Verzetnitsch: Informationstechnologie für alle

ArbeitnehmerInnen dürfen nicht elektronisch geführte "Arbeitsbienen" werden

Wien (ÖGB). "Die Informations- und Kommunikationstechnologie hat bereits in allen Bereichen Einzug gefunden. Sie ist sicherlich mehr als ein neuer Wirtschaftszweig. Daher müssen alle daran Anteil haben können", fasste ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch die Position der Gewerkschaften bei der Präsentation der Beiratsstudie "Digitale Wirtschaft" zusammen.++++

"Die Vorteile der Kommunikationstechnologie liegen im Bereich der Selbstbestimmung, Flexibilität und Kreativität. Sicherlich aber nicht darin, dass ArbeitnehmerInnen jederzeit und allerorts einsetzbare, elektronisch geführte 'Arbeitsbienen' werden", steckte der ÖGB-Präsident den Rahmen ab.

Für den Wirtschaftsstandort Österreich sieht Verzetnitsch zwei große Herausforderung. So müssen Wege gefunden werden, wie im Aus-und Weiterbildungsbereich jene Qualifikationen zur Verfügung gestellt werden können, die morgen benötigt werden. Der ÖGB-Präsident: "Auch die Qualifikationen jener Menschen, die bereits im Arbeitsleben stehen, müssen ausgebaut, nach- und umgerüstet werden."

Verzetnitsch weiter: "Das erforderliche Spezialwissen kommt nur durch gute Aus- und Weiterbildung zustande. Flexibilität allein fördert nicht die Qualität der Arbeitskräfte. Wenn Unternehmen nicht bereit sind, Spezialwissen durch gute Arbeitsverträge auf längere Sicht an das Unternehmen zu binden, dann wird auch der einzelne Betrieb auf Dauer dem Wettbewerb nicht Stand halten können. Aus- und Weiterbildungsverbünde sind daher eine unbedingte Notwendigkeit." So sei auch der freie Zugang zu allen Bildungseinrichtungen zu garantieren. Studiengebühren lehnte Verzetnitsch neuerlich strikt ab.

Für den ÖGB-Präsidenten ist es eine enorme Herausforderung, "für unser Land möglichst lange hochwertige Wertschöpfungsketten zu halten und neue zu schaffen." Verzetnitsch: "Es ist für den Standort Österreich von großer Bedeutung, dass wir auch in Zukunft in der Lage sind, die notwendigen entsprechend ausgebildeten Fachkräfte in ausreichender Zahl als Basis für das Wachstum zur Verfügung zu stellen."(ff)

ÖGB, 15. Jänner 2002
Nr. 30

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