Prets: Gender-Mainstreaming auch innerhalb der EU noch ein großes Manko

Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt in Mittelmeerländern trist

Wien (SK) "Die Situation von Frauen ist in vielen Staaten des Mittelmeerraums ein großes Problem. Aber auch innerhalb der Europäischen Union müssen wir punkto Gender-Mainstreaming nicht über die Maßen stolz auf uns sein", erklärte die burgenländische SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets am Donnerstag anlässlich der heute stattfindenden Abstimmung über einen Bericht zur Rolle der Frauen in den Mittelmeerländern gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. "Der Zugang von Frauen zum Arbeitsmarkt in den Ländern des Mittelmeerraums ist trist. Während Arbeitslosigkeit Frauen aller Bildungsschichten betrifft, trägt die Privatisierung des öffentlichen Sektors noch dazu bei, Frauen aus dem Arbeitsprozess zu drängen." ****

Es sei positiv zu bewerten, dass die spanische Ratspräsidentschaft sich der Durchsetzung von Fraueninteressen verstärkt widmen wolle. "Die spanische Ratspräsidentschaft hat Gewalt und speziell häusliche Gewalt und Frauenbeschäftigung auf ihre Agenda gesetzt", so Prets. Umso interessanter sei es, den Bericht über die Situation von Frauen im Mittelmeerraum jetzt auf dem Tisch zu haben.

"Gewalt gegen Frauen wird in den Mittelmeerländern institutionell nicht thematisiert. Es gibt daher wenig Daten. Wir wissen aber, dass es strafrechtliche Mängel besonders bei Gewalt in der Ehe gibt - und mangelnde Strukturen, diesem Phänomen zu begegnen. Die Aufnahme von Opfern ist nicht überall gewährleistet - und geschulte Polizeikräfte bleiben oft ein frommer Wunsch."

Prets kritisierte, dass Frauen in vielen Staaten des Mittelmeerraums keinen uneingeschränkten Zugang zu Bildung genössen: "Die Analphabetinnenrate steigt sogar. Es gibt bis zu 25 Prozent Analphabetinnen in den Städten, und bis zu 60 Prozent der Frauen am Land können nicht lesen und schreiben."

Mädchen würden oft aufgrund gesellschaftlicher Zwänge ihre Ausbildung abbrechen. "Den Familien ist die Ausbildung ihrer Söhne weit wichtiger, allzu frühe Eheschließungen tun dann das Ihre."

"Der Anteil an den Studierenden liegt in manchen Ländern bei fast 50 Prozent, nach wie vor gibt es aber einen eklatanten Mangel an Frauen als Lehrpersonal. Dieses Problem kennen wir allerdings leider auch von unseren Hochschulen", konstatierte Prets.

Besonders Frauen ethnischer Minderheiten, Frauen auf dem Land und sozial schwache Frauen würden in die Prostitution getrieben. "Dann werden sie zu Freiwild für westliche Urlauber", betonte Prets.

"Die Rechte von Frauen finden in den meisten Verfassungen bzw. Rechtssetzungen der Mittelmeerländer ihren Niederschlag. Leider hapert es nach wie vor bei der Umsetzung", so Prets abschließend. (Schluss) up/mm

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