• 15.02.2002, 12:18:50
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Häupl: 72 Millionen Euro zusätzlich für Wiens Wirtschaft=

Stadtregierung beschließt Investitionspaket - Wien verstärkt Technologieoffensive und forciert Jugendausbildung

Wien, (OTS) Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Vizebürgermeisterin
Grete Laska und Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder berichteten am
Freitag in einem Mediengespräch über die Ergebnisse der
Regierungsklausur am Donnerstag. Wie Bürgermeister Häupl einleitend
berichtete, habe es insgesamt 35 Tagesordnungspunkte gegeben.
Schwerpunkt der Arbeitsgespräche sei eine offensive
Wirtschaftspolitik gewesen. Die Stadt sei gefordert, jene Maßnahmen,
die der Bund verabsäumt habe, einigermaßen zu kompensieren. Wie er
betonte, sei es durch Umstrukturierungen gelungen, verloren gegangene
Arbeitsplätze - beispielsweise bei der Philips-Videoproduktion -
auszugleichen. Häupl hob auch das Interesse an einer guten
Zusammenarbeit mit dem AMS hervor. Die Fülle an Aktivitäten zur
Wirtschaftsankurbelung entbinde den Bund freilich nicht, seine
Aufgaben wahrzunehmen. Als Beispiele nannte er in diesem Zusammenhang
den Zentralbahnhof, Gürtelterminal und den Ausbau der Eisenbahnnetze.

Wesentliche Mittel für Investitionen im Baubereich

Wien wird heuer 72 Mio. Euro (1 Mrd. ATS) zusätzlich für
Investitionen vor allem im Baubereich aufwenden können. Durch einen
gestrafften Budgetvollzug in allen Ressorts ist es möglich, mit
Zusatzmitteln der angespannten Situation in den Branchen Baugewerbe
und Baunebengewerbe zu begegnen. Rund 40 Mio. Euro werden dabei im
Bereich der Krankenanstalten der Stadt Wien investiert werden.
Weitere 32 Mio. Euro sollen in vorgezogene Schulgebäudesanierungen,
die thermische Sanierung von Althäusern und in Straßensanierungen
fließen.

30 Mio. EURO stehen ab sofort zusätzlich für die Absicherung des
Schulbausanierungsprogrammes der Stadt zur Verfügung. Gemeinsam mit
den dafür im Voranschlag 2002 regulär vorgesehenen, mit Zweckwidmung
gebildeten Rücklagen wird ein Gesamtvolumen für Schulsanierungen von
35 Mio. Euro erreicht.

Darüber hinaus wird der Krankenanstaltenverbund vom
Finanzstadtrat ermächtigt, angesparte Rücklagen in Höhe von 40 Mio.
EURO in die Verbesserung der Spitalsinfrastruktur zu investieren.

Konkrete Projekte im Einzelnen: 20 Mio. Euro für
Stationsverbesserungen, für neue Sanitäreinrichtungen, für neue
Haustechnik, für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die
Mitarbeiter des Gesundheitsbereichs in den Krankenanstalten der Stadt
Wien. Dazu noch 10 Mio. Euro zusätzliche Baurate für das
Geriatriezentrum Favoriten, 5 Mio Euro für den Neubau des
Küchengebäudes im Wilhelminenspital. Weiters 3,8 Mio Euro zusätzliche
Investitionen im Bereich des AKH sowie 500.000 Euro für neue
Brandschutzeinrichtungen und Sicherheitseinrichtungen in den
Geriatriezentren.****

Wiener Technologieoffensive schafft Arbeitsplätze mit Zukunft

Derzeit sind in Wien u.a. folgende Technologieprojekte in
Vorbereitung bzw. in Planung:

o CeMM

Das CeMM ist eine Initiative der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften zur Erforschung pathogenetischer Prinzipien der
wichtigsten Krankheitsbilder des Menschen (Krebs,
Infektionskrankheiten, Allergien, Autoimmunerkrankungen etc.) Das
Investvolumen beträgt rund 14,5 Mio. Euro die von der Akademie
getragen werden. Das Grundstück auf dem Gelände des AKH wird von der
Stadt Wien zur Verfügung gestellt. Baubeginn ist noch im Jahr 2002,
die Fertigstellung erfolgt Anfang 2004.

o Neue max.-mobil-Zentrale in St. Marx - Ansiedlung von 3000
Zukunftsjobs

Telekomanbieter max.mobil errichtet in Wien Erdberg eine neue
Unternehmenszentrale. Der dort entstehende Gebäudekomplex umfasst
120.000 Quadratmeter Bürofläche, wovon max.mobil und befreundete
Unternehmen den Großteil besiedeln werden. Bis zu 3.000 Arbeitsplätze
in Zukunftsbranchen werden an diesem Standort angesiedelt sein. Die
Fertigstellung des ersten Bauteils erfolgt 2003, die
Gesamtfertigstellung 2004. Das Projektvolumen beträgt 145 Mio. EURO.
Auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofes St. Marx stehen
insgesamt 140.000 Quadratmeter für Betriebsansiedlungen zur
Verfügung. Die Vorteile des innerstädtischen
Betriebsansiedlungsgebietes St. Marx sind die innerstädtische Lage
sowie die optimale Verkehrsanbindung.

