• 06.02.2002, 10:41:01
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VORARLBERGER BUNDESRÄTE LEGEN TÄTIGKEITSBERICHT ÜBER 2001 VOR Weiss, Hagen und Giesinger betonen landesbezogene Eigenständigkeit=

Wien (PK) - Die drei vom Vorarlberger Landtag entsandten
Bundesräte Jürgen Weiss, Ilse Giesinger (beide V) und Christoph
Hagen (F) geben in einem Tätigkeitsbericht einen Rückblick über
ihre Mitwirkung in der Länderkammer im Jahr 2001. Alle drei
Mandatare hatten im abgelaufenen Jahr wichtige Funktionen.
Während Jürgen Weiss die Funktion des Vizepräsidenten bekleidete,
war Ilse Giesinger als Schriftführerin und Christoph Hagen als
Schriftführer tätig.

Die Vorarlberger Bundesräte betonen in ihrem Bericht, dass alle
an sie herangetragenen Anliegen des Landtages umgesetzt und die
Interessen des Landes in bestmöglicher Weise wahrgenommen wurden.
Im Abstimmungsverhalten fand dies durch eine gewisse
landesbezogene Eigenständigkeit seinen Niederschlag. So haben die
Vorarlberger Bundesräte in drei Fällen dem Antrag des
entsprechenden Ausschusses, gegen einen Gesetzesbeschluss des
Nationalrates keinen Einspruch zu erheben, geschlossen nicht
Folge geleistet. Es handelte sich dabei zunächst um die Euro-
Gerichtsgebühren-Novelle, die nach Ansicht der Vorarlberger
Vertreter eine Verschlechterung der Gerichtsgebührenbefreiung für
geförderten Wohnraum nach sich zog. Das Deregulierungsgesetz
wiederum wurde abgelehnt, weil die Bundesregierung dabei, wie der
Bericht betont, weder ein Einvernehmen mit den Ländern herstellte
noch ein Begutachtungsverfahren durchführte. Maßgeblich für die
Verweigerung der Zustimmung zur Änderung des
Finanzausgleichsgesetzes durch die Vorarlberger Bundesräte war
eine mit der Übertragung der Bundesstraßen an die Länder
verbundene, aber vom Bund einseitig vorgezogene Kürzung der
Mittel für den Katastrophenfonds.

Der Antrag auf Nichtbeeinspruchung der Errichtung einer
Bundesbeschaffungs GesmbH fand keine Zustimmung durch den
Bundesrat Christoph Hagen, Ilse Giesinger konnte sich der
Genehmigung der 2. Dienstrechtsnovelle nicht anschließen.

In ihren Schlussbemerkungen unterstreichen die drei Bundesräte,
dass auch ohne Verfassungsänderungen wesentliche Verbesserungen
hinsichtlich einer Stärkung der Länderkammer möglich wären.
Voraussetzung dafür seien eine kontinuierliche Rückkoppelung zum
Landtag sowie eine eigenständige Umsetzung von Landesanliegen.
Klar war für die Vorarlberger Vertreter dabei, dass
Landesanliegen Vorrang vor den Eigeninteressen der
parlamentarischen Fraktionen zuzukommen habe. So sollten vor
allem bei zustimmungspflichtigen Verfassungsgesetzen sowie bei
der Einbringung von Gesetzesinitiativen und
Entschließungsanträgen die Länder bei ihren Bundesräten dem
Einfluss der Parlamentsfraktionen, aber auch den häufigen
Hinweisen auf eine vorangegangene und übergeordnete politische
Zustimmung von Ländervertretern zum Regierungsprogramm ein
Gegengewicht setzen, heißt es im Bericht der Vorarlberger
Bundesräte mahnend.

AVISO

Die nächste Sitzung des Bundesrats ist für Donnerstag, den 21.
Februar anberaumt. Es wird dies erste Sitzung sein, in der die
Oberösterreicherin Uta Barbara Pühringer als turnusgemäße neue
Präsidentin der Länderkammer den Vorsitz führen wird. In dieser
Sitzung wird der Landeshauptmann von Oberösterreich, Dr. Josef
Pühringer, zu Beginn der Sitzung eine Erklärung abgeben.
(Schluss)

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