- 15.01.2002, 13:26:20
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Verzetnitsch: Informationstechnologie für alle
ArbeitnehmerInnen dürfen nicht elektronisch geführte "Arbeitsbienen" werden
Wien (ÖGB). "Die Informations- und Kommunikationstechnologie hat
bereits in allen Bereichen Einzug gefunden. Sie ist sicherlich mehr
als ein neuer Wirtschaftszweig. Daher müssen alle daran Anteil haben
können", fasste ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch die Position der
Gewerkschaften bei der Präsentation der Beiratsstudie "Digitale
Wirtschaft" zusammen.++++
"Die Vorteile der Kommunikationstechnologie liegen im Bereich der
Selbstbestimmung, Flexibilität und Kreativität. Sicherlich aber nicht
darin, dass ArbeitnehmerInnen jederzeit und allerorts einsetzbare,
elektronisch geführte 'Arbeitsbienen' werden", steckte der
ÖGB-Präsident den Rahmen ab.
Für den Wirtschaftsstandort Österreich sieht Verzetnitsch zwei
große Herausforderung. So müssen Wege gefunden werden, wie im Aus-
und Weiterbildungsbereich jene Qualifikationen zur Verfügung gestellt
werden können, die morgen benötigt werden. Der ÖGB-Präsident: "Auch
die Qualifikationen jener Menschen, die bereits im Arbeitsleben
stehen, müssen ausgebaut, nach- und umgerüstet werden."
Verzetnitsch weiter: "Das erforderliche Spezialwissen kommt nur
durch gute Aus- und Weiterbildung zustande. Flexibilität allein
fördert nicht die Qualität der Arbeitskräfte. Wenn Unternehmen nicht
bereit sind, Spezialwissen durch gute Arbeitsverträge auf längere
Sicht an das Unternehmen zu binden, dann wird auch der einzelne
Betrieb auf Dauer dem Wettbewerb nicht Stand halten können. Aus- und
Weiterbildungsverbünde sind daher eine unbedingte Notwendigkeit." So
sei auch der freie Zugang zu allen Bildungseinrichtungen zu
garantieren. Studiengebühren lehnte Verzetnitsch neuerlich strikt ab.
Für den ÖGB-Präsidenten ist es eine enorme Herausforderung, "für
unser Land möglichst lange hochwertige Wertschöpfungsketten zu halten
und neue zu schaffen." Verzetnitsch: "Es ist für den Standort
Österreich von großer Bedeutung, dass wir auch in Zukunft in der Lage
sind, die notwendigen entsprechend ausgebildeten Fachkräfte in
ausreichender Zahl als Basis für das Wachstum zur Verfügung zu
stellen."(ff)
ÖGB, 15. Jänner 2002
Nr. 30
Rückfragehinweis: ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Ernst Weber
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