o AUSTRON

AUSTRON ist derzeit eines der größten gemeinsamen
Forschungsprojekte in Europa. Derzeit bemüht sich Wien, Standort für
AUSTRON zu werden. Damit würden - bei Gesamtinvestitionen in Höhe von
rd. 370 Mio. EURO - dauerhaft 300 höchstspezialisierte Arbeitsplätze
entstehen und zusätzlich etwa 1000 internationale Benützer aus
Forschung und Industrie jährlich nach Wien kommen. Die Finanzierung
erfolgt durch die Republik, durch die Europäische Kommission, durch
Nutzerstaaten sowie im Falle eines Zuschlags für die Bundeshauptstadt
durch das Land Wien. AUSTRON ist eine gepulste
Neutronenspallationsquelle für Grundlagen- und allgemeine Forschung.
Mit der gewonnenen Neutronenstrahlung kann man Materie durchleuchten
und dabei exakte Informationen über den inneren Zustand gewinnen.
Anwendungsbereiche sind z. B. zerstörungsfreie Werkstoffprüfungen
etwa bei Hochdruckleitungen in Kraftwerken, in Turbinenblättern aber
auch die Strukturbestimmung biologischer Systeme von Viren (AIDS,
Grippe etc.) Aufgrund der Dimensionen des Projektes liegt der
Platzbedarf von AUSTRON bei rund 20 ha.

o CEATS

Ein weiteres hochtechnologisches Projekt ist die Ansiedlung von
CEATS (Central European Aerospace Traffic System) im Rahmen der
Reform der europäischen Luftüberwachung. Derzeit laufen intensive
Verhandlungen mit Eurocontrol und dem Bund zur Ansiedlung dieser
zentraleuropäischen Luftfahrtüberwachungszentrale in Wien. An CEATS
beteiligen sind Österreich, Tschechien, die Slowakei, Ungarn,
Slowenien, Kroatien und Bosnien. Im Falle einer Realisierung würde
das Projekt für die Vienna Region Investitionen von 300 Mio. EURO und
die Schaffung von rund 3000 Arbeitsplätzen bedeuten.

Bildungsoffensive für Wiens Jugend

Wien verstärkt 2002 die Anstrengungen zur Bekämpfung der
Lehrlingsarbeitslosigkeit. Seitens des Bundes werden derzeit die
eingesparten Restmittel in der Höhe von 7,2 Mio. Euro auf die Länder
aufgeteilt. Zusätzlich zu den von der Bundesseite zur Verfügung
gestellten 3,27 Mio. Euro werden von Wien 1,1 Mio. Euro für die
Bekämpfung der Lehrlingsarbeitslosigkeit bereitgestellt.

Wien verfügt mit dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungs Fonds
(WAFF) über ein bewährtes Instrument der Jugendausbildung. Neben der
Absicherung der Lehrlingsausbildung sollen zahlreiche Maßnahmen zur
Förderung von 19- bis 25jährigen damit umgesetzt werden, wobei der
Schwerpunkt auf der Qualifizierung liegt. Konkrete Punkte sind dabei
unter anderem das Erreichen der Lehrabschlussprüfung mit
unterschiedlicher Maßnahmendauer (1-6 Monate), modulare Maßnahmen
unter Einsatz von fachspezifischen Softwareprogrammen (z.B. SAP) bei
AbsolventInnen von Fachhochschulen und Berufsbildenden Höheren
Schulen, qualifizierte Kurzausbildungen in Kooperation mit Betrieben,
Deutsch- und Integrationskurse sowie individuelle
Qualifizierungsprogramme.

Wiener Fachhochschuloffensive - 800 weitere
High-Tech-Ausbildungsplätze

Die Stadt Wien stellt für drei weitere Fachhochschullehrgänge
5,087 Mio. Euro in den Bereichen Biotechnologie, Verkehrstechnik und
Kreative Industrien zur Verfügung. Mit diesem Betrag übernimmt Wien
die Kosten für 200 Studienplätze für die volle Dauer von 4 Jahren.
Die Realisierung der Lehrgänge wird jeweils in enger Anbindung an
bereits bestehende universitäre Einrichtungen bzw. in enger
Kooperation mit der Wirtschaft erfolgen. Besonderen Wert wird dabei
darauf gelegt, dass auch Mädchen in diesen technischen Bereichen
ausgebildet werden. Derzeit gibt es in Wien 2.879 Ausbildungsplätze
in Fachhochschulen. Allein mit den drei neuen Lehrgängen rechnet man
im Vollausbau - das heißt in vier Jahren - mit 800 weiteren
FachhochschülerInnen in Wien. Der Start der Lehrgänge erfolgt bereits
im Herbst 2002. (Schluss) ull/vo

Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Peter Ullmann
Tel.: 4000/81 081
e-mail: ull@m53.magwien.gv.at

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