ÖGB-Schmölz zu Knafl: Seniorenvertreter oder Befehlsempfänger der Regierung?

Mehr Einsatz für die Umsetzung der gemeinsamen Resolution gefragt

Wien (ÖGB). "Herr Knafl agiert als Befehlsempfänger der Bundesregierung anstatt die Interessen der SeniorInnen zu vertreten", ist der Vorsitzende der ÖGB-PensionistInnen, Johann Schmölz, über den Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes und amtsführenden Präsidenten des Seniorenrats empört. Stefan Knafl hat in einer Aussendung unter anderem der Vertretung der ÖGB-PensionistInnen eine unzureichende Unterstützung der älteren Menschen vorgeworfen.++++

Johann Schmölz kontert: "Stefan Knafl täte besser daran, seine Kraft dafür einzusetzen, dass die Regierung - zu der er ja ein Naheverhältnis hat - die unerträgliche Belastungspolitik den älteren Menschen gegenüber einstellt, anstatt die anderen SeniorenvertreterInnen zu attackieren. Ich erinnere ihn daran, dass es eine gemeinsame Resolution des Seniorenrats vom vergangenen Oktober gibt, in der unter anderem eine gerechte Pensionsanpassung und die Rücknahme der Unfallrentenbesteuerung gefordert wird. Beides ist nicht geschehen, trotzdem kritisiert der nunmehrige Präsident des Seniorenrates nicht die Regierung, sondern die übrigen Seniorenorganisationen. Das nenn´ ich einen Einsatz für die Sache der PensionistInnen."

Im Seniorenrat selbst habe Knafl noch nie die Aktionen der ÖGB-PensionistInnen kritisiert. "Hat er dort nicht den Mut dazu?", fragt Schmölz und verweist darauf, dass sich die ÖGB-PensionistInnen auch weiterhin für die älteren Menschen einsetzen werden. "In Sachen Kriegsgefangenen-Entschädigung haben wir ein Musterverfahren in die Wege geleitet, weil Gefangene der West-Alliierten keine Entschädigung erhielten. Gestern erfolgte im Parlament die Ausweitung des Gesetzes. Wir sind stets gegen die überfallsartige Beseitigung der vorzeitigen Alterspension wegen geminderter Erwerbsfähigkeit aufgetreten - der OGH hat die rückwirkende Aufhebung dieser Pensionsform erst kürzlich als rechtswidrig beurteilt. Und bei den Verhandlungen zur Pensionsanpassung wäre das Ergebnis noch schlechter ausgefallen, hätten wir uns nicht in die Bresche geworfen", listet Schmölz auf.

An Knafl gewendet fordert er: "Herr Präsident des Seniorenrates, wir erwarten von Ihnen endlich einmal konstruktive Vorschläge in Sachen Verbesserung der Situation der älteren Menschen. Und wenn Ihnen unser Stil nicht passt, dann bitte ich Sie, uns das in Hinkunft persönlich mitzuteilen", so Schmölz abschließend. (mfr)

ÖGB, 31. Jänner 2002
Nr. 093

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