ÖGB-Frauen: Warnung vor der Falschinformationskampagne des Sozialministers

Werbeschlacht zum Kindergeld kostet SteuerzahlerInnen 1,36 Mill. Euro

Wien (ÖGB). "Die Kampagne des Sozialministers zum Kindergeld kostet nicht nur eine Menge Geld. Zusätzlich ist sie so angelegt, dass genau das Gegenteil dessen erreicht wird, was als Ziel vorgegeben ist: Statt Information gibt es Falschinformation", ist ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits empört. Die Aufklärung der jungen Eltern, wann Anspruch auf Kindergeld bestehe, werde dadurch erschwert, so Csörgits.++++

Sind die Printsujets schon sehr bedenklich, setzt die TV-Werbung noch eins drauf: Dort sind eine Frau und zwei tanzende Babys zu sehen. Der Slogan dazu: Babys bekommen jetzt 436 €. "Das ist schlichtweg falsch. Zum einen haben Babys überhaupt keinen Anspruch auf die Leistung, sie gebührt dem betreuenden Elternteil. Zum zweiten gibt es das Geld nicht für jedes, sondern jeweils nur für das jüngste Kind. Der TV-Spot mit den zwei Babys suggeriert freilich genau das Gegenteil. Er erinnert an die 'Schmäh-Kampagne' der FPÖ zum Kinderscheck, wo ebenfalls behauptet wurde, das Geld gebe es für jedes Kind. Und drittens ist der Spot auch deshalb falsch, weil eben nicht alle Eltern Anspruch auf die Leistung haben. Gerade bei den ausländischen Frauen gibt es einige, die durch die Finger schauen", erklärt Csörgits.

Der Sozialminister begründet die aus öffentlichen Mitteln finanzierte Kampagne damit, dass die Regierung per Gesetz zur Information über das Kindergeld verpflichtet sei. "1,36 Millionen Euro werden für die Kampagne verschwendet. Den gesetzlichen Auftrag zur Information der BürgerInnen erfüllt die Regierung mit dieser Werbeschlacht aber nicht", stellt Csörgits abschließend fest. (mfr)

ÖGB, 6. Feber 2002 Nr. 114

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