Leichtfried: Sobotka schwächt Niederösterreichs klare Anti-Atom-Linie

Ob Temelin oder Atommülllager - klare politische Linie des Landes Niederösterreich mehr denn je gefordert

St. Pölten, (SPI) - "Die gestrigen Äußerungen aus dem Büro von VP-Umweltlandesrat Wolfgang Sobotka, der die Planungen der Tschechischen Regierung, nächst der Niederösterreichischen Grenze ein Atommülllager für Brennstäbe und anderen hochradioaktiven Abfall zu errichten, als "völlig unbrisant" bezeichnete, sind geradezu indiskutabel und strikt zurückzuweisen. Derartige Aussagen sind geradezu fahrlässige gegen die Interessen Niederösterreich und gefährden die klare Anti-Atom-Linie unsere Bundeslandes. Ein hochgefährliches ‚strahlendes' Atommülllager als ‚unbrisant' hinzustellen, gleichzeitig aber weiterhin strikt gegen Temelin aufzutreten - Sobotka hat damit die nationale und internationale Glaubwürdigkeit Niederösterreichs massiv erschüttert", zeigt sich der Anti-Atom-Sprecher der NÖ Sozialdemokraten, LAbg. Günter Leichtfried, verärgert über einen derartigen fahrlässigen Querschuss des ÖVP-Umweltlandesrates.****

Niederösterreich muss in seiner Anti-Atom-Politik mit einer Stimme und vor allem mit einer Linie kämpfen. Wir sind gegen Atomkraftwerke ebenso wie gegen Atommülllager. Wir sind für einen europaweiten Ausstieg aus der Atomenergie und für einen Verzicht Tschechiens auf einen weiteren Ausbau seiner Atomkraftwerke. Niederösterreichs Landespolitik will die Sicherheit für die Bevölkerung erhöhen, Risken ausschließen und gemeinsam mit dem Bund auch auf europäischer Ebene für einen europaweiten Ausstieg aus der Kernenergie eintreten. In Sachen grenznahes Atommülllager ist daher umfassende Transparenz, entschiedene Einbindung von der ersten Minute der Planungen an und größtmögliche Einbringung unserer Standpunkte in die tschechische Innenpolitik gefragt. "Reststrahlungen aus Atommülllagerstätten machen vor Landesgrenzen nicht halt. Das ist nicht ‚unbrisant'! Sobotka hat Niederösterreichs Glaubwürdigkeit schweren Schaden zugefügt. Man muss hoffen, das die tschechische Seite nicht die falschen Schlussfolgerungen aus Sobotkas ‚Entgleisung' zieht", so Leichtfried.
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