- 01.03.2002, 10:08:58
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Lackner: Ambulanzgebühr sorgt für neuerlichen Skandal
Auch PatientInnen aus Pflegeheimen und Geriatriezentren werden zur Kasse gebeten
Wien (SK) Als "Skandal" bezeichnete SPÖ-Gesundheitssprecher Manfred
Lackner, dass nun auch Ambulanzgebühren für PatientInnen aus
Pflegeheimen und Geriatriezentren eingehoben werden. "Hier werden die
Schwächsten der Gesellschaft bestraft, nämlich jene PatientInnnen,
die durch ein langfristiges Leiden ohnehin in ärztlicher Betreuung
sind. Für notwendige Untersuchungen in einem Krankenhaus werden sie
nun auch noch kräftig zur Kasse gebeten", so Lackner am Freitag
gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Die Ambulanzgebühr sei eine "reine
Krankensteuer", sie ebne den Weg für eine Zwei-Klassen-Medizin "und
muss ersatzlos gestrichen werden". ****
Es gebe eine ausreichende Zahl an Beispielen für die unsoziale
Verrechnung der Ambulanzgebühr an sozial Schwache und chronisch
Kranke. Wenn Pflegeheim-PatientInnen stürzen und ins
Unfall-Krankenhaus eingeliefert werden, fallen trotz stationärer
Aufnahme für sämtliche Gipskontrollen im Nachhinein Ambulanzgebühren
an, betonte Lackner. Auch KrebspatientInnen aus Geriatriezentren
müssen für jede Tumor-Untersuchung im Krankenhaus Ambulanzgebühr
entrichten. "Die PatientInnen der öffentliche Pflegeheime gehören
großteils zu den sozial Schwächeren der Gesellschaft", so der
SPÖ-Abgeordnete, "dass sie derart schikaniert werden, ist schlicht
skandalös."
Der vielzitierte "Lenkungseffekt der Ambulanzgebühren" werde in
diesem Fall vollkommen ad absurdum geführt, erklärte Lackner. "Wohin
sollen sich denn die Krebs-PatientInnen aus Pflegeheimen für eine
Behandlung wenden, wenn nicht an ein Krankenhaus?" Da sie
anschließend wieder in die Betreuung des Heimes entlassen würden,
falle die Ambulanzgebühr für jeden Spitalsbesuch an. Es zeige sich
hier wieder, so der SPÖ-Abgeordnete, dass die Ambulanzgebühr eine
reine Krankensteuer sei und den Weg für eine Zwei-Klassen-Medizin
ebne. Diese erneute Gesetzeslücke mache deutlich, dass das
"Pfusch-Gesetz" zur Ambulanzgebühr reif für die Abschaffung sei. Die
Ambulanzgebühr habe bisher überdies keine finanzielle Entlastung des
Gesundheitssystems bewirkt, sondern die Kassen durch die
Administration nur noch mehr Geld gekostet, so Lackner abschließend.
(Schluss) wf/mm
Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (01) 53427-275
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