• 07.02.2002, 17:07:27
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DER STANDARD-Bericht: "Bartenstein will Fusion aller heimischen Stromversorger - Stufenplan an Landeshauptleute übermittelt - Börsegang denkbar - Erscheinungstag 8.2.2002=

Wien (OTS) - Wirtschaftsminister Martin Bartenstein hat den
Landeshauptleuten ein Konzept für eine "österreichische Stromlösung"
übermittelt. Kern ist ein Stufenplan, der in der Fusion aller
österreichischen Landesversorger und der Verbundgesellschaft mündet.

Im Detail sollen zuerst die Leitungsnetze aller Gesellschaften -
getrennt nach Hochspannung und Verteilernetze - in eigene
Gesellschaften ausgegliedert werden. "Zum einen sind hier hohe
Synergiepotenziale versteckt, zum anderen wirft dieser Bereich aber
auch schöne Renditen ab, immerhin handelt es sich um ein natürliches
Monopol", meint ein mit der Materie vertrauter Experte. Denkbar ist
dann, die Leitungsgesellschaft mit bis zu 49 Prozent an die Börse zu
bringen.

Nach dem gleichen Muster sollen dann auch die Kraftwerke - wieder
getrennt etwa in den Wasserkraftbereich, alternative
Energieerzeugung, kalorische Kraftwerke - in eine Gesellschaft
eingebracht werden, ebenso soll der Handel auf einer gemeinsamen
Plattform zusammengeführt werden. Die Landesstromversorger und der
Verbund würden nach diesen Ausgliederungen der operativen Geschäfte
nur noch als gesellschaftsrechtliche Hüllen übrig bleiben. Die
Reaktion der Landeshauptleute auf diese Pläne, an denen schon
Bartensteins Vorgänger Hannes Farnleitner gescheitert war, war
mehrheitlich negativ (siehe nebenstehede Reaktionen). Voralberg etwa
will überhaupt nicht teilnehmen, andere Bundesländer wie Wien und das
Burgenland machen ihre Teilnahme vom "Rausschmiss" des
Wasserkraftpartners des Verbunds, der E.ON, abhängig.

Für eine "österreichische Lösung" wären auch verfassungsrechtliche
Änderungen notwendig: Derzeit ist beim Verbund eine Bundesmehrheit
Vorschrift. Die SP hat jedoch bereits die Zustimmung für eine
entsprechende Gesetzesänderung signalisiert. Inwieweit die Pläne
Bartensteins realisiert werden können, soll sich nächsten Mittwoch
auf einem Stromgipfel mit den Landeshauptleuten klären. Kommentar S.
36

Rückfragehinweis: Der Standard

Tel.: (01) 531 70/428

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