ARBÖ: Leitschienen-Check und Austausch nicht nur auf Autobahnen

Leitplanken-Lückenschluss bei Straßen, die an Gewässern vorbeiführen

Wien (ARBÖ) - Aktivitäten, die die Verkehrssicherheit auf Österreichs Straßen verbessern sind immer wünschenswert. Der ARBÖ begrüßt daher die Initiative der ASFINAG die "umstrittenen" Aluleitschienen entgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

Zum Thema Leitschienen ist aus Sicht des ARBÖ generell festzustellen, dass die Gefahr des Durchbrechens oder sogar des "Überspringens", nicht 100 prozentig vermieden werden kann. Bei einem Aufprall eines Kraftfahrzeuges ist eine Leitschiene in den meisten Fällen tonnenschweren Belastungen ausgesetzt. Allgemeingültige Angaben dazu kann man nach Meinung der ARBÖ-Experten nicht geben, da diese vom Gewicht des Fahrzeuges, dessen Ausgangsgeschwindigkeit und dem Aufprallwinkel abhängen. Erfolgt beispielsweise der Aufprall nicht in einem spitzen Winkel, sondern in einem 90 Grad Winkel, so ist eine Leitplanke relativ leicht zu überschreiten.

Aluleitschienen sind Risiko

Die ARBÖ-Experten verweisen darauf, dass bezüglich der Widerstandskraft und der Lebensdauer der einzelnen Leitschienensysteme erhebliche Unterschiede gibt. Die Aluminiumleitschienen werden im Lauf der Zeit "spröde" und stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Das kann dazu führen, dass bei einem Aufprall die Aluminiumleitschiene zerbricht und spröde sowie spitze Teile in das Kraftfahrzeug eindringen und zu schweren Verletzungen der Kraftfahrzeuginsassen führen.

Ein Nachteil von Leitschienen - egal ob aus Stahl oder Aluminium -liegt darin, dass man sich bei einem Aufprall "verhängt". Bei Beton-Leiteinrichtungen dagegen wird das Kraftfahrzeug nach einem Aufprall auf die Fahrbahn zurückgeleitet. Nach Meinung des ARBÖ sollte dieser Aspekt berücksichtigt und von der ASFINAG geprüft werden, damit nicht überall nur von Alu- auf Stahlleitschienen umgerüstet wird.

Leitplanken-Lückenschluss bei Gewässern

Eine Kontrolle der Leitschienensysteme und nach Notwendigkeit auch der Austausch veralteter Leitschienen sind im Interesse der Verkehrssicherheit auch außerhalb des hochrangigen Straßennetzes durch die zuständigen Straßenerhalter wünschenswert, betont der ARBÖ.

Häufig werden auch für Motorradfahrer die Leitschienen auf Bundesstraßen zum Verhängnis. Hier wäre es wünschenswert, dass wie beispielsweise an manchen Straßenabschnitten in Salzburg die Leitschienensteher in den gefährlichen Außenkurven eine "dämpfende" Ummantelung erhalten, erklärt der ARBÖ.

Auch der fürchterliche Unfall mit zwei Todesopfern auf der B 154, der Mondsee-Bundesstraße im November 2001 hat für den ARBÖ einmal mehr gezeigt, wie wichtig eine Sicherheitsanalyse unserer Straßen auch außerhalb von Tunnel ist. Die beiden jungen Oberösterreicherinnen waren auf der Straße ins Schleudern gekommen und stürzten mit dem Fahrzeug in den Mondsee. Das tragische Detail:
keine Leitplanke bremste das Fahrzeug bei diesem Unfall, denn durch die zahlreichen Badeplätze in diesem Bereich des Mondsee-Ufers ist hier ein Großteil der Straße zum See hin ungesichert.

Aus Sicht des ARBÖ ist daher auch ein Lückenschluss von Leitplanken bei Straßen, die an Gewässern vorbeiführen erforderlich. Gerade die Kombination von rutschiger Straße und fehlender Schutzvorrichtungen kann katastrophale Folgen haben.

Argumente der störenden Optik dürfen nach Ansicht des ARBÖ in dieser Frage nicht Vorrang vor Sicherheitsaspekten haben. Immerhin lassen sich, auch hölzerne Varianten als Sturz-Schutz anbringen, erklärt abschließend der ARBÖ.

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