- 06.02.2002, 11:23:09
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AK fordert mehr Berufsorientierung an den Schulen
Schüler werden zu wenig auf die Arbeitswelt vorbereitet
Wien (AK) - Mangelnde Berufsorientierung - zu wenige
Ausbildungsplätze - falsche Schule - Unzufriedenheit mit der
Ausbildung - hohe Abbruchraten: Die Gründe für die derzeit
alarmierend hohe Jugendarbeitslosigkeit gehen tief ins
österreichische Ausbildungssystem, kritisieren die AK-ExpertInnen.
Die Sozialpartner haben zwar die verpflichtende Einführung des Fachs
"Berufsorientierung" in den Schulen durchgesetzt, die Umsetzung ist
aber offenkundig mangelhaft. Denn ein Viertel aller SchülerInnen
sitzt nach eigenen Angaben in der falschen Schule. Das ergab eine
Zusatzuntersuchung zur Pisa-Studie. Das führt zur Demotivation und
zum Schulabbruch. Da betriebliche und schulische Ausbildungsplätze in
zu geringem Umfang zur Verfügung stehen, wird die Integration am
Arbeitsmarkt erschwert. Die AK fordert daher ein verstärktes Angebot
an Ausbildungsplätzen und die durchgehende Umsetzung einer fundierten
Berufsorientierung in den österreichischen Schulen, damit die
Jugendlichen ihre richtige Wahl treffen können. Und die Umsetzung
müsse vom Ministerium jedenfalls kontrolliert werden.****
Die SchülerInnen sind demotiviert, da sie sich in Ausbildungen
befinden, die nicht ihre erste Wahl sind. Dadurch steigen die
Abbrecherquoten, über 7 Prozent der Jugendlichen in Österreich
beginnen schon keine Ausbildung nach der Pflichtschule und bei den 20
- 24 Jährigen verfügen 15 Prozent über keine weiterführende
Ausbildung. In den Zusatzuntersuchungen für Österreich zu Pisa Plus
gab fast ein Viertel der SchülerInnen auf die Frage nach der
richtigen Schulwahl an, sie würden die derzeit besuchte Schule kein
zweites Mal wählen.
Dieses Ergebnis deckt sich mit einer Studie der AK Wien vom
Frühjahr 2001: Hier gaben über 22 Prozent der Jugendlichen in den
ersten Klassen der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen
sowie im Oberstufenrealgymnasium an, diese Fachrichtung nicht wieder
zu wählen, bei den BerufsschülerInnen sogar fast ein Drittel.
Schulen schwänzen Unterricht
In Pisa Plus geben nur 31 Prozent an, dass es in ihrer Klasse
einen längerdauernden berufskundlichen Unterricht gegeben hat. Die
AHS-SchülerInnen liegen mit nur 21 Prozent noch weit darunter. Und in
der AK-Wien-Studie sind es über 50 Prozent, die das Fach
Berufsorientierung nicht in der zuletzt besuchten Schule hatten,
obwohl es sich hier um eine verpflichtende Übung in der Hauptschule
und der AHS-Unterstufe handelt.
Die AK fordert die sofortige Umsetzung der verpflichtenden Berufs-
und Bildungswegorientierung in der Mittelstufe. Vor der Entscheidung
für eine weiterführende Ausbildung müssen die Jugendlichen sich klar
mit ihren Möglichkeiten und Wünschen auseinandersetzen.
Aktuelle Umfragen in den Oberstufenschulen zeigen auch, dass die
Jugendlichen keineswegs auf die zukünftige Arbeitswelt vorbereitet
sind und die nötige Sicherheit vermittelt bekommen, um ihre
berufliche Laufbahn einschlagen zu können. Auch hier muss für
Berufsorientierung Zeit sein, verlangen die AK-ExpertInnen.
Rückfragehinweis: AK Wien Presse Thomas Angerer
Tel.: (01) 501 65-2578
email: [email protected]
http://www.akwien.at
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