• 20.02.2002, 19:39:12
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"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Zahme Opposition" (Von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 21. Februar 2002

Graz (OTS) - Man stelle sich vor, Jörg Haider bräuchte überhaupt
keine Rücksicht zu nehmen und könnte ohne jede Hemmung Opposition
machen: Eine Regierung, die wie die gegenwärtige gebeutelt wird,
wäre vermutlich schon gestürzt.

Insofern darf die schwarz-blaue Koalition mit der rot-grünen
Opposition recht zufrieden sein.

Der Professor landete zwar einen Volltreffer, als er nach
Bekanntwerden der Reise zu Saddam meinte, nun sei Haider vollkommen
"durchgeknallt", doch dann überließ Alexander Van der Bellen das
Feld seiner Stellvertreterin Madeleine Petrovic. Sie sollte noch zu
ein paar Fernsehauftritten kommen, bevor sie in die Provinz
abgeschoben wird.

Alfred Gusenbauer schwieg überhaupt. Er machte Schiurlaub am
Arlberg. Die Amazonen in der Parteizentrale wirkten wie gewohnt
hilflos, während Klubobmann Josef Cap immerhin Witze über "Bin weg"-
Haider und die "Generalnullmacht" der Vizekanzlerin einfielen.

Abwarten und Tee trinken, die Regierung wird sich schon selber
ruinieren. Das scheint das Motto der Opposition zu sein. Sie
vergisst allerdings, dass es zur Wende auch eine Alternative geben
muss. Vor Rot-Grün braucht sich Schwarz-Blau aber vorerst nicht
wirklich zu fürchten. ****

Rückfragehinweis: Kleine Zeitung

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