Lackner: Ambulanzgebühr sorgt für neuerlichen Skandal

Auch PatientInnen aus Pflegeheimen und Geriatriezentren werden zur Kasse gebeten

Wien (SK) Als "Skandal" bezeichnete SPÖ-Gesundheitssprecher Manfred Lackner, dass nun auch Ambulanzgebühren für PatientInnen aus Pflegeheimen und Geriatriezentren eingehoben werden. "Hier werden die Schwächsten der Gesellschaft bestraft, nämlich jene PatientInnnen, die durch ein langfristiges Leiden ohnehin in ärztlicher Betreuung sind. Für notwendige Untersuchungen in einem Krankenhaus werden sie nun auch noch kräftig zur Kasse gebeten", so Lackner am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Die Ambulanzgebühr sei eine "reine Krankensteuer", sie ebne den Weg für eine Zwei-Klassen-Medizin "und muss ersatzlos gestrichen werden". ****

Es gebe eine ausreichende Zahl an Beispielen für die unsoziale Verrechnung der Ambulanzgebühr an sozial Schwache und chronisch Kranke. Wenn Pflegeheim-PatientInnen stürzen und ins Unfall-Krankenhaus eingeliefert werden, fallen trotz stationärer Aufnahme für sämtliche Gipskontrollen im Nachhinein Ambulanzgebühren an, betonte Lackner. Auch KrebspatientInnen aus Geriatriezentren müssen für jede Tumor-Untersuchung im Krankenhaus Ambulanzgebühr entrichten. "Die PatientInnen der öffentliche Pflegeheime gehören großteils zu den sozial Schwächeren der Gesellschaft", so der SPÖ-Abgeordnete, "dass sie derart schikaniert werden, ist schlicht skandalös."

Der vielzitierte "Lenkungseffekt der Ambulanzgebühren" werde in diesem Fall vollkommen ad absurdum geführt, erklärte Lackner. "Wohin sollen sich denn die Krebs-PatientInnen aus Pflegeheimen für eine Behandlung wenden, wenn nicht an ein Krankenhaus?" Da sie anschließend wieder in die Betreuung des Heimes entlassen würden, falle die Ambulanzgebühr für jeden Spitalsbesuch an. Es zeige sich hier wieder, so der SPÖ-Abgeordnete, dass die Ambulanzgebühr eine reine Krankensteuer sei und den Weg für eine Zwei-Klassen-Medizin ebne. Diese erneute Gesetzeslücke mache deutlich, dass das "Pfusch-Gesetz" zur Ambulanzgebühr reif für die Abschaffung sei. Die Ambulanzgebühr habe bisher überdies keine finanzielle Entlastung des Gesundheitssystems bewirkt, sondern die Kassen durch die Administration nur noch mehr Geld gekostet, so Lackner abschließend. (Schluss) wf/mm

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