- 21.02.2002, 11:26:01
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Weltneuheit gegen Vorhofflimmern aus Graz
ARC Seibersdorf research-Medizintechnik entwickelt Software für EKG-Geräte
Seibersdorf/Graz (OTS) - Der Bereich Medizintechnik von ARC
Seibersdorf research hat eine weltweit einzigartige Software für
EKG-Geräte zur Früherkennung von bevorstehendem Vorhofflimmern
entwickelt. Herz-Patienten und Ärzte bekommen dadurch bessere
Therapiemöglichkeiten. Weiters wird die Auswahl von
Herzschrittmachern erleichtert und das Risiko für Nachwirkungen
chirurgischer Herzeingriffe verringert. Die Universitätsklinik in
Graz unterzieht die Software einer Studie, Hersteller von
medizinischen Geräten haben bereits jetzt reges Interesse an der
Entwicklung.
Vorhofflimmern ist eine ernstzunehmende und relativ häufige
Krankheit des Herzens. Es kann plötzlich auftreten und bis zum
Schlaganfall und zu Herzversagen führen. Über ein Drittel aller
herzrhythmus-bedingten Krankenhauseinweisungen entfallen auf
Vorhofflimmern, das sind in Österreich pro Jahr mehrere Tausend
Patienten. Mit den zur Zeit eingesetzten Geräten kann Vorhofflimmern
jedoch schlecht vorhergesagt werden: Die zur Zeit eingesetzten
Langzeit-EKGs haben eine schlechte Empfindlichkeit gegenüber
Vorhofflimmern und liefern daher nur sehr ungenaue Diagnosen.
Implantierbare Geräte, sogenannte Loop-Recorder, sind zwar qualitativ
besser, jedoch extrem teuer. Diese medizintechnischen Probleme
erschweren es behandelnden Ärzten, die passende Therapie zu finden.
Vollautomatische EKG-Analyse schafft Abhilfe
Mit der Entwicklung einer speziellen Diagnose-Software für
EKG-Geräte hat jetzt ein Forscherteam um Günter Schreier vom
Geschäftsfeld Biosignalverarbeitung und Telemonitoring von
Seibersdorf research mit Standort in Graz eine Lösung für dieses
Problem erarbeitet. Die Software hat gegenüber ähnlichen
Entwicklungen in anderen Ländern die höchste Vorhersage-Genauigkeit
des Vorhofflimmerns und ist damit in ihrer Art weltweit einzigartig.
Mit der Grazer Software konnte der höchste Prozentsatz der richtig
diagnostizierten Patienten erreicht werden. Das neue
Diagnoseinstrument, technisch gesehen ein Algorithmus, führt eine
computerisierte, vollautomatische EKG-Analyse durch. Die Auswertung
kann sowohl online, also während der EKG-Aufzeichnung - in Zukunft
auch sogar innerhalb eines Herzschrittmachers -, oder offline, das
heißt nach der Aufzeichnung, erstellt werden.
Wettbewerbssieger zieht bereits Industrieinteresse auf sich
Die medizintechnische Entwicklung erregte international bereits
Aufsehen, so gewann das Grazer Forscherteam um Günter Schreier den
internationalen Wettbewerb "Computers in Cardiology Challenge 2001".
Die Grazer setzten sich damit gegen Universitäten,
Forschungsinstitute und Firmen durch, darunter so bekannte Namen wie
Harvard-MIT Division of Health Sciences and Technology, Cornell
University und Guidant Corporation.
Mehrere internationale Hersteller medizinischer Geräte, wie
Herzschrittmacher, implantierbare Defibrillatoren und
Langzeit-EKG-Analysegeräte, haben bereits ihr Interesse an der
industriellen Verwertung bekundet.
Vorerst wird die Software in einer klinischen Studie an der
Klinischen Abteilung für Kardiologie der Medizinischen
Universitätsklinik Graz unter der Leitung von Dr. Brigitte Rotman
getestet. Diese soll klären, in welchem Ausmaß sich mithilfe der neu
entwickelten Methode die Effizienz von Langzeit-EKG-Untersuchungen
zur Erkennung von Vorhofflimmern steigern lässt.
Diagnose und Therapie werden stark verbessert
Kardiologen versprechen sich von der neuen Software eine Reihe von
Vorteilen für die Diagnose des Vorhofflimmerns und der Abstimmung
entsprechender Therapien.
- So wird das im Langzeit-EKG derzeit nur schlecht erfassbare
intermittierende, also zeitweilig aussetzende, Vorhofflimmern
leichter erkannt werden, wodurch die Therapie wesentlich früher
angesetzt und damit das Schlaganfallrisiko verringert werden kann.
- Die Auswahl des passenden Herzschrittmachers oder
Defibrillatorimplantates mit Präventiv-Funktion gegen
Vorhofflimmern wird erleichtert, Komplikationen können vermieden
werden.
- Therapien gegen das Vorhofflimmern können vor herzchirurgischen
Eingriffen rechtzeitig ansetzen und somit die Gefahr des
postoperativen Vorhofflimmerns, verbunden meist mit einem
längerem Intensivaufenthalt des Patienten, stark verringern.
ARC Seibersdorf research forciert Medizintechnik
Der Grazer Standort der ARC Seibersdorf research GmbH, das
Geschäftsfeld Biosignalverarbeitung und Telemonitoring, wurde Ende
2000 gegründet, um Günter Schreier und seinem Forscherteam die
Möglichkeit zur Entwicklung seiner Software-Idee zu geben.
Mit seinen Standorten in Graz, Wr. Neustadt und Linz verfügt die
ARC Seibersdorf research GmbH, größtes Tochterunternehmen der
Austrian Research Centers, über breit angelegte Kompetenzen und
langjährige Erfahrungen in der Medizin- und Rehabilitationstechnik.
Diese Kompetenzen wurden ab Beginn 2002 auch organisatorisch im neuen
Geschäftsbereich Medizintechnik gebündelt, um so noch besser den
Marktanforderungen gerecht zu werden und dem Gesundheitssystem immer
wichtiger werdende medizintechnische Innovationen anbieten zu können.
Rückfragehinweis:
Wolfgang Renner
Austrian Research Centers
corporate communications
A-2444 Seibersdorf
Tel.: 050550/2046
mailto:[email protected]
Mag. Roman Tronner
communication matters
Kolschitzkygasse 15/14
A-1040 Wien
Tel.: 01/503-23-03
mailto:[email protected]
DI Dr. Günter Schreier
ARC Seibersdorf research GmbH
Biosignal Processing and Telemonitoring
Grottenhofstrasse 3
A-8053 Graz
Tel.: +43 (0)316 265 156
Fax: +43 (0)316 265 155
mailto:[email protected]
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