Sima begrüßt litauisches Bekenntnis zur Schließung des AKW Ignalina

"Atomausstieg in Beitrittsländern nur mit EU-Finanzspritze möglich"

Wien (SK) "Optimistisch" zeigte sich SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima in Sachen AKW Ignalina nach dem gestrigen Gespräch mit einer Delegation von litauischen Parlamentariern. "Die Abgeordneten haben dabei das klare litauische Bekenntnis bekräftigt, Ignalina - das vom Tschernobyl-Typ RBMK 1500 und laut EU nicht nachrüstbar ist - zu schließen", erläuterte Sima. Im Zuge der EU-Beitrittsverhandlungen wurde für Block 1 das Jahr 2005 festgelegt, die EU unterstütze den Ausstieg aus der Nuklearenergie, von der Litauen zu über 80 Prozent abhängig ist auch finanziell. "Der von allen Seiten geforderte Atomausstieg ist in den Beitrittsländern nur mit einer kräftigen EU-Finanzspritze möglich", betont Sima am Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Das AKW Ignalina zählt - so wie das bulgarische AKW Kosloduj und das slowakische Bohunice - laut Agenda 2000 zu den sogenannten Hochrisikoreaktoren, die so rasch als möglich stillgelegt werden müssten. Was den zweiten Block des AKW Ignalina in Litauen betrifft, so steht laut Sima zwar bedauerlicherweise noch kein konkretes Schließungs-Datum fest, dennoch sei unbestritten, dass die litauische Regierung auch den zweiten Block vom Netz nehmen werde. "Man muss sich in der Causa Ignalina auch zahlreiche soziale Aspekte vergegenwärtigen. So wurde um den Standort Ignalina eine ganze Stadt neu errichtet, es leben dort rund 6.000 Beschäftigte. Der geplante Atomausstieg ist daher in der Folge mit hoher Arbeitslosigkeit verbunden", gab Sima zu bedenken. Zudem exportiere Litauen sieben bis acht Millionen Gigawatt Strom an die Nachbarländer, die somit auch unmittelbar vom Ende des AKW Ignalina betroffen sein würden.

Die Abhängigkeit von Atomstrom sei in keinem anderen Land so groß wie in Litauen - sie beträgt 83,4 Prozent. Es sei daher nachvollziehbar, dass ein Atomausstieg nicht von heute auf morgen über die Bühne gehen könne. Vorerst habe die EU 400 Millionen Euro an finanzieller Unterstützung in technischer Hinsicht zugesagt, für soziale Folgekosten, Endlagerung, Entsorgung oder Alternativen zur Atomenergie gebe es jedoch noch keine Vereinbarungen. "Die Kooperation zwischen Litauen und der Europäischen Union in Sachen Atom-Ausstieg sollte auch Vorbild für Tschechien und die Diskussion um das pannengeplagte AKW Temelin sein. Die EU ist auch hier gefordert, endlich konkrete Ausstiegsgespräche zu führen und Tschechien finanzielle Hilfe anzubieten", unterstrich Sima abschließend. (Schluss) hm/mm

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