- 21.02.2002, 11:07:28
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Sima begrüßt litauisches Bekenntnis zur Schließung des AKW Ignalina
"Atomausstieg in Beitrittsländern nur mit EU-Finanzspritze möglich"
Wien (SK) "Optimistisch" zeigte sich SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima
in Sachen AKW Ignalina nach dem gestrigen Gespräch mit einer
Delegation von litauischen Parlamentariern. "Die Abgeordneten haben
dabei das klare litauische Bekenntnis bekräftigt, Ignalina - das vom
Tschernobyl-Typ RBMK 1500 und laut EU nicht nachrüstbar ist - zu
schließen", erläuterte Sima. Im Zuge der EU-Beitrittsverhandlungen
wurde für Block 1 das Jahr 2005 festgelegt, die EU unterstütze den
Ausstieg aus der Nuklearenergie, von der Litauen zu über 80 Prozent
abhängig ist auch finanziell. "Der von allen Seiten geforderte
Atomausstieg ist in den Beitrittsländern nur mit einer kräftigen
EU-Finanzspritze möglich", betont Sima am Donnerstag gegenüber dem
Pressedienst der SPÖ. ****
Das AKW Ignalina zählt - so wie das bulgarische AKW Kosloduj und das
slowakische Bohunice - laut Agenda 2000 zu den sogenannten
Hochrisikoreaktoren, die so rasch als möglich stillgelegt werden
müssten. Was den zweiten Block des AKW Ignalina in Litauen betrifft,
so steht laut Sima zwar bedauerlicherweise noch kein konkretes
Schließungs-Datum fest, dennoch sei unbestritten, dass die
litauische Regierung auch den zweiten Block vom Netz nehmen werde.
"Man muss sich in der Causa Ignalina auch zahlreiche soziale Aspekte
vergegenwärtigen. So wurde um den Standort Ignalina eine ganze Stadt
neu errichtet, es leben dort rund 6.000 Beschäftigte. Der geplante
Atomausstieg ist daher in der Folge mit hoher Arbeitslosigkeit
verbunden", gab Sima zu bedenken. Zudem exportiere Litauen sieben bis
acht Millionen Gigawatt Strom an die Nachbarländer, die somit auch
unmittelbar vom Ende des AKW Ignalina betroffen sein würden.
Die Abhängigkeit von Atomstrom sei in keinem anderen Land so groß wie
in Litauen - sie beträgt 83,4 Prozent. Es sei daher nachvollziehbar,
dass ein Atomausstieg nicht von heute auf morgen über die Bühne gehen
könne. Vorerst habe die EU 400 Millionen Euro an finanzieller
Unterstützung in technischer Hinsicht zugesagt, für soziale
Folgekosten, Endlagerung, Entsorgung oder Alternativen zur
Atomenergie gebe es jedoch noch keine Vereinbarungen. "Die
Kooperation zwischen Litauen und der Europäischen Union in Sachen
Atom-Ausstieg sollte auch Vorbild für Tschechien und die Diskussion
um das pannengeplagte AKW Temelin sein. Die EU ist auch hier
gefordert, endlich konkrete Ausstiegsgespräche zu führen und
Tschechien finanzielle Hilfe anzubieten", unterstrich Sima
abschließend. (Schluss) hm/mm
Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: (01) 53427-275
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