AK fordert mehr Berufsorientierung an den Schulen

Schüler werden zu wenig auf die Arbeitswelt vorbereitet

Wien (AK) - Mangelnde Berufsorientierung - zu wenige Ausbildungsplätze - falsche Schule - Unzufriedenheit mit der Ausbildung - hohe Abbruchraten: Die Gründe für die derzeit alarmierend hohe Jugendarbeitslosigkeit gehen tief ins österreichische Ausbildungssystem, kritisieren die AK-ExpertInnen. Die Sozialpartner haben zwar die verpflichtende Einführung des Fachs "Berufsorientierung" in den Schulen durchgesetzt, die Umsetzung ist aber offenkundig mangelhaft. Denn ein Viertel aller SchülerInnen sitzt nach eigenen Angaben in der falschen Schule. Das ergab eine Zusatzuntersuchung zur Pisa-Studie. Das führt zur Demotivation und zum Schulabbruch. Da betriebliche und schulische Ausbildungsplätze in zu geringem Umfang zur Verfügung stehen, wird die Integration am Arbeitsmarkt erschwert. Die AK fordert daher ein verstärktes Angebot an Ausbildungsplätzen und die durchgehende Umsetzung einer fundierten Berufsorientierung in den österreichischen Schulen, damit die Jugendlichen ihre richtige Wahl treffen können. Und die Umsetzung müsse vom Ministerium jedenfalls kontrolliert werden.****

Die SchülerInnen sind demotiviert, da sie sich in Ausbildungen befinden, die nicht ihre erste Wahl sind. Dadurch steigen die Abbrecherquoten, über 7 Prozent der Jugendlichen in Österreich beginnen schon keine Ausbildung nach der Pflichtschule und bei den 20 - 24 Jährigen verfügen 15 Prozent über keine weiterführende Ausbildung. In den Zusatzuntersuchungen für Österreich zu Pisa Plus gab fast ein Viertel der SchülerInnen auf die Frage nach der richtigen Schulwahl an, sie würden die derzeit besuchte Schule kein zweites Mal wählen.

Dieses Ergebnis deckt sich mit einer Studie der AK Wien vom Frühjahr 2001: Hier gaben über 22 Prozent der Jugendlichen in den ersten Klassen der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen sowie im Oberstufenrealgymnasium an, diese Fachrichtung nicht wieder zu wählen, bei den BerufsschülerInnen sogar fast ein Drittel.

Schulen schwänzen Unterricht

In Pisa Plus geben nur 31 Prozent an, dass es in ihrer Klasse einen längerdauernden berufskundlichen Unterricht gegeben hat. Die AHS-SchülerInnen liegen mit nur 21 Prozent noch weit darunter. Und in der AK-Wien-Studie sind es über 50 Prozent, die das Fach Berufsorientierung nicht in der zuletzt besuchten Schule hatten, obwohl es sich hier um eine verpflichtende Übung in der Hauptschule und der AHS-Unterstufe handelt.

Die AK fordert die sofortige Umsetzung der verpflichtenden Berufs-und Bildungswegorientierung in der Mittelstufe. Vor der Entscheidung für eine weiterführende Ausbildung müssen die Jugendlichen sich klar mit ihren Möglichkeiten und Wünschen auseinandersetzen.

Aktuelle Umfragen in den Oberstufenschulen zeigen auch, dass die Jugendlichen keineswegs auf die zukünftige Arbeitswelt vorbereitet sind und die nötige Sicherheit vermittelt bekommen, um ihre berufliche Laufbahn einschlagen zu können. Auch hier muss für Berufsorientierung Zeit sein, verlangen die AK-ExpertInnen.

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AK Wien Presse Thomas Angerer

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