"profil": Wessely-Enkel plant Filmdokumentation über seine Großmutter

Paula Wesselys Tagebücher aus der NS-Zeit sollen erstmals öffentlich gemacht werden

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazins "profil" in siner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, kündigt Sascha Bigler, der in Los Angeles lebende Enkel Paula Wesselys, eine große Dokumentation über die vor zwei Jahren verstorbene österreichische Schauspielerin an. Bigler, Filmregisseur und Sohn von Christiane Hörbiger, über sein Projekt: "Ich arbeite an einer Dokumentation, die nicht den Mythos der Paula aufspüren soll, sondern die Frage stellt: 'Wer war diese Frau?'" Für diese Aufarbeitung sollen erstmals auch Tagebücher der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, die Paula Wessely, "Staatsschauspielerin" im Dritten Reich, während der NS-Zeit geführt hat.

Laut Bigler stehe die gesamte Familie hinter dem Projekt. Er selbst, so der Regisseur gegenüber "profil", habe von Paula Wessely nie Auskunft über ihre Rolle in der NS-Filmindustrie bekommen. Bigler:
"Einerseits agierte sie im Film brav als Babymaschine am Herd, ganz im Sinn der NS-Ideologie. Anderseits lebte sie ihr eigenes Leben sehr emanzipiert. Bezüglich ihrer Rolle als Propaganda-Aushängeschild habe ich von ihr aber nie Antworten bekommen." In seinem Film solle "dieses Prinzip des Mitlaufens und der Verdrängung untersucht werden".

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502

"profil"-Redaktion

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO/OTS