- 06.02.2002, 12:45:35
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ÖGB-Frauen: Warnung vor der Falschinformationskampagne des Sozialministers
Werbeschlacht zum Kindergeld kostet SteuerzahlerInnen 1,36 Mill. Euro
Wien (ÖGB). "Die Kampagne des Sozialministers zum Kindergeld
kostet nicht nur eine Menge Geld. Zusätzlich ist sie so angelegt,
dass genau das Gegenteil dessen erreicht wird, was als Ziel
vorgegeben ist: Statt Information gibt es Falschinformation", ist
ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits empört. Die
Aufklärung der jungen Eltern, wann Anspruch auf Kindergeld bestehe,
werde dadurch erschwert, so Csörgits.++++
Sind die Printsujets schon sehr bedenklich, setzt die TV-Werbung noch
eins drauf: Dort sind eine Frau und zwei tanzende Babys zu sehen. Der
Slogan dazu: Babys bekommen jetzt 436 €. "Das ist schlichtweg falsch.
Zum einen haben Babys überhaupt keinen Anspruch auf die Leistung, sie
gebührt dem betreuenden Elternteil. Zum zweiten gibt es das Geld
nicht für jedes, sondern jeweils nur für das jüngste Kind. Der
TV-Spot mit den zwei Babys suggeriert freilich genau das Gegenteil.
Er erinnert an die 'Schmäh-Kampagne' der FPÖ zum Kinderscheck, wo
ebenfalls behauptet wurde, das Geld gebe es für jedes Kind. Und
drittens ist der Spot auch deshalb falsch, weil eben nicht alle
Eltern Anspruch auf die Leistung haben. Gerade bei den ausländischen
Frauen gibt es einige, die durch die Finger schauen", erklärt
Csörgits.
Der Sozialminister begründet die aus öffentlichen Mitteln finanzierte
Kampagne damit, dass die Regierung per Gesetz zur Information über
das Kindergeld verpflichtet sei. "1,36 Millionen Euro werden für die
Kampagne verschwendet. Den gesetzlichen Auftrag zur Information der
BürgerInnen erfüllt die Regierung mit dieser Werbeschlacht aber
nicht", stellt Csörgits abschließend fest. (mfr)
ÖGB, 6. Feber 2002 Nr.
114
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Mag. Marina Fassler-Ristic
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