- 25.01.2002, 11:59:06
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Generalverkehrsplan: WKÖ fordert stärkere Schienen-Anbindung zu Beitrittskandidaten
Schenz: Straßenausbauplan deckt wesentliche Anforderungen der Wirtschaft ab - Prioritätenreihung von Straßen- und Schienenprojekten ist noch zu überprüfen
Wien (PWK066) - Die Erstellung eines Generalsverkehrsplans für
Österreich, der heute beim Reformdialog VII von der Bundesregierung
vorgestellt wurde, wird von der österreichischen Wirtschaft begrüßt,
"da er eine wichtige Ausgangsbasis für weitere Überlegungen
darstellt", äußerste sich WKÖ-Vizepräsident Richard Schenz
grundsätzlich positiv in Richtung Infrastrukturministerium. Der
Straßenausbauplan trage, so weit bekannt, im wesentlichen den
Anforderungen der Wirtschaft Rechnung, wenn auch die Zeiträume für
die Anbindung an die Beitrittskandidatenländer eindeutig zu lang
erscheinen.
Als "unzureichend" bezeichnete Schenz die im Generalverkehrsplan
angeführten Schienenausbau-Projekte: "Wir benötigen eine Einbindung
Österreichs in die paneuropäischen Korridore und eine verstärkte
Anbindung an die Beitrittskandidatenländer." Wichtig sei vor allem
der Anschluss an den Korridor Kiew-Budapest-Mailand auf
österreichischem Gebiet sowie an den Korridor VI, wo eine
leistungsfähige Verbindung Brünn-Wien-Flughafen und bis Graz und von
dort über Ljubljana zu den wirtschaftlich äußerst wichtigen Häfen
Triest und Koper benötigt werde. "Dringend ist auch ein rascher
Ausbau der Pyhrn- und Summerauerbahn, um die Strecke
Prag-Linz-Triest/Koper leistungsfähig zu machen und die südlichen
Bundesländer an die europäischen Absatzmärkte anzuschließen", machte
Schenz aufmerksam.
Grundsätzlich unterstützt wird von der WKÖ die Einführung einer
benutzungsabhängigen elektronischen Maut in Abstimmung und
preislichem und technischem Einklang mit Deutschland. Schenz: "Der
kolportierte Mautsatz von 0,22 Euro ist zu hoch und im Sinne des
Weißbuchs der EU sollte es dabei in erste Linie zu einer Umschichtung
innerhalb der verkehrsbezogenen Abgaben kommen, was heißt: die
Lkw-Maut muss von einer Reduktion nicht benutzerabhängigen Abgaben
begleitet werden."
Schenz kündigte an, dass die Wirtschaftskammer Österreich den
Generalverkehrsplan noch im Detail begutachten und intern prüfen
werde, inwieweit die wirtschaftlichen Interessen darin sowohl
branchenspezifisch als auch regional abgebildet sind. "Ebenso werden
wir untersuchen, ob genügend Rücksicht auf die EU-Erweiterung und die
damit verbundenen Entwicklungen genommen wurde", so Schenz
abschließend. (Ne)
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