Aktiv gegen Lärm, Lärmschutzplan, Nachtflüge: wien.at über Lärm

SYLVIE vermittelt, LärmOnlineInformationsSystem Lois informiert

Wien, (OTS) Zwar leiden heute weniger Menschen unter dem Lärm als in den 70er Jahren, dennoch bleibt Lärm - und vor allem Straßenlärm - eine der wesentlichen Beeinträchtigungen in der Stadt. Mit Möglichkeiten zur Verringerung von Lärmbelästigungen beschäftigt sich auch die aktuelle Jänner-Ausgabe der Stadt-Wien-Publikation wien.at. Eine Möglichkeit bietet das EU-Projekt SYLVIE, Systematische Lärmsanierung von innerstädtischen Wohnvierteln; für einzelne BürgerInnen interessant ist das LärmOnlineInformationsSystem LOIS, im Internet unter www.lois.wien.at/ zu finden, telefonische Infos:
Umwelt-Hotline 4000/8022. Maßnahmen gegen den Lärm gehören aber auch zu de Schwerpunkten der Politik. Umweltstadträtin Isabella Kossina (SPÖ) unterstreicht in wien.at, dass es in den letzten Jahren zwar gelungen ist, den Lärm in Wien um 17 Prozent zu verringern. Doch müsse der Weg der Lärmbekämpfung, etwa durch entsprechende Verkehrsplanung, weiter gegangen werden. Stadträtin Karin Landauer (FPÖ) plädiert für ein Nachtflugverbot und für abendliche Flugerlaubnis nur für besonders leise Maschinen. ÖVP-Umweltsprecher Rudolf Klucsarits fordert einen Lärmschutzplan und ein neues Lärmschutzgesetz. Die Grüne Abgeordnete Susanne Jerusalem wieder fordert die Stadtverwaltung auf, das Problem ernst zu nehmen und Lärm durch Verkehrsberuhigung und lokale Maßnahmen zu vermindern.

Lärmquellen in einer Stadt gibt’s, no na, in großer Zahl - von Autos über laute Lokale bis hin zu den umweltfreundlichen Öffis. Zu den Maßnahmen, die die Stadt zur Verringerung der Lärmbelastung unternimmt, zählen u.a. Lärmschutzwände, geförderter Einbau von Schallschutzfenstern, bessere Fahrbahnbeläge, moderne Schallschutztechnik bei öffentlichen Verkehrsmitteln, Forschungen, Bürgerbeteiligung (SYLVIE und Lois), Hilfe durch die Umweltschutzabteilung und andere Einrichtungen usw.****

Am meisten stört die WienerInnen der Straßenlärm, allerdings machen wir den zumeist auch selbst ... Fußgängerzonen (52 in Wien), Wohnstraßen (davon gibt’s 92), Tempo 30-Zonen (auf 920 Kilometern) können Abhilfe schaffen.

Geplant ist übrigens auch die lärmtechnische Sanierung bei wichtigen Schienenstrecken der ÖBB. Damit soll die Belastung der Anrainer auf maximal 55 Dezibel - das entspricht etwa einem leise aufgedrehten Radio - sinken. Jährlich gibt die Stadt dafür 1,82 Millionen Euro aus.

Im Privatbereich sollten Fans lautstarker Disco-Klänge eines bedenken: Auf den Tanzflächen von Diskotheken werden bis zu 117 Dezibel gemessen - ein in 50 Meter Entfernung vorbeizischender Jet kommt auf etwa 130 Dezibel. Durch die hohe Lautstärke in der Disco vermindert sich vorübergehend die Hörfähigkeit, die Ohren brauchen zumindest eine Erholungspause.

Kossina: Lärmminderung ist eine wichtige Aufgabe kommunaler Umweltpolitik

"Die Wiener Bevölkerung hat ein Recht auf Ruhe, und Wien hat in der Vergangenheit schon einiges dazu beigetragen, dass sie sich auf dieses Recht verlassen kann. In den vergangenen Jahren ist es gelungen, den Lärm in Wien um 17 Prozent zu reduzieren", verweist SP-Umweltstadträtin Kossina auf Aktivitäten gegen den Lärm. Die Verkehrsplanung habe wesentlich Anteil an der Lärmbekämpfung:
Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wie Fußgängerzonen und Wohnstraßen tragen zur Lärmminderung bei. Diesen Weg werde die Stadt auch weiterhin fortsetzen.

