Ski und Rodel am Autodach - Wie liegen sie richtig?

Wie liegen die Ski bequem? Welche Fahrweise muss mit Beladung an den Tag gelegt werden? Wer hat Schuld wenn's kracht? Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) informiert

Wien (OTS) - Die Semesterferien nahen und Familie Österreicher
wird wieder ihre sieben Sachen zusammenpacken und sich zwecks sportlicher Winterbetätigung in verschneitere Gefilde begeben. Damit nicht nur Kind und Kegel, sondern auch Ski, Rodel und Bob ordentlich und sicher verstaut werden, gibt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) einige Tipps, worauf zu achten ist.

Keine schweren Gegenstände aufs Dach

"Je weiter weg vom Schwerpunkt des Fahrzeuges eine Last ist, umso stärker beeinflusst sie das Fahrverhalten. Daher gehören schwere Gegenstände nicht aufs Dach, sondern in den Kofferraum", empfiehlt Ing. Kurt Vavryn, Leiter der Abteilung für Fahrausbildung und Fahrzeugtechnik des KfV. Da Ski jedoch meist zu sperrig sind, um im Fahrzeug transportiert werden zu können, müssen sie aufs Dach. Und damit die Bindungen auch nach dem Transport im Salznebel funktionieren und die Kanten nicht rosten, sollten sie im Skisack transportiert werden. Jedenfalls aber müssen die Spitzen nach hinten zeigen. Als schonendste Beförderung gilt aber die Dachbox. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass auch innerhalb der Dachbox die Gegenstände festgezurrt werden müssen.

Ladegut darf sich nicht bewegen

"Prinzipiell gilt, je weniger Gepäck desto besser, da sich mit zunehmender Beladung der Bremsweg verlängert. Schwere Ladung auf dem Dach wirkt sich dabei besonders ungünstig aus, da sie die dynamische Radlastverlagerung auf die Vorderräder beim Bremsen verstärkt", warnt Vavryn vor allzu eifrigem Einpacken. Auch in Kurven ist mit geändertem Fahrverhalten zu rechnen. Auf Gummispanner sollte verzichtet werden. Zur Befestigung von Ski, Rodel oder Bob eignen sich die gängigen im Fachhandel erhältlichen Spanngurten. Diese sollten möglichst kurz - und nicht über das gesamte Ladegut -gespannt sein. Beim Festzurren ist darauf zu achten, dass nicht nur ein Gurt an mehreren Befestigungspunkten verwendet wird, außerdem soll man sich nicht nur auf einen einzigen Gurt verlassen. Als Grundregel gilt: Ein ordentlich gesichertes Ladegut darf sich nicht bewegen. Und damit Sie sicher sind, dass das auch so bleibt, sollte die erste Kontrolle mit "Rütteltest" für Ladung und Dachträger bereits nach den ersten 10 - 20 schneller gefahrenen Kilometern, z.B. auf einem Autobahnparkplatz, erfolgen.

Mit Beladung noch wichtiger: Abstand halten!

Kollisionen und Massenunfälle können nur entstehen, wenn die Abstände zu gering sind. Daher, Abstand halten - vor allem, wenn die Ladungssicherung des Vordermannes schon verdächtig erscheint. Mit einem schwer beladenen Fahrzeug erhöht sich der Bremsweg. Der Abstand muss um ein bis zwei Sekunden länger sein, als ohne Gepäck.

Bei Unfall trägt Lenker die Schuld

Auch aus rechtlicher Sicht sollte man sich die Beladung gut überlegen: "Bei unsachgemäßer Befestigung von Ski oder Rodel wird bei Verkehrskontrollen zumeist mit Verhängung einer Geldstrafe das Auslangen gefunden. Tritt aber ein Personenschaden ein, drohen gravierende zivil- und strafrechtliche Konsequenzen", weist Mag. Armin Kaltenegger, Leiter der Rechtsabteilung des KfV, darauf hin, dass die Dachladung sicher verwahrt werden muss. Es darf kein Verkehrsteilnehmer dadurch behindert werden (z.B. eingeschränkte Sicht des Lenkers). Ist die Ladung nicht vorschriftsmäßig gesichert, kann es passieren, dass diese einfach verloren wird bzw. bei einer Vollbremsung zum "Geschoss" mutiert. Bei einem Unfall mit Personenschaden trägt der Lenker die Verantwortung und kann wegen fahrlässiger Körperverletzung bzw. Tötung sogar hinter Gitter wandern. Der Strafrahmen reicht hier bis zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr.

Auch bei Fahrerwechsel: Lenker verantwortlich!

"Davon habe ich nichts gewusst" gilt nicht. Der Lenker ist immer für seine Ladung verantwortlich, auch wenn er diese nicht selbst am Autodach angebracht hat. Beim Fahrerwechsel geht auch die Verantwortung hinsichtlich der Gepäckstücke am Dach auf den neuen Lenker über. Werden weitere Strecken gefahren, sind Nachkontrollen in angemessenen Abständen notwendig.

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