WIENERIN: Frauen in der Bioethikkommission fordern die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID)

Mitglieder der Bioethikkommission kritisieren den Einfluss der Kirchen und die gegenwärtige Gesetzeslage in Sachen Biomedizin.

Wien (OTS) - Wie Österreichs größtes Frauenmagazin WIENERIN in seiner Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet, fordern zwei weibliche Mitglieder der österreichischen Bioethikkommission die Zulassung der sogenannten Präimplantationsdiagnostik (PID) in Österreich. Die PID, mit der es möglich ist Embryonen vor ihrer Implantierung in die Gebärmutter genetisch zu testen, ist in Österreich derzeit verboten.

Kritiker fürchten, die Präimplantationsdiagnostik könnte als erster Schritt zum "Menschen nach Mass" missbraucht werden. In der WIENERIN sprechen sich die Molekularbiologin Christine Mannhalter und die Biochemikerin Renee Schröder für die Zulassung der PID unter bestimmten Vorraussetzungen aus. Schröder wünscht sich die Diagnosemethode "für jene Frauen, denen man damit belastende Abtreibungen ersparen kann."

Christine Mannhalter tritt neben der PID, auch für die Zulassung der Embryonenforschung ein: "Ich glaube nicht, dass es irgendjemand hilft, wenn man die, nach In-vitro-Fertilisation bereits vorhandenen, überzähligen Embryonen in den Abfallkübel wirft oder unbegrenzt lange einfriert."

Renee Schröder, Trägerin des L´Oreal-Forschungspreises "For Women in Science", kritisiert in der WIENERIN auch die geringe Anzahl der weiblichen Kommissionsmitglieder, und den Einfluss der Kirchen: "Wenn man sich ansieht wie viele Mitglieder in der Kommission religiös vorgebildet sind, dann wird klar, dass die Kirchen hier mehr Stimmen haben als die Frauen. Diesen Einfluss finde ich schlimm, denn die Leiden der Frauen sind der Kirche kein Anliegen."

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