Postbus: Personalvertretung gibt Gas - Postbus soll Bahnbus kaufen

Personalvertretung wird im Aufsichtsrat entsprechenden Antrag stellen

Wien (GPF/ÖGB). "Die permanent in den Medien veröffentlichten Berichte zum Verkauf der Österreichischen Postbus AG und die Verkaufsgespräche der Bundesregierung führen zu einer massiven Verunsicherung innerhalb der Belegschaft des Postbusses. Immerhin leisten die 3.000 Bediensteten Beachtliches: Jährlich werden mit 1.600 Omnibussen 150 Millionen Fahrgäste befördert und dabei 80 Millionen an gefahrenen Kilometern zurückgelegt," stellt Robert Wurm, Chef der Personalvertretung, fest.++++

"Die Österreichische Postbus AG ist in ihrer derzeitigen Struktur durchaus konkurrenzfähig, hat Know-How und die realistische Chance zu expandieren", ist Wurm überzeugt.

Volkswirtschaftlich gesehen wäre es ein Unsinn, das österreichische Liniennetz ans Ausland zu verkaufen, da zu befürchten ist, dass dadurch das Verkehrsangebot für die österreichische Landbevölkerung massiv verschlechtert wird.

Daher hat der Betriebsrat gemeinsam mit der AK und dem ÖGB ein Verkehrskonzept erarbeitet, das ein österreichweites Verkehrsangebot beinhaltet. Um dieses Konzept umsetzen zu können, müsste der Postbus den Bahnbus kaufen. Wurm: "Daher wird die Personalvertretung am 20. Februar 2002 in einer Aufsichtsratssitzung der Österreichischen Postbus AG den Antrag stellen, den Bahnbus zu kaufen." Laut Wurm sei das durchaus im Bereich des Möglichen, wenn das Eigenkapital von derzeit 45 Prozent auf 22 Prozent verringert würde und gleichzeitig österreichische Investoren gesucht werden.

"Denn, wenn man davon ausgeht, dass der Bahnbus 58 Millionen Euro wert ist, so kann der Postbus 36 Millionen Euro aufbringen und für die restlichen 22 Millionen könnten heimische Investoren gesucht werden", bilanziert Wurm.

Dadurch würde einerseits ein österreichisches Verkehrsangebot gesichert und andererseits eine heimische Buslösung gewährleistet. "Diese Lösung ist auch im europäischen Rahmen beachtenswert, denn durch den Kauf des Bahnbusses würde es die Postbus AG immerhin zum achtgrößten Busunternehmen in Europa bringen", so Wurm abschließend.

ÖGB, 6. Februar 2002
Nr. 116

Rückfragen & Kontakt:

Mobil: 0664/624 39 00

Robert Wurm

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB