• 20.02.2002, 11:56:35
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  • OTS0116 OTW0116

Edlinger zu ÖIAG: Vollprivatisierung und Ausverkauf wichtiger Industriebetriebe schadet Österreich

Nationale Selbstständigkeit nicht aufgeben - Austria Tabak und Semperit "warnende Beispiele"

Wien (SK) SPÖ-Budgetsprecher Rudolf Edlinger spricht sich gegen die
Vollprivatisierung und den Ausverkauf wichtiger heimischer
Industriebetriebe aus, wie dies ÖIAG-Vorstandsvorsitzendem Peter
Michaelis vorschwebt. "Eine Vollprivatisierung samt Ausverkauf ins
Ausland schadet dem Wirtschaftsstandort Österreich, weil sie die
Existenz der Unternehmen, zahlreicher Zulieferer und vieler
Arbeitsplätze im Land gefährdet. Semperit und Austria Tabak sollten
warnende Beispiele sein, aus denen man gelernt haben sollte, seine
nationale Selbstständigkeit nicht aufzugeben. Die SPÖ verlangt, dass
die Privatisierungsideologen bei ihrem Ausverkauf Österreichs
gestoppt werden", bekräftigte Edlinger am Mittwoch gegenüber dem
Pressedienst der SPÖ. ****

"Das Ziel heimischer Wirtschaftspolitik darf nicht ausschließlich und
in erster Linie sein, dem internationalen Finanzkapital möglichst
attraktive Finanzanlagen zu ermöglichen, die dann möglichst hohe
Renditen abwerfen. Das Ziel heimischer Wirtschaftspolitik muss sein,
den Wirtschaftsstandort Österreich möglichst stark und selbst
lebensfähig zu erhalten. Und dazu gehören strategisch wichtige
Industriebetriebe im Inland, die forschen, die investieren, die
Zulieferer, Dienstleister und Arbeitnehmer beschäftigen. Bei der
Austria Tabak wurde die Chance vertan, dieses erfolgreiche
Unternehmen selbst zu einem bestimmenden Unternehmen in der
internationalen Tabakwirtschaft zu machen. Statt dessen wurde es mit
dem kurzfristigen Blick auf den Privatisierungserlös und das Budget
ans Ausland verschleudert. Und es wird nicht lange dauern, bis erste
Pläne über Betriebsschließungen und den Abbau von Arbeitsplätzen
auftauchen werden, denen man machtlos gegenüberstehen wird", meint
Edlinger.

"Die Regierung degradiert mit ihrer Wirtschaftspolitik Österreichs
Wirtschaft zu einer Filiale ausländischer Konzerne, die über Wohl und
Wehe ganzer Betriebe, ganzer Orte, ganzer Belegschaften und Familien,
ja über Beschäftigtenzahlen und Arbeitslosenquoten in Österreich
bestimmen werden. Und wir werden tatenlos zuschauen müssen, weil uns
nichts mehr gehört", warnt der frühere Finanzminister. (Schluss)
hm/mm

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ

Tel.: (01) 53427-275
http://www.spoe.at

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