FP-Sichrovsky: Nachholbedarf bei Wiedergutmachung an tschechische NS-Opfer

Haßreaktion auf Österreich kann nicht von Mißstand ablenken

Wien, 2002-01-29, -(fpd)- "Die Reaktion der jüdischen Gemeinde in Prag auf die Kritik der mangelnden Entschädigung der NS-Opfer durch die tschechischen Regierungen und die damit verbundene Haßreaktion auf Österreich ist mehr als befremdend", stellte heute der freiheitliche Generalsekretär Mag. Peter Sichrovsky fest. In die Wohnungen der fast 400.000 vertriebenen und ermordeten tschechischen Juden seien wohl kaum Österreicher eingezogen und das Hab und Gut dieser Opfer sei ebenfalls nicht von Österreichern beschlagnahmt und gestohlen worden.****

"Selbst in meiner eigenen Familie wurde meiner aus Prag stammenden Mutter und ihren Verwandten nie ein Teil des beschlagnahmten Vermögens zurückgegeben oder eine Entschädigung angeboten. Die tschechischen Behörden gingen sogar so weit, daß sie sich nach dem Krieg weigerten, die Witwenpension meiner Großmutter, die ihr während der Lagerzeit nicht mehr ausbezahlt wurde, an meine Mutter auszuzahlen", so Sichrovsky weiter.

Der Generalsekretär stellte darüber hinaus unmißverständlich klar, " daß seit Jahrzehnten die Opfer und ihre Angehörigen versuchen vor allem Wohnungen, Immobilien und andere beschlagnahmte Wertgegenstände zurückzubekommen. Es ist daher absurd, daß ausgerechnet die offizielle Vertretung der jüdischen Gemeinden versucht von diesen Mißständen durch dumpfe Angriffe auf Österreich abzulenken. Es wäre eher an der Zeit, daß die Interessensvertreter der jüdischen Minderheit ihre Dienste den Opfern und ihren Angehörigen zur Verfügung stellen würden."

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