• 07.02.2002, 11:07:14
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Prets: Gender-Mainstreaming auch innerhalb der EU noch ein großes Manko

Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt in Mittelmeerländern trist

Wien (SK) "Die Situation von Frauen ist in vielen Staaten des
Mittelmeerraums ein großes Problem. Aber auch innerhalb der
Europäischen Union müssen wir punkto Gender-Mainstreaming nicht über
die Maßen stolz auf uns sein", erklärte die burgenländische
SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets am Donnerstag anlässlich der
heute stattfindenden Abstimmung über einen Bericht zur Rolle der
Frauen in den Mittelmeerländern gegenüber dem Pressedienst der SPÖ.
"Der Zugang von Frauen zum Arbeitsmarkt in den Ländern des
Mittelmeerraums ist trist. Während Arbeitslosigkeit Frauen aller
Bildungsschichten betrifft, trägt die Privatisierung des öffentlichen
Sektors noch dazu bei, Frauen aus dem Arbeitsprozess zu drängen."
****

Es sei positiv zu bewerten, dass die spanische Ratspräsidentschaft
sich der Durchsetzung von Fraueninteressen verstärkt widmen wolle.
"Die spanische Ratspräsidentschaft hat Gewalt und speziell häusliche
Gewalt und Frauenbeschäftigung auf ihre Agenda gesetzt", so Prets.
Umso interessanter sei es, den Bericht über die Situation von Frauen
im Mittelmeerraum jetzt auf dem Tisch zu haben.

"Gewalt gegen Frauen wird in den Mittelmeerländern institutionell
nicht thematisiert. Es gibt daher wenig Daten. Wir wissen aber, dass
es strafrechtliche Mängel besonders bei Gewalt in der Ehe gibt - und
mangelnde Strukturen, diesem Phänomen zu begegnen. Die Aufnahme von
Opfern ist nicht überall gewährleistet - und geschulte Polizeikräfte
bleiben oft ein frommer Wunsch."

Prets kritisierte, dass Frauen in vielen Staaten des Mittelmeerraums
keinen uneingeschränkten Zugang zu Bildung genössen: "Die
Analphabetinnenrate steigt sogar. Es gibt bis zu 25 Prozent
Analphabetinnen in den Städten, und bis zu 60 Prozent der Frauen am
Land können nicht lesen und schreiben."

Mädchen würden oft aufgrund gesellschaftlicher Zwänge ihre Ausbildung
abbrechen. "Den Familien ist die Ausbildung ihrer Söhne weit
wichtiger, allzu frühe Eheschließungen tun dann das Ihre."

"Der Anteil an den Studierenden liegt in manchen Ländern bei fast 50
Prozent, nach wie vor gibt es aber einen eklatanten Mangel an Frauen
als Lehrpersonal. Dieses Problem kennen wir allerdings leider auch
von unseren Hochschulen", konstatierte Prets.

Besonders Frauen ethnischer Minderheiten, Frauen auf dem Land und
sozial schwache Frauen würden in die Prostitution getrieben. "Dann
werden sie zu Freiwild für westliche Urlauber", betonte Prets.

"Die Rechte von Frauen finden in den meisten Verfassungen bzw.
Rechtssetzungen der Mittelmeerländer ihren Niederschlag. Leider
hapert es nach wie vor bei der Umsetzung", so Prets abschließend.
(Schluss) up/mm

Rückfragehinweis: Mag. Michael Eipeldauer, Presse und Kommunikation,
Tel.: +32 2 284 33 64, Fax: +32 2 284 49 21

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ

Tel.: (01) 53427-275
http://www.spoe.at

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