Reduktion der
bestehenden Angebotspalette mit sich bringt.

- Es mag ein Zufall sein, dass gerade die gemeindeeigenen
Krankenhäuser Vorarlbergs (Dornbirn, Hohenems und Bludenz) von der
leistungsorientierten Krankenhausfinanzierung (LKF) am meisten
profitierten. Es ist aber mit Sicherheit kein Zufall, dass die
Kostenstruktur des Bludenzer Krankenhauses zu den günstigsten des
Landes zählt und damit der "Moloch" Vorarlberger Krankenhaus -
Betriebsgesellschaft (KHBG) in arge Verlegenheit gekommen ist!

- Das Land sitzt zwar am Verhandlungstisch, ist aber seit über
einem Jahr nicht mehr Rechtsträger der so genannten Landesspitäler.
Die Rechtsträgerschaft ist der KHBG übertragen worden!

- Was passiert mit dem Pflegeheim? Diese Problematik ist noch nicht
einmal angesprochen worden!

- Bürgermeister Kraft und seine Verhandlungspartner vom Land werden
nicht müde, immer darauf zu verweisen, dass kein Mitarbeiter
gekündigt werde. In welchen Bereichen werden jedoch jene Mitarbeiter
des Wirtschaftszweiges eingesetzt werden, deren Arbeitsplätze den von
Dir. Patsch angekündigten "Synergieeffekten" zum Opfer fallen werden?

Angesichts derart unterschiedlicher Positionen kann man an ein Ende
der Verhandlungen Ende März 2002 nur dann glauben, wenn einer der
beteiligten Partner seine Position aufgibt. Man kann gespannt sein,
welcher Partner über die Klinge springt!

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS

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