- 21.02.2002, 09:48:37
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ÖAMTC-Sommerreifentest 2002: Hersteller punkten mit "schwarzer Magie"=
Gleich fünf "besonders empfehlenswert" bei Standardreifen, vier bei Breitreifen unter 40 getesteten Pneus
Wien (ÖAMTC-Presse) - Tödliche Unfälle verursacht durch
Reifenschäden werden Dank fortschrittlicherer Technologien immer
seltener beklagt. "Dass der 'schwarzen Magie' rund um die
Reifenherstellung und den Reifentests große Bedeutung zukommt, liegt
damit auf der Hand", sagt ÖAMTC-Reifenexperte Willy Matzke.
Beim Sommerreifentest 2002 des Clubs und seiner Partner aus dem
Konsumentenbereich wurden diesmal 21 Standardreifen mit der Dimension
175/65R14 auf kleineren Fahrzeugen und 19 Breitreifen mit der
Dimension 195/60R15 auf stärkeren Autos mit höherem Gewicht von den
Experten unter die Lupe genommen. Die Reifen mussten auf trockener
und nasser Fahrbahn bestehen. Komfort, Außengeräusch, Rollwiderstand
und Verschleiß vervollständigten dabei die Testkriterien. Bei den
Reifentests wurden außerdem sämtliche elektronische Hilfen von ABS
bis ESP mitgeprüft, praxisgerecht wie im Alltag. Und notwendig, weil
manche Reifen die Elektronik so abtäuschen können, dass sie gar nicht
funktioniert.
Ein "besonders empfehlenswert" konnten bei den Standardgrößen
Firestone F 590 FS, Bridgestone B 330 EVO, Pirelli P 3000 Energy, der
neue Uniroyal Rallye 680, ein echter Regenreifen als Nässesieger
sowie der Hankook K 701 aus Korea einheimsen, weil die bisherige
Schwäche im Verschleiß wettgemacht wurde. Bei Breitreifen heißen die
Testsieger Continental PremiumContact, Bridgestone Turanza ER 70, der
neue Pirelli P 6 und der Uniroyal Rallye 540. "Die besten
'Allrounder' zählen zwar nicht zu den billigsten Reifen auf dem
Markt, werden aber von rund einer Million Käufer pro Jahr in
Österreich gewählt", weiß Matzke aus der Praxis.
Ein "empfehlenswert" gab es für die Reifen, die Schwächen auf
Nässe gezeigt haben, also kaum beim früher so gefürchteten
Aquaplaning, sondern beim Nässehandling und schlimmer noch beim
Bremsen auf Nässe. Bei Standardreifen gehören in diese Kategorie der
Conti EcoContact EP, Goodyear GT 3 (einziger echter Spritsparer mit
Schwächen im Aquaplaning), Michelin Energy XT1 (Nässeprobleme), der
Semperit Sport Life (Minus beim Nassbremsen) und der Vredestein
T-Trac. Die empfehlenswerten Reifen in der Standardklasse sind gut
und preiswert, allerdings schwächer bei Nässe, nur der Marangoni Trio
schwimmt auch im Trockenen etwas herum.
Bei Breitreifen ist auch der Michelin XH1 nicht ganz oben
gelandet, weil er bei Nässe besser sein könnte. "Eduard Michelin
lässt jetzt eine neue Nässeprüfstrecke bauen und in dieses Projekt
fließt auch das Know-how des Clubs. Der Michelin besticht aber durch
geringsten Rollwiderstand und leisestes Außengeräusch", kommentiert
Matzke die passable Bewertung. "Mit etwas besseren Werten beim
Nassbremsen wäre der neue Semperit Speed Comfort fast der absolute
Testsieger, bei Trockenheit ist er besser als der Conti, ist sogar
leiser und damit eindeutig komfortabler. Für preisbewusste Käufer
sicher die richtige Wahl", wie der Reifenexperte bestätigt. "Unter
den Breiten stünde der Toyo Roadpro R 610 viel besser da, wäre er ein
optimaler Bremser bei Nässe. Die Spitzenwerte beim Aquaplaning weisen
auf eine sehr gute Konstruktion, allerdings mit einer Gummimischung,
die nachgebessert werden sollte", sagt Matzke. Noch stärker trifft
das auf den Fulda Carat Attiro zu, der sich als absolut Bester im
Aquaplaning hervortun konnte.
Bei den "bedingt empfehlenswerten" Reifen ist Vorsicht geboten.
Von Nokian hört man, dass die Gummimischung des Laufstreifens bereits
verändert worden sei. Der Yokohama S 306 präsentierte sich auf
trockener Fahrbahn top, bei Nässe konnte der Reifen aber nicht
überzeugen . Doch die Japaner kämpfen um den Anschluss und sind mit
Conti zusammengerückt. Ob Yokohama im nächsten Winter, besser wird,
darauf gibt es im Oktober eine Antwort.
"Die ständige Anpassung der Hürden nach oben hin bei den
Reifentests, lässt allerdings einen Vergleich mit diesem neuesten
Testdurchgang und früheren nur bedingt zu", hält Matzke fest. Beim
jüngsten Sommerreifentest wurden zwei grundsätzliche
Entwicklungsgrößen getestet, deren Ergebnisse auch stellvertretend
für andere Reifengrößen gesehen werden können.
Für den Kauf neuer Sommerreifen kann schon jetzt die Entscheidung
gefällt werden. Für den Wechsel der Winterreifen auf Sommerreifen
empfiehlt sich aber erst die Osterzeit. Denn eine Faustregel besagt,
dass man von O bis O, also von Oktober bis Ostern mit Winterreifen
sicherer unterwegs ist. Erst zu Ostern kann davon ausgegangen werden,
dass die Temperaturen auch in der Nacht nicht mehr unter zehn Grad
Celsius abfallen. Der ÖAMTC-Reifenexperte spricht von der
zusätzlichen Sicherheitsformel 4 x 4 x 4: Vier gleiche Reifen, die
nicht länger als vier Jahre gefahren wurden und mindestens vier
Millimeter Profil aufweisen.
Aviso an die Redaktionen:
Grafiken und Fotos zum Sommerreifentest finden Sie auf der
ÖAMTC-Homepage unter www.oeamtc.at/presse.
(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Sabine Fichtinger
Rückfragehinweis: ÖAMTC Pressestelle
Tel.: (01) 711 99-1218
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