"Lärmminderung ist eine wichtige Aufgabe kommunaler Umweltpolitik. Mit dem Lärm-Online-Informationssystem LOIS will Wien zeigen, dass es sich lohnt, gegen den Lärm aktiv zu werden", sagt Kossina weiter: Seit kurzem kann man sich im Internet unter www.lois.wien.at/ umfassend über das Thema informieren; außerdem bietet diese Informationsplattform auch Tipps und Tricks, wie man sich wirksam vor Lärm schützen kann.

Landauer: Wichtig wäre Verbot von Nachtflügen

Lärm, vor allem Verkehrslärm, stellt heutzutage ein gravierendes Umwelt- und Gesundheitsproblem dar. Insbesondere macht der Fluglärm vielen Menschen zu schaffen", betont FP-Stadträtin Karin Landauer. Die Chancen für eine Verbesserung dieser Situation stünden aber schlecht, da der Flughafen Wien weiter expandieren wolle und den Bau einer dritten Piste plane. In den letzten Jahren gab es bereits knapp 190.000 Flugbewegungen; mit drei Pisten wäre mit einer enormen weiteren Steigerung zu rechnen: laut Technischer Universität käme man auf 460.000 Flugbewegungen.

Wichtig wäre daher, verlangt Landauer, ein Verbot von Nachtflügen. Darüber hinaus sollten in den Abend- und Nachtstunden nur besonders leise Flugzeuge fliegen dürfen; erreichen könnte man dies mit entsprechend niedrigeren Landegebühren für leisere Maschinen.

Klucsarits: Lärmschutzplan und neues Lärmschutzgesetz

"Mit reinen Informationsveranstaltungen oder -systemen wird man dem Lärmproblem in Wien mit Sicherheit nicht Herr werden. Die Ankündigungspolitik der Wiener Stadtregierung alleine ist dafür sicher zu wenig", kritisiert ÖVP-Umweltsprecher Klucsarits. Konkrete Maßnahmen zur Senkung des Lärmpegels seien nötig. Ein erster Schritt sei die Ausarbeitung eines konkreten Lärmschutzplanes.

Im Rahmen dieses Lärmschutzplanes benötige Wien aber unter anderem auch ein neues Lärmschutzgesetz. Darüber hinaus müssten in dem Plan die Erhöhung der Förderungen für Schallschutz sowie technische Schallschutzmaßnahmen auf stark befahrenen Straßen- und Schienenstrecken enthalten sein, fordert Klucsarits.

Jerusalem: Das Problem ernst nehmen

"Fragt man die BürgerInnen, was sie an Wien am meisten stört, kommen zwei Antworten: der Lärm und der Hundekot. Eine gut verwaltete Stadt muss diese beiden Probleme lösen", meint die Grüne Gemeinderätin Jerusalem. Lärm könne einerseits durch Verkehrsberuhigung verringert werden, andrerseits durch lokale Maßnahmen zur Bekämpfung regionaler Lärmquellen wie nächtlicher Lieferverkehr oder falsch aufgestellte Glascontainer.

Die Stadt sei weder gegen Mopeds mit aufjaulenden Motoren noch gegen im Tiefflug über Wien donnernde Flugzeuge machtlos, erklärt Jerusalem. Viel Lärm mache - unabhängig davon, ob er einen störe oder nicht - nachweislich krank. Den BürgerInnen wäre am meisten geholfen, würde die Stadtregierung das Problem endlich ernst nehmen und handeln.

Mehr im Internet:
o www.lois.wien.at/

(da gibt es u.a. auch eine Bauakustikfibel zum Download)
o www.wien.at/ma22/laermbek.htm
o www.wien.at/ma22/slik.htm (Schienenlärm-Immissionskataster SLIK) o www.wien.at/ma22/slim.htm (Straßenlärm-Immissionskataster SLIM)

...und zum Abschluss ein Tucholsky-Zitat aus Lois: Lärm ist das Geräusch der anderen. (Schluss) hrs

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