Grillitsch: Steuerreform darf zu keinen Belastungen bei der Grundsteuer führen

Grundsteuer-Systemänderung bringt untragbare Härten und hohe Verwaltungskosten

Wien, 20. Februar 2002 (AIZ). - "Ziel der nächsten Steuerreform muss eine Entlastung der Bürger und eine Vereinfachung des Steuersystems sein. Die von Finanzminister Grasser vorgeschlagene Anhebung der Grundsteuer und das Abgehen vom Einheitswertsystem bewirkt genau das Gegenteil und wird von uns daher entschiedenst abgelehnt", erklärte heute der Präsident des Österreichischen Bauernbundes, Fritz Grillitsch, in einer ersten Reaktion auf die von Minister Grasser gemachten Vorschläge zur Anhebung der Grundsteuer und dem Abgehen vom Einheitswert.

"Nicht einmal der sozialistischen Alleinregierung wäre es eingefallen, das auf die Ertragsfähigkeit des Grund- und Gebäudevermögens abstellende Einheitswertsystem zu beseitigen und durch den Verkehrswert oder andere Steuerbemessungsarten zu ersetzen. Jedes andere System, das sich nicht am Ertragswert von Grund und Boden sowie Gebäuden orientiert, führt zu zahlreichen Härtefällen, da es die finanzielle Leistungsfähigkeit der Eigentümer nicht berücksichtigt. Bei einem Abgehen vom Einheits- und Ertragswertsystem ist zu befürchten, dass zahlreiche Bauern und Häuselbauer wegen der Steuer gezwungen wären, sogar ihr Vermögen zu verkaufen. Die Entwicklung eines neuen Ertragswertsystems würde hingegen, außer einem hohen Bürokratieaufwand, nichts bringen", zeigt Grillitsch Härten und Probleme der angedachten Vorschläge auf.

"Eine Erhöhung der Grundsteuer würde nicht nur die Land- und Forstwirtschaft und die fleißigen Häuselbauer massiv betreffen, sondern durch die damit verbundenen Betriebskostenerhöhungen auch alle Mieter. Grassers Vorschläge zur Grundsteuer würden daher zu höheren Steuerbelastungen für alle führen und im Speziellen die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Landwirtschaft gefährden. Dies widerspricht ganz klar unseren Vorstellungen, dass durch die Steuerreform die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft gestärkt, das Steuersystem vereinfacht und die Bürger nachhaltig entlastet werden soll", erklärte Grillitsch.
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