NEWS-Gallup-Umfrage: Keine Mehrheit mehr für Schwarz-Blau - Österreicher wünschen sich Haiders Rückzug, glauben aber nicht

daran.
- 69 Prozent für Rückzug Haiders aus der Bundespolitik - aber:

78 Prozent bezweifeln, dass er dies je tut.
- Überhaupt schwache Werte für Jörg Haider: 61 Prozent sagen, er

schadet Österreichs Ansehen im Ausland und die Österreicher halten ihn nur mehr für den drittwichtigsten FPÖ-Politiker. Niedrige Akzeptanz auch bei FPÖ-Wählern.
- Sonntagsfrage: SPÖ 37 Prozent, ÖVP 28 Prozent, FPÖ 20 Prozent,

Grüne 14 Prozent.
Utl.: Vorausmeldung zu NEWS 8/02 v. 21.2.2002 =

Wien (OTS) - Eine aktuelle Umfrage, die das Nachrichtenmagzazin NEWS vom Meinungsinstitut Gallup durchführen ließ und in ihrer morgen erscheinenden Ausgabe veröffentlicht, zeigt massive Auswirkungen der jüngsten FPÖ-Querelen auf die Meinung der Österreicher. So liegt derzeit die schwarz-blaue Koalition deutlich hinter Rot und Grün. ÖVP und FPÖ kämen demnach gemeinsam nur mehr auf 48 Prozent, SPÖ und Grüne hingegen auf 51 Prozent, wären am kommen Sonntag Nationalratswahlen. Die Details: die SPÖ könnte mit 37 Prozent der Stimmen rechnen (+1 gegenüber dem Vormonat), die ÖVP mit 28 Prozent (+1), die FPÖ fiele auf knappe 20 Prozent (-2), und auch die Grünen zeigen sich mit 14 Prozent (+1) erstmals seit langem wieder stärker.

Die Umfrage stellt Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider ein wenig erfreuliches Zeugnis aus. Es zeigt sich ein gewisser Ermüdungseffekt, außerdem scheinen die Österreicher Haider weniger ernst zu nehmen als früher. Die Frage, ob sich Jörg Haider tatsächlich gänzlich aus der Bundespolitik zurückziehen soll, wird von der großen Mehrheit von 69 Prozent aller Österreicher bejaht. Sensationelles Detail: sogar 46 Prozent der deklarierten FPÖ-Wähler sind für totale bundespolitische Abstinenz Haiders. Auch Haiders Glaubwürdigkeit ist schwer angeschlagen. 78 Prozent der Österreicher schenken der Ankündigung Haiders keinen Glauben, sich je zurückzuziehen (70 Prozent der deklarierten FPÖ-Wähler).

Überraschend auch die Einschätzung der Wichtigkeit der führenden FPÖ-Politiker. Hier liegt Haider nur mehr an dritter Stelle. 60 Prozent der Österreicher halten Finanzminister Karl-Heinz Grasser für wichtig für die FPÖ, 55 Prozent glauben das von Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer und nur 53 Prozent von Jörg Haider. Dahinter liegen Herbert Scheibner (27 Prozent) und Peter Westenthaler (24 Prozent). Deutlich unterschiedlich allerdings die Einschätzung der deklarierten FPÖ-Wähler. Für sie ist nach wie vor Jörg Haider die Nummer eins (76 Prozent), Susanne Riess-Passer die Nummer zwei (73 Prozent) und Karl-Heinz Grasser die Nummer drei (65 Prozent). Für die FPÖ-Wähler liegt Verteidigungsminister Herbert Scheibner (34 Prozent) sogar noch inter Peter Westenthaler (41 Prozent).

61 Prozent glauben, das Jörg Haider Österreichs Ansehen im Ausland schadet (nur 20 Prozent glauben das nicht). Und nur 19 Prozent glauben, dass Jörg Haider je Chancen haben wird, Bundeskanzler zu werden (auch nur 30 Prozent der FPÖ-Wähler).

Gespalten zeigen sich die Österreicher bei der Frage, ob die FPÖ ohne Jörg Haider Wahlerfolge erzielen könne. 37 Prozent bejahen das, 47 Prozent glauben, dass die FPÖ ohne Haider mit weniger Chancen zu rechnen wäre.

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