LHStv. Onodi: E.ON-Verbund-Ehe wäre Preisgabe österreichischen Eigentums; Offenlegung der Verträge gefordert

Forderungen und neue Bedingungen durch E.ON machen Ausstieg aus Verbund-Verkauf um so notwendiger

St. Pölten, (SPI) - "Die nun an die Öffentlichkeit gedrungenen neuen Forderungen seitens E.ON im Rahmen der geplanten Wasserkraft-Ehe mit dem Verbund zeigen einmal mehr, dass diese Ehe eine Preisgabe österreichischen Eigentums und unserer eigenständigen Energiepolitik wäre. E.ON bekäme nicht nur die praktische Verfügungsgewalt auf österreichischen Wasserkraft-Strom, sondern würde auch die Verfügung über die eigenen Wasserkraftwerke nicht aufgeben. Nicht zu akzeptieren ist auch, dass E.ON nur 25 Prozent Wasserkraftwerkpotential einbringt, aber 37 Prozent der Anteile an der neuen Gesellschaft erhält. Die bereits kolportierte Option von E.ON auf 49 Prozent der neuen Gesellschaft würde dabei das Missverhältnis nur noch vergrößern", zeigt sich Niederösterreichs LHStv. Heidemaria Onodi verärgert. Angesichts immer neuer, auch teils widersprüchlichen Aussagen sowie immer neuer Details zum geplanten Zusammenschlusses fordert Onodi totale Transparenz und Offenlegung der Verträge. Onodi: "Diese ständige Geheimniskrämerei und immer wiederkehrende widersprüchliche Aussagen müssen aufhören. Die bereits ausgefertigten Vertragswerke und Vereinbarungen müssen sofort offengelegt werden, damit sich alle Verantwortlichen noch vor der Verbund-Aufsichtsratssitzung Mitte März ein klares Bild machen können".****

Der E.ON Deal birgt aber noch weitere Disharmonien. Der Verbund würde in die Ehe die höherwertigen Kraftwerke, u.a. die Speicherkraftwerke, die den teureren Spitzenstrom erzeugen, einbringen. E.ON bringt kein Speicherkraftwerk ein. Mit dem von E.ON geforderten Recht auf Stromlieferungen durch die Verbund-Kraftwerke könnte Österreich gerade zu Zeiten der Spitzenbelastung Schwierigkeiten in der Stromversorgung bekommen. Die Deutschen drängen zudem darauf, dass entgegen ursprünglicher Vereinbarungen der Sitz der gemeinsamen Gesellschaft nicht in Salzburg, sondern in München sein soll, was Hunderte Arbeitsplätze in Österreich kosten würde. "Die E.ON-Verbund-Ehe muss sofort abgeblasen werden. Angesichts der neuen Forderungen ist auch die Verfolgung einer Doppelstrategie -Verbund-E.ON mit Einbindung der Landesgesellschaften - nicht sinnvoll. Die weitere Vorgehensweise kann nur heißen: Zuerst eine österreichische Energielösung des Verbunds gemeinsam mit den Landesgesellschaften und erst danach, wenn notwendig und sinnvoll, nachdenken über mögliche internationale Kooperationen", so Onodi. (Schluss) fa

Rückfragen & Kontakt:

Tel: 02742/9005 DW 12794

Landtagsklub der SPÖ NÖ

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN/NSN