"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Zahme Opposition" (Von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 21. Februar 2002

Graz (OTS) - Man stelle sich vor, Jörg Haider bräuchte überhaupt keine Rücksicht zu nehmen und könnte ohne jede Hemmung Opposition machen: Eine Regierung, die wie die gegenwärtige gebeutelt wird, wäre vermutlich schon gestürzt.

Insofern darf die schwarz-blaue Koalition mit der rot-grünen Opposition recht zufrieden sein.

Der Professor landete zwar einen Volltreffer, als er nach Bekanntwerden der Reise zu Saddam meinte, nun sei Haider vollkommen "durchgeknallt", doch dann überließ Alexander Van der Bellen das Feld seiner Stellvertreterin Madeleine Petrovic. Sie sollte noch zu ein paar Fernsehauftritten kommen, bevor sie in die Provinz abgeschoben wird.

Alfred Gusenbauer schwieg überhaupt. Er machte Schiurlaub am Arlberg. Die Amazonen in der Parteizentrale wirkten wie gewohnt hilflos, während Klubobmann Josef Cap immerhin Witze über "Bin weg"-Haider und die "Generalnullmacht" der Vizekanzlerin einfielen.

Abwarten und Tee trinken, die Regierung wird sich schon selber ruinieren. Das scheint das Motto der Opposition zu sein. Sie vergisst allerdings, dass es zur Wende auch eine Alternative geben muss. Vor Rot-Grün braucht sich Schwarz-Blau aber vorerst nicht wirklich zu fürchten. ****

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