Häupl: 72 Millionen Euro zusätzlich für Wiens Wirtschaft

Stadtregierung beschließt Investitionspaket - Wien verstärkt Technologieoffensive und forciert Jugendausbildung

Wien, (OTS) Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Vizebürgermeisterin Grete Laska und Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder berichteten am Freitag in einem Mediengespräch über die Ergebnisse der Regierungsklausur am Donnerstag. Wie Bürgermeister Häupl einleitend berichtete, habe es insgesamt 35 Tagesordnungspunkte gegeben. Schwerpunkt der Arbeitsgespräche sei eine offensive Wirtschaftspolitik gewesen. Die Stadt sei gefordert, jene Maßnahmen, die der Bund verabsäumt habe, einigermaßen zu kompensieren. Wie er betonte, sei es durch Umstrukturierungen gelungen, verloren gegangene Arbeitsplätze - beispielsweise bei der Philips-Videoproduktion -auszugleichen. Häupl hob auch das Interesse an einer guten Zusammenarbeit mit dem AMS hervor. Die Fülle an Aktivitäten zur Wirtschaftsankurbelung entbinde den Bund freilich nicht, seine Aufgaben wahrzunehmen. Als Beispiele nannte er in diesem Zusammenhang den Zentralbahnhof, Gürtelterminal und den Ausbau der Eisenbahnnetze.

Wesentliche Mittel für Investitionen im Baubereich

Wien wird heuer 72 Mio. Euro (1 Mrd. ATS) zusätzlich für Investitionen vor allem im Baubereich aufwenden können. Durch einen gestrafften Budgetvollzug in allen Ressorts ist es möglich, mit Zusatzmitteln der angespannten Situation in den Branchen Baugewerbe und Baunebengewerbe zu begegnen. Rund 40 Mio. Euro werden dabei im Bereich der Krankenanstalten der Stadt Wien investiert werden. Weitere 32 Mio. Euro sollen in vorgezogene Schulgebäudesanierungen, die thermische Sanierung von Althäusern und in Straßensanierungen fließen.

30 Mio. EURO stehen ab sofort zusätzlich für die Absicherung des Schulbausanierungsprogrammes der Stadt zur Verfügung. Gemeinsam mit den dafür im Voranschlag 2002 regulär vorgesehenen, mit Zweckwidmung gebildeten Rücklagen wird ein Gesamtvolumen für Schulsanierungen von 35 Mio. Euro erreicht.

Darüber hinaus wird der Krankenanstaltenverbund vom Finanzstadtrat ermächtigt, angesparte Rücklagen in Höhe von 40 Mio. EURO in die Verbesserung der Spitalsinfrastruktur zu investieren.

Konkrete Projekte im Einzelnen: 20 Mio. Euro für Stationsverbesserungen, für neue Sanitäreinrichtungen, für neue Haustechnik, für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter des Gesundheitsbereichs in den Krankenanstalten der Stadt Wien. Dazu noch 10 Mio. Euro zusätzliche Baurate für das Geriatriezentrum Favoriten, 5 Mio Euro für den Neubau des Küchengebäudes im Wilhelminenspital. Weiters 3,8 Mio Euro zusätzliche Investitionen im Bereich des AKH sowie 500.000 Euro für neue Brandschutzeinrichtungen und Sicherheitseinrichtungen in den Geriatriezentren.****

Wiener Technologieoffensive schafft Arbeitsplätze mit Zukunft

Derzeit sind in Wien u.a. folgende Technologieprojekte in Vorbereitung bzw. in Planung:

o CeMM

Das CeMM ist eine Initiative der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zur Erforschung pathogenetischer Prinzipien der wichtigsten Krankheitsbilder des Menschen (Krebs, Infektionskrankheiten, Allergien, Autoimmunerkrankungen etc.) Das Investvolumen beträgt rund 14,5 Mio. Euro die von der Akademie getragen werden. Das Grundstück auf dem Gelände des AKH wird von der Stadt Wien zur Verfügung gestellt. Baubeginn ist noch im Jahr 2002, die Fertigstellung erfolgt Anfang 2004.

o Neue max.-mobil-Zentrale in St. Marx - Ansiedlung von 3000 Zukunftsjobs

Telekomanbieter max.mobil errichtet in Wien Erdberg eine neue Unternehmenszentrale. Der dort entstehende Gebäudekomplex umfasst 120.000 Quadratmeter Bürofläche, wovon max.mobil und befreundete Unternehmen den Großteil besiedeln werden. Bis zu 3.000 Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen werden an diesem Standort angesiedelt sein. Die Fertigstellung des ersten Bauteils erfolgt 2003, die Gesamtfertigstellung 2004. Das Projektvolumen beträgt 145 Mio. EURO. Auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofes St. Marx stehen insgesamt 140.000 Quadratmeter für Betriebsansiedlungen zur Verfügung. Die Vorteile des innerstädtischen Betriebsansiedlungsgebietes St. Marx sind die innerstädtische Lage sowie die optimale Verkehrsanbindung.

