- 17.01.2002, 10:12:11
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ÖBB: 40 Jahre Wiener Schnellbahn
Eine erfolgreiche Ära geht in die nächste Phase Wien (OTS) - Vor genau 40 Jahren, am 17. Jänner 1962, fiel der historische Startschuss für eine neue Ära im Wiener Stadtverkehr: die ÖBB eröffneten nach acht Jahren Planungs- und Bauzeit die Wiener Schnellbahn. Damit wurde das bis heute hochrangigste öffentliche Verkehrsmittel geboren. Neben einer Anbindung des gesamten Wiener Umlandes wurde auch der Stadtverkehr innerhalb Wiens wesentlich beschleunigt und die einzelnen Stadtteile mit der neuen Schnellbahn näher zusammengeführt. Heute, 40 Jahre später, ist die Geschichte der Wiener Schnellbahn noch lange nicht abgeschlossen. Umfangreiche Ausbauarbeiten weisen den Weg in eine neue Schnellbahn-Zukunft.**** Bereits 1954 wurde die Errichtung einer Schnellbahnverbindung zwischen den Bahnhöfen Meidling und Floridsdorf - heute bekannt als Schnellbahn-Stammstrecke - zwischen ÖBB, Stadt Wien und Verkehrsministerium akkordiert. Nach nur acht Jahren intensiver Planungs- und Bauzeit wurde am 17. Jänner 1962 in einem feierlichen Festakt ein neues Zeitalter im Wiener Stadtverkehr eingeläutet. Die erste Schnellbahn der Baureihe 4030, die den Wiener Schnellbahnverkehr viele Jahre lang dominierte, verließ die neue Haltestelle Südbahnhof.

ÖBB-Bau-Know How im Einsatz
Die Errichtung der neuen Schnellbahn war bereits zu dieser Zeit
eine beeindruckende Ingenieursleistung. Neben neuen Bahntrassen
mussten auch die vorhandenen Bestandsstrecken aufgrund der
umfangreichen Kriegsschäden de facto völlig neu errichtet werden.
Dabei fiel auch die richtungsweisende Entscheidung, sämtliche
Strecken von Beginn an elektrisch zu betreiben. Dafür wurden
insgesamt 213 km Gleise mit Fahrleitungen versehen, 2.400 Maste
wurden aufgestellt.
Auch andere bautechnische Kennwerte dokumentieren den Umfang
dieses groß angelegten Bauvorhabens. So wurden rund 700.000 m3 Erde
bewegt, u.a. für die unterirdische Trasse entlang des Gürtels im
Bereich Südtirolerplatz/Südbahnhof. Weiters wurden 160.000 m3 Beton
verarbeitet, 6.500 Tonnen Stahl umgesetzt und 42.000 Schwellen
verlegt. Damit wurde ein einschneidendes Bahn-Infrastrukturprojekt
realisiert. Die Kosten für den Ausbau und für die Beschaffung der
Schnellbahn-Garnituren beliefen sich damals auf insgesamt 800 Mio.
Schilling (heute 58,1 Mio. EUR).
Hochrangiger Schienenverkehr gefragt
Grund für die Errichtung der Schnellbahn und damit dem Start einer
neuen Ära im Wiener Stadtverkehr waren die veränderten
Verkehrsbedürfnisse, die sich durch die Richtung Norden und Süden
rasant wachsende Stadt ergaben. Die begrenzte Kapazität und die
langen Fahrzeiten der Straßenbahn, dem einzigen schienengebundenen
Wiener Stadtverkehrsmittel der damaligen Zeit, waren für diese
richtungsweisende Entscheidung ausschlaggebend.
200 Schnellbahnverbindungen boten die ÖBB zum Beginn täglich an.
Heute sind es viermal so viel, rund 800 pro Tag.
Rasante Entwicklung: neue Haltestellen, neue Strecken, dichtere
Takte
Im Gegensatz zum ursprünglichen 15-Minuten-Takt auf der
Stammstrecke verkehren heute die Züge in z.T. 3 bis 4
Minuten-Intervallen. Neue Haltestellen wurden errichtet
(Matzleinsdorferplatz und Brünnerstraße 1969, Rennweg 1971), Bahnhöfe
wurden im Zuge von U-Bahn-Anbindungen adaptiert und modernisiert
(Wien Mitte und Meidling 1983, Floridsdorf 1995, Haltestelle
Handelskai 1996). Neue Schnellbahnlinien wurden eingerichtet,
beispielsweise die traditionsreiche Vorortelinie S 45, die 1987 nach
über 50 Jahren Stillstand wieder ihren Betrieb aufnahm. Sukzessive
wurde das gesamte Umland Wiens in das Schnellbahn-System integriert
und der Takt zunehmend verdichtet. Mödling, Baden, Wiener Neustadt,
Hollabrunn, Mistelbach, Stockerau, Korneuburg, der Flughafen Wien
Schwechat, Wolfsthal, Nickelsdorf, Neusiedl/See und Gänserndorf
gehören heute ebenso selbstverständlich zum Schnellbahn-Netz der ÖBB
wie die zahlreichen Stationen innerhalb Wiens.
Ausbau für die Zukunft
Derzeit investieren die ÖBB Hunderte Millionen Euro in die
Modernisierung und Weiterentwicklung der Wiener Schnellbahn. Das
größte aktuelle Infrastrukturprojekt ist der Ausbau der
Flughafenschnellbahn S 7, der im Mai 2000 begonnen wurde und in elf
Monaten, exakt am 14. Dezember 2002, abgeschlossen wird. Weite
Strecke der künftig zweigleisig ausgebauten Strecke werden in
Tieflage geführt. Umfangreiche Stadtentwicklungsprojekte im Bereich
des früheren Aspangbahnhofes, der neuen Haltestelle Rennweg und dem
Bahnhof Wien Mitte werden dadurch ermöglicht. Die neue S 7 stellt
dann eine europaweit vorbildhafte Verbindung zwischen Flughafen und
der Wiener City sicher und bringt Tausenden Pendlern aus
Niederösterreich täglich spürbare Verbesserungen.
Auch der Umbau des Bahnhofes Meidling läuft auf Hochtouren. Im
August 2001 konnte der neue Bahnsteig 11 - ein eigener Bahnsteig für
Schnellbahnen zwischen Meidling und Floridsdorf - in Betrieb genommen
werden. Mit der Fertigstellung der Umbauarbeiten 2003 wird der
Bahnhof Meidling über insgesamt acht Bahnsteige verfügen (zuvor
fünf), vier davon werden allein der Wiener Schnellbahn zugeordnet
sein. Damit wird die Wiener Schnellbahn an einer ihrer zentralen
Angelpunkte noch schneller, kundenorientierter und effizienter.
Im Norden Wiens laufen die Arbeiten zur Errichtung der neuen
Haltestelle Jedlersdorf. Seit Oktober 2000 werden hier die Arbeiten
bei laufendem Betrieb durchgeführt, eine neue, moderne und näher zu
den Kunden- und Verkehrsströmen verlegte Haltestelle entsteht. 2003
wird die neue Haltestelle Jedlersdorf eröffnet.
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