- 10.01.2002, 12:13:19
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VSStÖ: Grasser bildungspolitisch ahnungslos
Schiessl: Forderung nach Elite-Unis geht an den wahren Problemen vorbei
Wien (SK) Der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) übte am
Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ scharfe Kritik an den
Äußerungen von FP-Finanzminister Grasser. Grasser hatte in einem
Presse-Interview 'Elite-Unis' als Heilmittel für die österreichische
Universitätslandschaft "gepriesen", kritisierte
VSStÖ-Bundesvorsitzende Eva Schiessl und fuhr fort: "Grasser ist
bildungspolitisch völlig ahnungslos. Seine Forderungen gehen an den
wahren Problemen des Bildungssystems meilenweit vorbei".
Die von Grasser angeführten hohen Drop-Out-Raten und langen
Studienzeiten hätten ihren Ursprung bekanntlich vor allem in
finanziellen Problemen der StudentInnen - die Blauschwarz durch
Studiengebühren noch verschärft hatte. "Wenn Grasser Elite-Unis
fordert, frage ich mich: Für wen?", meinte Schiessl. Niemand sei
gegen eine qualitative Verbesserung der universitären Bildung,
"Elite-Uni heißt: Uni für eine Elite Und das bedeutet:
Zugangsbeschränkungen, soziale Hürden, den Ausschluss vom Studium von
StudentInnen aus sozial schwächeren Familien", erläuterte Schiessl.
"Amüsiert" zeige sich der VSStÖ über die Diskrepanz in der Bewertung
der AkademikerInnenquote. Schiessl: Während
VP-Wissenschaftssprecherin Brinek bei jeder Gelegenheit betont, die
Quote sei gar nicht so niedrig, verwendet Finanzminister Grasser just
dieses Argument zur Untermauerung seiner Thesen."
"Dem üblichen Rezept zufolge will Blauschwarz die Universitätsreform
offenbar an der Verfassungsmehrheit vorbei durchdrücken.",
befürchtete Schiessl. "Dabei zeigt sich deutlich, dass es der
Koalition nicht um sinnvolle Reformen geht, sondern um einen
neoliberalen Systemumbau, solange Blau-schwarz noch über eine
Parlamentsmehrheit verfügen kann", erleuterte Schiessl abschließend.
(Schluss) up/mm
Für Rückfragen steht Ihnen der Pressesprecher des VSStÖ, Dominik
Gries, unter 0669 / 101 420 21 gerne zur Verfügung.
Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
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