o AUSTRON

AUSTRON ist derzeit eines der größten gemeinsamen Forschungsprojekte in Europa. Derzeit bemüht sich Wien, Standort für AUSTRON zu werden. Damit würden - bei Gesamtinvestitionen in Höhe von rd. 370 Mio. EURO - dauerhaft 300 höchstspezialisierte Arbeitsplätze entstehen und zusätzlich etwa 1000 internationale Benützer aus Forschung und Industrie jährlich nach Wien kommen. Die Finanzierung erfolgt durch die Republik, durch die Europäische Kommission, durch Nutzerstaaten sowie im Falle eines Zuschlags für die Bundeshauptstadt durch das Land Wien. AUSTRON ist eine gepulste Neutronenspallationsquelle für Grundlagen- und allgemeine Forschung. Mit der gewonnenen Neutronenstrahlung kann man Materie durchleuchten und dabei exakte Informationen über den inneren Zustand gewinnen. Anwendungsbereiche sind z. B. zerstörungsfreie Werkstoffprüfungen etwa bei Hochdruckleitungen in Kraftwerken, in Turbinenblättern aber auch die Strukturbestimmung biologischer Systeme von Viren (AIDS, Grippe etc.) Aufgrund der Dimensionen des Projektes liegt der Platzbedarf von AUSTRON bei rund 20 ha.

o CEATS

Ein weiteres hochtechnologisches Projekt ist die Ansiedlung von CEATS (Central European Aerospace Traffic System) im Rahmen der Reform der europäischen Luftüberwachung. Derzeit laufen intensive Verhandlungen mit Eurocontrol und dem Bund zur Ansiedlung dieser zentraleuropäischen Luftfahrtüberwachungszentrale in Wien. An CEATS beteiligen sind Österreich, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien und Bosnien. Im Falle einer Realisierung würde das Projekt für die Vienna Region Investitionen von 300 Mio. EURO und die Schaffung von rund 3000 Arbeitsplätzen bedeuten.

Bildungsoffensive für Wiens Jugend

Wien verstärkt 2002 die Anstrengungen zur Bekämpfung der Lehrlingsarbeitslosigkeit. Seitens des Bundes werden derzeit die eingesparten Restmittel in der Höhe von 7,2 Mio. Euro auf die Länder aufgeteilt. Zusätzlich zu den von der Bundesseite zur Verfügung gestellten 3,27 Mio. Euro werden von Wien 1,1 Mio. Euro für die Bekämpfung der Lehrlingsarbeitslosigkeit bereitgestellt.

Wien verfügt mit dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungs Fonds (WAFF) über ein bewährtes Instrument der Jugendausbildung. Neben der Absicherung der Lehrlingsausbildung sollen zahlreiche Maßnahmen zur Förderung von 19- bis 25jährigen damit umgesetzt werden, wobei der Schwerpunkt auf der Qualifizierung liegt. Konkrete Punkte sind dabei unter anderem das Erreichen der Lehrabschlussprüfung mit unterschiedlicher Maßnahmendauer (1-6 Monate), modulare Maßnahmen unter Einsatz von fachspezifischen Softwareprogrammen (z.B. SAP) bei AbsolventInnen von Fachhochschulen und Berufsbildenden Höheren Schulen, qualifizierte Kurzausbildungen in Kooperation mit Betrieben, Deutsch- und Integrationskurse sowie individuelle Qualifizierungsprogramme.

Wiener Fachhochschuloffensive - 800 weitere High-Tech-Ausbildungsplätze

Die Stadt Wien stellt für drei weitere Fachhochschullehrgänge 5,087 Mio. Euro in den Bereichen Biotechnologie, Verkehrstechnik und Kreative Industrien zur Verfügung. Mit diesem Betrag übernimmt Wien die Kosten für 200 Studienplätze für die volle Dauer von 4 Jahren. Die Realisierung der Lehrgänge wird jeweils in enger Anbindung an bereits bestehende universitäre Einrichtungen bzw. in enger Kooperation mit der Wirtschaft erfolgen. Besonderen Wert wird dabei darauf gelegt, dass auch Mädchen in diesen technischen Bereichen ausgebildet werden. Derzeit gibt es in Wien 2.879 Ausbildungsplätze in Fachhochschulen. Allein mit den drei neuen Lehrgängen rechnet man im Vollausbau - das heißt in vier Jahren - mit 800 weiteren FachhochschülerInnen in Wien. Der Start der Lehrgänge erfolgt bereits im Herbst 2002. (Schluss) ull/vo

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Peter Ullmann
Tel.: 4000/81 081
e-mail: ull@m53.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK